Diplomarbeit, 2006
112 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Vorgehensweise
1.2 Einführung
2 Der AIM und die Identifizierung der Faktoren für seinen Erfolg
2.1 Entstehung und Zielsetzung des AIM
2.2 Zeitliche Entwicklung des AIM
2.2.1 Notierungsanmeldungen (Admissions)
2.2.1.1 Börsengänge nach Art der Einführung
2.2.1.2 Börsengänge mit Aktienplatzierungen
2.2.2 Notierungseinstellungen
2.2.3 Notierungen
2.2.4 Handelsvolumina
2.3 Börsenkapitalisierung des AIM
3 Erfolgsfaktoren im direkten Einflussbereich der LSE
3.1 Listinganforderungen am AIM
3.1.1 Going Public
3.1.2 Being Public
3.1.3 Der AIM als Vorreiter
3.2 Sicherung der Qualität am AIM
3.2.1 Der NOMAD
3.2.2 Sanktionen bei Verstößen gegen die AIM-Rules
3.3 Sicherung der Liquidität am AIM
3.3.1 SEATS Plus
3.3.2 Neue Index-Serie und Handel in Berlin
3.4 Branchenvielfalt am AIM
3.4.1 Notierungen nach Branche
3.4.2 AIM versus „Neue Märkte“ in Kontinentaleuropa
3.4.3 Sektorallokation sichert nachhaltigen Bestand
4 Spezifisch englische Erfolgsfaktoren
4.1 Steuerliche Vergünstigungen
4.1.1 The tax benefits
4.1.2 Qualifizierte Unternehmen
4.2 Finanzplatz London
4.2.1 Kapitalmarkt London
4.2.2 Institutionelle Anleger
5 Exkurs: Der Entry Standard
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit analysiert den Alternative Investment Market (AIM) der London Stock Exchange, um die Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die diesen Markt zum erfolgreichsten Wachstumsmarkt für kleine und mittelständische Unternehmen in Europa gemacht haben. Ziel ist es, durch eine systematische Untersuchung der regulatorischen Rahmenbedingungen, der Marktstruktur und makroökonomischer Einflussgrößen zu erklären, warum sich der AIM trotz Börsenbaisse behaupten konnte und welche Lehren daraus für andere Börsenplätze gezogen werden können.
3.2.1 Der NOMAD
Ein NOMAD ist einer von zurzeit (04.11.2005) 84 am AIM zugelassenen Finanzberatern. Es handelt sich dabei um Banken und Brokergesellschaften, die von der LSE für ihre Tätigkeit als Nominated Adviser zugelassen werden müssen. Darunter befinden sich auch bekannte Namen, wie z.B. Deutsche Bank, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley oder PricewaterhouseCoopers. (Eine Liste mit allen NOMADs findet sich im Anhang 3.) Die Kosten für die Zulassung gliedern sich in eine „Application fee“ in der Höhe von £ 12.050, die bei Antragstellung fällig wird, und eine „Annual fee“. Diese ist wiederum abhängig von der Anzahl der vom jeweiligen Berater betreuten Corps und beträgt zwischen £ 11.750 und £ 23.500 (inkl. 17,5 % Mehrwertsteuer).
Ein NOMAD muss gemäß AIM-Rule 1 und 34 vom jeweiligen Börsenkandidaten vor der Zulassung und für die gesamte Dauer der Notierung ernannt und verpflichtend beigezogen werden. Er unterstützt die Gesellschaft beim Antrag auf Börsenzulassung zum Alternative Investment Market. Dabei zählen zu seinen wichtigsten Aufgaben:
die Entscheidung, ob das Unternehmen für den Aktienmarkt geeignet ist. Diese erfolgt im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung. Dabei werden das Unternehmen, seine Struktur, die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter sowie seine Marktstellung im Hinblick auf Marktpotenziale, Konkurrenzsituation usw. analysiert;
die Unterweisung der Unternehmensleitung in die AIM-Rules und die sonstigen Pflichten, welche sich aus einem Listing am AIM ergeben;
die Einhaltung der im Rahmen der Zulassung vorgegebenen Fristen;
die Obsorge, dass die Zulassungsdokumente vollständig der Zulassungsstelle vorgelegt werden;
die Bestätigung gegenüber der Zulassungsstelle der LSE, dass sowohl das Unternehmen als auch dessen Zulassungsprospekt den gegebenen Anforderungen entsprechen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung des Alternative Investment Market ein, erläutert die Vorgehensweise der Arbeit und grenzt den Untersuchungsgegenstand gegen andere europäische Märkte ab.
