Diplomarbeit, 2006
84 Seiten, Note: Sehr gut (1)
1. Intention
2. Neuroboom
3. Begriffsbestimmungen
3. 1. Neurodidaktik
3. 2. Der Forschungszweig Neurobiologie
3. 3. Behaviorismus und Black Box
3. 4. Der Lernbegriff
3. 5. Didaktik
4. Neurobiologie
4. 1.Wissensschub durch moderne Diagnostiken
4. 2. Das Objekt des Interesses
5. Neue Erkenntnisse der Neurowissenschaft
5. 1. Stress
5. 2. Neuroplastizität
5. 3. Gedächtnis
5. 3. 1. Gedächtnismodelle
5. 3. 2. Langzeitpotenzierung
5. 3. 3. Gedächtnisinhalte
5. 3. 4. Emotionen und Gedächtnis
6. Die Lehrkunst der Neurobiologen
6. 1. Pauken
6. 2. Emotionen und Aufmerksamkeit
6. 3. Entwicklungsfenster
6. 4. Lernen und Medien
6. 5. Roth, Singer und Co
7. Die neurowissenschaftliche Lehrkunst der Pädagogen
7. 1. Gerhard Friedrich
7. 2. Michaela Meier
7. 3. Margret Arnold
7. 4. Internet und Neurodidaktik
8. Vergleich und erste Kritik
8. 1. Lernumwelt
8. 2. Wiederholungen und Pauken
8. 3. Entwicklungsfenster
8. 4. Anknüpfung an Vorwissen
8. 5. Gefühle
8. 6. Tradiertes Wissen in neurowissenschaftlichem Licht
8. 7. Divergenzen bei Neurodidaktikern
9. Zur Theorie der Didaktik in der Neurodidaktik
9. 1. Didaktik bei Friedrich
9. 2. Didaktik bei Meier
10. Eine Zusammenfassung
11. Konklusion
12. Neurowissenschaftliches Licht in der Black Box?
13. Fazit
14. Persönliches Resümee
Die Arbeit untersucht, ob die aktuelle Neurodidaktik eine eigenständige, wissenschaftlich fundierte neue Didaktik darstellt, oder ob es sich eher um eine Neuverpackung bereits bekannter pädagogischer Ansätze unter Einbeziehung neurobiologischer Erkenntnisse handelt. Dabei wird insbesondere der Transferversuch neurophysiologischer Ergebnisse in die pädagogische Praxis kritisch analysiert.
3. 3. Behaviorismus und Black Box
Eng mit dem Lernen verknüpft und jedem mit Psychologie und Pädagogik Vertrautem sind die Pawlowschen Hunde ein selbstverständlicher Begriff; zudem haben sie in die Alltagssprache Eingang gefunden.
Der russische Physiologe Iwan Pawlow (1894 – 1936) war eigentlich mit der Verdauungsphysiologie von Hunden befasst, als er eher zufällig beobachtete, dass regelmäßig der Hundefütterung vorangehende akustische Reize bei den Tieren schon die Sekretion von Verdauungssäften auslösten.
Das war die Geburtsstunde der klassischen Konditionierung, die in ihren Erweiterungen und Differenzierungen von Skinner und Watson sowie anderen als Behaviorismus zusehends Bekanntheit und Anwendung fand. Reaktionen konnten also nicht nur direkt über einen spezifischen Stimulus erzeugt werden, sondern ein assoziierter neutraler Reiz konnte die gleiche Reaktion hervorrufen.
Der amerikanische Psychologe John B. Watson formulierte in Anlehnung an die Experimente Pawlows in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Reiz-Reaktions-Theorie, der zufolge auch höhere Verhaltensweisen wie etwa emotionale Reaktionen und Handlungen aus einfachen, beobachtbaren Reaktionen erklärbar wären. Er vertrat die Auffassung, dass auch emotionale Reaktionen durch ein Stimulus-Response Geschehen erlernt sind, ähnlich wie andere Fertigkeiten.
1. Intention: Einleitung in die Thematik der wachsenden Bedeutung der Neurobiologie für die Pädagogik und die Entstehung des Begriffs Neurodidaktik.
