Diplomarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1
VORWORT
INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG
KAPITEL 1
WTEWAELS SINTFLUTBILD
1.1. BILDBESCHREIBUNG
1.1.1. Datierung
1.1.2. Gezeichnete Vorlage?
1.1.2. Rezeptionsgeschichte
1.1.3. Biographie
KAPITEL 2
LITERARISCHE VORLAGE
2.1. DIE SINTFLUT - GENESIS 6,9-8,22
2.2. WEITERE ÜBERLIEFERUNGEN DES SINTFLUTMYTHOS
2.2.1. Ovids Metamorphosen
KAPITEL 3
DIE SINTFLUT IN DER BILDENDEN KUNST
3.1. IKONOGRAPHIE DER SINTFLUT
3.1.1. Frühe christliche Darstellungen der Sintflut
3.1.2. Darstellung der Sintflut im Mittelalter
3.1.3. Sintflutdarstellungen der Renaissance und des Manierismus
KAPITEL 4
VORBILDER UND ZEITGENOSSEN
4.1. NIEDERLÄNDISCHE ZEITGENOSSEN UND VORBILDER
4.1.1. Sintflut von Gerrit Pietersz. Sweelinck
4.1.2. Apollo und Daphne von Abraham Bloemaert
4.1.3. Sintflut von Abraham Bloemaert
4.1.4. Sintflut von Cornelis Cornelisz. van Haarlem
4.1.5. Hendrick Goltzius
4.1.6. Die Hochzeit der Psyche überliefert durch Hendrick Goltzius
4.1.7. Das Jüngste Gericht von Frans Floris
4.2. ITALIENISCHE VORBILDER
4.2.1. Michelangelos Sintflutfresko
4.2.2. Alessandro Alloris Perlen-Fischer
4.2.3. Pontormos Lünettenfresko im Poggio a Caiano
4.2.4. Korallenfischer von Jacopo Zucchi
4.3. ZUSAMMENFASSUNG
KAPITEL 5
DER MANIERISMUS
5.1. EINE EINFÜHRUNG
5.2. BETONUNG DER LINIE
5.3. PLASTISCHE MALEREI
5.4. STRECKUNG DER FIGUREN UND SPIEL MIT DER PERSPEKTIVE
5.5. FIGURA SERPENTINATA
5.6. GEBÄRDEN UND POSEN
5.7. GLIEDERUNG DES RAUMES
5.8. FARBGEBUNG
KAPITEL 6
ZEITGESCHICHTE
6.1. POLITIK
6.2. WIRTSCHAFT
6.3. RELIGION
6.4. KUNST
KAPITEL 7
FORM – INHALT - AUSSAGE
7.1. HISTORIENMALEREI UND HUMANISTISCHE BILDUNG
7.2. FORM UND INHALT
7.3. DIE SINTFLUT UND DIE MENSCHHEIT VOR DER FLUT – DIE MORALISCHE AUSSAGE
RESUMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sintflutbild von Joachim Anthonisz. Wtewael im Kontext des Manierismus des 16. Jahrhunderts. Das primäre Ziel besteht darin, eine Fallstudie zur manieristischen Menschendarstellung zu erarbeiten und zu klären, wie dieses für den heutigen Betrachter inhaltlich und formal oft unzugängliche Gemälde verständlich gemacht werden kann, wobei insbesondere die Frage nach der moralischen Intention des Künstlers hinter der formellen Ausgestaltung im Vordergrund steht.
1.1. Bildbeschreibung
Mit seinen 148 x 183 cm ist Wtewaels Sintflutgemälde im Original ein imposantes Werk, das mit seinen beinahe lebensgroßen Figuren den Betrachter in das Geschehen mit hinein nimmt. Die Farbigkeit hingegen irritiert, stößt eher ab, wirkt unwirklich und erschwert dem Betrachter ganz in das Geschehen einzutauchen. Leider konnte ich keine Reproduktion finden welche die außergewöhnliche Farbigkeit des Originals nur annähernd wiedergeben konnte, so müssen auch die Reproduktionen in dieser Arbeit dieses Erlebnis schuldig bleiben.