2 Der AIM und die Identifizierung der Faktoren für seinen Erfolg: In diesem Kapitel wird der AIM systematisch vorgestellt und seine historische Entwicklung sowie seine Wachstumsdynamik anhand von Kennzahlen analysiert.
3 Erfolgsfaktoren im direkten Einflussbereich der LSE: Hier werden die internen Faktoren wie die Listinganforderungen, die wichtige Rolle des NOMAD für die Qualitätssicherung und Mechanismen zur Liquiditätssicherung untersucht.
4 Spezifisch englische Erfolgsfaktoren: Dieses Kapitel behandelt externe Faktoren, insbesondere das britische Steuersystem und die Struktur des Londoner Finanzplatzes, die maßgeblich zum Erfolg des AIM beitragen.
5 Exkurs: Der Entry Standard: Ein kurzer Exkurs über das neue Segment an der Frankfurter Wertpapierbörse, das versucht, das Erfolgsmodell des AIM in Deutschland zu adaptieren.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle des AIM als weltmeisterliches Börsensegment für Wachstumsunternehmen.
Alternative Investment Market, AIM, London Stock Exchange, NOMAD, Börsengang, IPO, Wachstumsmarkt, Handelsvolumen, Marktkapitalisierung, Listinganforderungen, Steuervergünstigungen, Venture Capital, institutionelle Investoren, Liquidität, Entry Standard.
Die Arbeit untersucht den Alternative Investment Market (AIM) in London und analysiert die spezifischen Erfolgsfaktoren, die ihn zum führenden Wachstumsmarkt für kleine und mittelständische Unternehmen in Europa gemacht haben.
Zentrale Themen sind die regulatorische Struktur des AIM, die Bedeutung von spezialisierten Beratern (NOMADs), steuerliche Anreize für Investoren sowie der Einfluss des Londoner Finanzplatzes auf die Liquidität und Attraktivität des Marktes.
Das Ziel ist die Identifizierung und Systematisierung jener Faktoren, die den Erfolg des AIM begründen, um zu verstehen, warum dieses Marktsegment im Vergleich zu anderen europäischen Wachstumsmärkten besonders resilient und erfolgreich ist.
Es handelt sich um eine systematische Analyse und deskriptive Untersuchung auf Basis umfangreichen statistischen Zahlenmaterials, das durch einen Vergleich mit anderen europäischen Börsenplätzen (wie dem Neuen Markt oder Alternext) untermauert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in Erfolgsfaktoren, die direkt von der LSE beeinflusst werden (wie Listing-Regeln, Qualitätssicherung, Liquidität) und spezifisch englische, makroökonomische Erfolgsfaktoren (Steuern, Finanzplatzstruktur).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Alternative Investment Market, Börsenregulierung, NOMAD, Kapitalmarktförderung, Steueranreize und Wachstumsfinanzierung charakterisieren.
Der NOMAD (Nominated Adviser) fungiert als laufende Qualitätskontrolle. Er berät die Unternehmen, überwacht die Einhaltung der Regeln und ist damit eine zentrale Instanz für Vertrauen und Transparenz am Markt.
In Großbritannien gibt es spezifische steuerliche Vorteile (z.B. Enterprise Investment Scheme), die Investments in AIM-notierte Unternehmen für Privatanleger und Institutionen besonders attraktiv machen, da sie die Steuerlast erheblich senken können.
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