Examensarbeit, 2006
70 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 VORWORT
2 TOD UND TRAUER IN UNSERER GESELLSCHAFT UND IM KINDLICHEN ERLEBEN
2.1 Tod und Sterben – ein Tabuthema in unserer Gesellschaft?
2.2 Wo und wie unseren Kindern der Tod begegnet
2.3 Die Entwicklung des Todeskonzeptes vom Säuglingsalter bis zur Pubertät
2.3.1 Erfahrungen im Säuglings- und Kleinkindalter
2.3.2 Das Vorschulkind
2.3.3 Das Grundschulkind bis 8/9 Jahre
2.3.4 Die Ruhe vor dem Sturm
2.3.5 Die Pubertät
2.4 Kindliche Trauer und Hilfen zu ihrer positiven Bewältigung
2.4.1 Zum Wesen der Trauer oder Von der Ohnmacht zur persönlichen Bereicherung
2.4.2 Wie Kinder trauern
2.4.3 Hilfen zur Begleitung trauernder Kinder
2.4.4 Auseinandersetzung mit dem Tod als Entwicklungshilfe im kindlichen Alltag
2.4.5 Die religiöse Dimension
3 STERBEN, TOD UND TRAUER IN DER MODERNEN KINDERLITERATUR
3.1 (Kinder-)Literatur und ihre Möglichkeiten hinsichtlich Begegnungen mit dem Tod
3.2 Neuere Entwicklungen in der realistischen Kinderliteratur oder Vom problemorientierten zum komischen Kinderroman
3.3 „Leb wohl, lieber Dachs“ und „Hat Opa einen Anzug an?“ – zwei Kinderbücher zum Thema Tod
3.3.1 Exkurs I: Das Tierbuch
3.3.2 Exkurs II: Das Bilderbuch
3.3.3 Das Bilderbuch „Leb wohl, lieber Dachs“ von Susan Varley
3.3.4 Das Kinderbuch „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried und Jacky Gleich
3.3.5 Vergleichende Betrachtungen
4 ZUM EINSATZ DER BEIDEN KINDERBÜCHER IM UNTERRICHT DER GRUNDSCHULE
4.1 Allgemeine Zielstellungen der Fächer Deutsch und Evangelische Religion im Lehrplan des Freistaates Sachsen
4.2 Der Tod – ein besonderes Thema im schulischen Unterricht
4.3 Lernziele einer Unterrichtseinheit zum Thema Tod für die Fächer Deutsch und Evangelische Religion
4.4 Vorschläge zur unterrichtlichen Umsetzung im Deutsch- und Religionsunterricht
4.4.1 Eine Ganzschrift im Unterricht
4.4.2 Zum Einstieg in die Thematik
4.4.3 Das Buch „Leb wohl, lieber Dachs“ im Unterricht
4.4.4 Das Buch „Hat Opa einen Anzug an?“ im Unterricht
4.4.5 Vorschläge für den Religionsunterricht
5 RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Die vorliegende Examensarbeit untersucht die Bedeutung und Legitimierung eines schulischen Unterrichts zum Thema Tod in der Grundschule. Zentral ist die Frage, wie neuere Kinderliteratur als Erfahrungsquelle dienen kann, um Kindern beim Umgang mit Sterben und Trauer zu helfen und sie auf die Endlichkeit des Lebens vorzubereiten.
3.3.3 Das Bilderbuch „Leb wohl, lieber Dachs“ von Susan Varley
Die Autorin und Illustratorin: Susan Varley ist eine zeitgenössische Schriftstellerin und Illustratorin. 1961 im englischen Blackpool geboren, absolvierte sie nach ihrer schulischen Ausbildung ein Grafikstudium in Manchester. Das Illustrieren von Kinderbüchern macht heute den größten Teil ihres Schaffens aus. Mit „Was ist bloß los mit Daniel Dachs“ und „Der kleine Maulwurf und sein Mond“ von Hiawyn Oram sowie „Kleiner Igel, großer Bär“ von Sergej Kozlov sollen an dieser Stelle nur drei jüngere Bücher Erwähnung finden, zu welchen Susan Varley die Bilder schuf.