2. Neuroboom: Erläuterung der großen öffentlichen Aufmerksamkeit und Finanzierung, die neurowissenschaftliche Forschung derzeit erfährt.
3. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Begriffe, einschließlich Neurodidaktik, Neurobiologie, Behaviorismus, Lernen und Didaktik.
4. Neurobiologie: Darstellung des Erkenntnisgewinns durch moderne Diagnoseverfahren und der anatomisch-physiologischen Grundlagen des Gehirns.
5. Neue Erkenntnisse der Neurowissenschaft: Untersuchung stressbedingter Lernblockaden, der Neuroplastizität und verschiedener Gedächtnissysteme.
6. Die Lehrkunst der Neurobiologen: Analyse, wie Neurobiologen ihre Forschungsergebnisse für den Unterricht interpretieren, mit Fokus auf Autoren wie Manfred Spitzer.
7. Die neurowissenschaftliche Lehrkunst der Pädagogen: Exemplarische Betrachtung pädagogischer Ansätze, die den Anspruch erheben, neurodidaktisch zu handeln, wie bei Friedrich und Meier.
8. Vergleich und erste Kritik: Kritische Reflexion, ob die neurodidaktischen Forderungen tatsächlich neu sind oder ob sie auf tradierte pädagogische Erkenntnisse zurückgreifen.
9. Zur Theorie der Didaktik in der Neurodidaktik: Überprüfung, ob die Neurodidaktik den wissenschaftlichen Anforderungen an eine Didaktik-Theorie genügt.
10. Eine Zusammenfassung: Zusammenführende Betrachtung der Rezeption der Neurodidaktik und der tatsächlichen hirnphysiologischen Grundlagen.
11. Konklusion: Abschließende Beantwortung der Ausgangsfrage, ob Neurodidaktik eine neue Didaktik ist.
12. Neurowissenschaftliches Licht in der Black Box?: Untersuchung, ob moderne Hirnforschung tatsächliche Einblicke in innerpsychische Vorgänge ermöglicht.
13. Fazit: Resümee darüber, dass hirnphysiologische Forschung zwar mechanische Vorgänge erhellt, aber die Black Box der mentalen Prozesse bestehen bleibt.
14. Persönliches Resümee: Persönliche Einschätzung des Autors zur Bedeutung und Zukunft der Verbindung von Neurowissenschaft und Pädagogik.
Neurodidaktik, Pädagogik, Neurobiologie, Hirnforschung, Lernen, Gedächtnis, Neuroplastizität, Behaviorismus, Black Box, Didaktik, Gehirn, Lehr- und Lernkunst, Kognition, Emotion, Stress.
Die Diplomarbeit untersucht kritisch die Beziehung zwischen der modernen Neurowissenschaft und der Pädagogik, insbesondere im Hinblick auf den Begriff der Neurodidaktik.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Neurodidaktik, ihre Abgrenzung zum Behaviorismus sowie die Analyse, ob sie tatsächlich neue pädagogische Instrumente liefert.
Ziel ist es zu klären, ob die Neurodidaktik eine eigenständige, neue Didaktik darstellt oder ob sie lediglich bestehende Erkenntnisse der Pädagogik neu interpretiert.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, einem Vergleich von Lerntheorien sowie einer kontrastierenden Gegenüberstellung von neurowissenschaftlichen und pädagogischen Sichtweisen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen der Neurobiologie, der Kritik am Behaviorismus, der Analyse neurodidaktischer Theorien sowie dem Vergleich dieser mit traditionellen pädagogischen Ansätzen.
Wichtige Begriffe sind Neurodidaktik, Neuroplastizität, Gehirn, Lernen, Didaktik und Black Box.
Für den Behaviorismus ist das Gehirn eine "Black Box", da die inneren mentalen Vorgänge zwischen einem Reiz (Stimulus) und der Reaktion (Response) für den Beobachter nicht zugänglich und daher für eine objektive Wissenschaft nicht relevant sind.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Neurodidaktik keine eigenständige, neue Didaktik darstellt, da ihre pädagogischen Schlussfolgerungen in der Pädagogik bereits lange tradiert sind.
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