Zwölf nackte Männer, Frauen und Kinder lagern im Vordergrund, vor einem steinigen, überfluteten Mittelgrund mit kleineren, wie Geister wirkenden Figuren. Der Künstler drapiert die Hauptfiguren auf einer Anhöhe, drei von ihnen versuchen umständlich die beiden Bäume links und rechts zu erklettern.
Wie in einem dem Vordergrund bildparallelen Halbkreis sind die nackten Figuren bühnenartig angeordnet. Die gewundenen, geschraubten Leiber sind dem Betrachter ganz nahe und geben in ihrer Anordnung den Blick auf ein weites Tal, eine Flusslandschaft frei. Die Einheit des Bildes scheint durch die Polarisierung in eine Übernähe der Figuren im Vordergrund und die Überferne der Menschen im Mittelgrund zu leiden.
KAPITEL 1: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Bildbeschreibung des Sintflutgemäldes sowie seiner Datierung, der Rezeptionsgeschichte und der Biographie des Künstlers Joachim Anthonisz. Wtewael.
KAPITEL 2: Hier erfolgt eine Einführung in die mythologischen Grundlagen der Sintflut, wobei der Schwerpunkt auf der alttestamentarischen Überlieferung und den Metamorphosen des Ovid liegt.
KAPITEL 3: Dieser Abschnitt bietet einen ikonographischen Abriss der Sintflutdarstellungen von der frühchristlichen Kunst über das Mittelalter bis hin zur Renaissance und dem Manierismus.
KAPITEL 4: Es werden Vorbilder und Zeitgenossen Wtewaels analysiert, um Einflüsse niederländischer sowie italienischer Meister auf seine Komposition und Figurenmotive zu identifizieren.
KAPITEL 5: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Merkmale des Manierismus, wie etwa die Bedeutung der Linie, die plastische Malerei und die für diese Zeit typische "figura serpentinata".
KAPITEL 6: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, indem die politische, wirtschaftliche und religiöse Lage in den Niederlanden des 16. Jahrhunderts dargelegt wird.
KAPITEL 7: Im letzten Kapitel werden Form, Inhalt und die moralische Aussage des Gemäldes zusammengeführt, um Wtewaels Werk als Teil einer gesellschaftskritischen und humanistisch gebildeten Kunstströmung zu interpretieren.
Joachim Anthonisz. Wtewael, Sintflut, Manierismus, Kunstgeschichte, Ikonographie, Historienmalerei, Genesis, Ovids Metamorphosen, Figura serpentinata, Utrechter Spätmanierismus, niederländische Malerei, Renaissance, moralische Aussage, Humanismus, Bildbeschreibung.
Die Arbeit analysiert das Sintflutbild von Joachim Anthonisz. Wtewael im Kontext des spätmanieristischen Stils des 16. Jahrhunderts und untersucht dessen formale und inhaltliche Bedeutung.
Zentrale Themen sind die Ikonographie der Sintflut, die stilistische Einordnung in den Manierismus, die Einflüsse von italienischen und niederländischen Vorbildern sowie der historische und gesellschaftliche Hintergrund der damaligen Zeit.
Das Ziel ist eine fundierte Fallstudie zur manieristischen Menschendarstellung, die aufzeigt, wie das Werk für heutige Betrachter sowohl formal als auch inhaltlich-moralisch verständlich gemacht werden kann.
Die Autorin kombiniert eine deskriptive Bildanalyse mit einer ikonographischen und historisch-kontextuellen Untersuchung, gestützt auf zeitgenössische Quellen und kunsthistorische Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der literarischen Vorlagen, die kunsthistorische Einordnung der Sintflut-Ikonographie, den Vergleich mit zeitgenössischen Vorbildern und eine detaillierte Erörterung manieristischer Stilmittel.
Besonders prägend sind die Begriffe Manierismus, Sintflut, Wtewael, Bildbeschreibung, Ikonographie, Humanismus und moralisches Schaustück.
Die Unterscheidung hilft zu verstehen, warum das Gemälde keine archetypischen Sintflut-Attribute wie eine Arche aufweist, was auf Ovids Metamorphosen als primäre literarische Inspirationsquelle hindeutet.
Sie betrachtet den Manierismus als eine komplexe Epoche, die durch formale Experimente und eine bewusste Abkehr von der klassischen Naturnachahmung gekennzeichnet ist, ohne dabei jedoch den moralischen Gehalt der Darstellung zu verlieren.
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