Bibliographisches: Das Bilderbuch „Leb wohl, lieber Dachs“ erschien in Großbritannien erstmals 1984 unter dem Titel „Badger’s Parting Gifts“ im Verlag Andersen Press, London. Es wurde von Ingrid Weixelbaumer ins Deutsche übersetzt und sollte noch im selben Jahr vom Wiener Anette Betz Verlag herausgebracht werden. Susan Varley erhielt für dieses Kinderbuch 1985 den Wilhelm-Hauff-Preis.
Zum Inhalt: Der alte, weise Dachs ist sich in letzter Zeit seines herannahenden Todes wohl bewusst, doch kann er diesem ganz furchtlos gegenüber treten. Jedoch macht er sich Sorgen um seine Freunde, denn obwohl er sie auf sein Sterben vorbereitet hat, ahnt er, dass sie sehr traurig sein werden. Eines Abends verfasst der Dachs einen Brief, schaukelt dann in seinem gemütlichen Bau sanft in den Schlaf und begibt sich in einen herrlichen, nie da gewesenen Traum von Freiheit und Leichtigkeit. Jenseits jeder Last und Schwere, wie in einem neuen Körper, läuft er durch einen langen Tunnel…
1 VORWORT: Einleitung zur Examensarbeit, in der die Legitimation des Unterrichtsthemas „Tod“ in der Grundschule begründet wird.
2 TOD UND TRAUER IN UNSERER GESELLSCHAFT UND IM KINDLICHEN ERLEBEN: Theoretische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Tabuisierung des Todes und der entwicklungspsychologischen Perspektive des kindlichen Todesverständnisses.
3 STERBEN, TOD UND TRAUER IN DER MODERNEN KINDERLITERATUR: Untersuchung der Rolle von Kinderliteratur als Medium zur Trauerbewältigung sowie Analyse zweier spezifischer Bilderbücher.
4 ZUM EINSATZ DER BEIDEN KINDERBÜCHER IM UNTERRICHT DER GRUNDSCHULE: Didaktische Reflexion und konkrete Vorschläge zur Umsetzung der Thematik in den Fächern Deutsch und Evangelische Religion.
5 RÜCKBLICK UND AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Arbeit für den schulischen Alltag.
Tod, Sterben, Trauerarbeit, Kinderliteratur, Grundschule, Todesverständnis, Bilderbuch, Religionsunterricht, Entwicklungspsychologie, Trauerbewältigung, Didaktik, Abschied, Lebensende, Sachunterricht, Literaturpädagogik
Die Arbeit untersucht, wie das Thema „Tod“ sinnvoll und pädagogisch verantwortungsvoll im Grundschulunterricht behandelt werden kann, um Kindern zu helfen, dieses existenzielle Phänomen in ihr Weltbild zu integrieren.
Die Arbeit verknüpft entwicklungspsychologische Grundlagen über das Todesverständnis von Kindern mit einer medienpädagogischen Analyse ausgewählter Kinderbücher und praktischen Unterrichtsvorschlägen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Kinderliteratur ein wertvolles Werkzeug ist, um Kindern einen angstfreien und reflektierten Umgang mit Verlust, Sterben und Trauer zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Examensarbeit, die durch Literaturanalyse und didaktische Reflexion Erkenntnisse zur Trauerarbeit im schulischen Kontext gewinnt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum kindlichen Erleben, eine Analyse der modernen Kinderliteratur als Medium und eine detaillierte Ausarbeitung zur unterrichtlichen Umsetzung.
Zentrale Begriffe sind Kindliche Trauer, Todesverständnis, Bilderbuchanalyse, religiöse Erziehung und didaktische Methoden zur Trauerarbeit.
„Leb wohl, lieber Dachs“ wird als Beispiel für ein Tierbuch gewählt, das durch die Chiffrierung des Todes in der Tierwelt Distanz schafft und den Trauerprozess exemplarisch durchleuchtet.
Das Buch ermöglicht durch die Ich-Perspektive des kindlichen Protagonisten Bruno einen sehr direkten Einblick in kindliche Gefühle wie Wut, Unverständnis und den langsamen Prozess der Trauerbewältigung.
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