Diplomarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1 GRUNDLAGEN
1.1 Definitionen Marke – Markenwert
1.1.1 Markendefinition
1.1.2 Wertdefinition
1.1.3 Markenwert- und Markenstärkedefinition
1.1.4 Fazit
1.2 Forschungsstand Markenbewertung
1.2.1 Klassifizierung von Markenbewertungsmethoden
1.2.2 Auswahl eines Modells als Ausgangspunkt
1.2.3 Interbrand im Detail
1.2.4 Problembereiche der Markenbewertung
1.2.5 Fazit
1.3 Definition Mittelstand
1.3.1 Definition der EU
1.3.2 Definition des IfM Bonn
1.3.3 Fazit
1.4 Besonderheiten im Mittelstand
1.4.1 Unternehmensführung
1.4.2 Unternehmensfinanzierung und Rating
1.4.3 Branchenschwerpunkte
1.4.4 Marken mittelständischer Unternehmen
1.4.5 Fazit
1.5 Anforderungen an die Markenbewertung
1.5.1 Generelle Anforderungen
1.5.2 Aus bisherigen Erkenntnissen abzuleitende Anforderungen
1.5.3 Besondere Anforderungen im Kontext des Mittelstandes
1.5.4 Fazit
2 MODELLENTWICKLUNG
2.1 Grundsätzliche Einordnung
2.1.1 Verhaltenswissenschaftliche Markenstärke
2.1.2 Berücksichtung des Handels
2.1.3 Simplifizierung und Begrifflichkeiten
2.2 Finanzmodul
2.2.1 Economic Value Added oder Residualgewinn
2.2.2 Reingewinn über durchschnittliche Umsatzrendite
2.3 Kundenmodul
2.3.1 Verwendung der Markenstärke
2.3.2 Operationalisierung der Markenstärke
2.3.3 Isolierung der Markenerträge
2.4 Prognosemodul
2.4.1 Informationsquellen
2.4.2 Problembereiche
2.5 Marktmodul
2.5.1 Erhebung des Branchenrisikos
2.5.2 Übertragung in einen Renditefaktor
2.5.3 Markenunterschiede und der Diskontfaktor
2.6 Potentialmodul
2.6.1 Erweiterungsmöglichkeiten
2.6.2 Analyse von Umsatzpotential und Erfolgschance
2.7 Gesamtdarstellung
3 ANWENDUNG
3.1 Marke und Unternehmen
3.1.1 Unternehmen
3.1.2 Branche
3.1.3 Kunden
3.1.4 Marke
3.2 Vorgehen
3.2.1 Recherchen und Sekundärforschung
3.2.2 Primärforschung
3.2.3 Berechnungen
3.3 Erkenntnisse
3.3.1 Finanzmodul
3.3.2 Prognosemodul
3.3.3 Kundenmodul
3.3.4 Marktmodul
3.3.5 Fazit
4 FAZIT
Die Arbeit entwickelt ein praxisorientiertes Modell zur monetären Bewertung von Marken, das speziell auf die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen mittelständischer Unternehmen zugeschnitten ist. Die zentrale Forschungsfrage adressiert die Herausforderung, unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit und speziellen Eigentumsstrukturen einen belastbaren Geldwert für Marken zu ermitteln.
1.1.1 Markendefinition
Noch bis in die 80er Jahre dominierte ein wettbewerbsbezogener Markenbegriff die wissenschaftliche Diskussion. Beispielhaft dafür ist eine Definition von Kotler (1989): „Die Marke ist ein Name, ein Begriff, ein Symbol oder Design, bzw. eine Kombination daraus, die ein Produkt oder eine Dienstleistung in eindeutiger Weise hervorheben und von Mitbewerbern unterscheiden.“ In der Literatur ist bis heute diese Definitionen zu finden (bspw. Kotler 2001, S. 736), und sie entspricht in etwa dem Verständnis der Bevölkerung (vgl. Günther/Kriegbaum, zitiert nach Schütz 2001, S. 26). Heutzutage gehen ganzheitliche Ansätze allerdings darüber hinaus. Der wirkungsbezogene Markenansatz aus den 90er Jahren sieht die Marke als das Vorstellungsbild und die subjektive Wahrnehmung der Kunden von einer Markierung. Der verhaltensbezogene Markenansatz betrachtet neben der Wahrnehmung auch die Wirkung auf das Konsumentenverhalten als Manifestation der Marke. Etwas pointiert heißt es bei Esch: „Die Marke existiert ausschließlich im Kopf des Konsumenten.“ (1998, S. 43) Diese Aussage verdeutlicht den Unterschied zum wettbewerbsbezogenen Markenbegriff. „Der verhaltensorientierte Ansatz ist heute allgemein anerkannt und in der Literatur ausführlich dargelegt.“ (Moeller 2001) Eine wieder andere Herangehensweise an Wirtschaftskommunikation ist unter dem fraktalen Markenansatz (vgl. Gerken 1994) bekannt geworden, der inzwischen in einigen Teilen als durch die Praxis widerlegt gilt.
Den verhaltensorientierten Ansatz aufgreifend folgte in den späten 90er Jahren der identitätsorientierte Markenansatz (vgl. Kapferer, Meffert). Er sieht die Marke aus sozialpsychologischer Perspektive (wirkungsbezogen) und untersucht die Kaufverhaltensrelevanz (verhaltensbezogen), führt sie aber auf die Existenz einer starken Markenidentität zurück (vgl. Meffert/Burmann 1996). Auf den Sachverhalt wie ihn Kotler als Marke beschrieb, wird in diesen Kontexten eher unter dem Begriff Markierung rekurriert.
1 GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert definitorische Grundlagen, den Forschungsstand zur Markenbewertung sowie Besonderheiten des Mittelstands, um Anforderungen für ein Bewertungsmodell abzuleiten.
2 MODELLENTWICKLUNG: Hier erfolgt die Ausarbeitung des Markenbewertungsmodells, unterteilt in fünf Module, unter Berücksichtigung spezifischer Anforderungen des Mittelstands.
3 ANWENDUNG: Dieses Kapitel beschreibt die erste praktische Anwendung des entwickelten Modells an einem mittelständischen Unternehmen und diskutiert die dabei gewonnenen Erkenntnisse.
4 FAZIT: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Stärken und Schwächen des Ansatzes und unterstreicht den weiteren Forschungsbedarf.
Markenbewertung, Mittelstand, Markenwert, Markenstärke, Ertragswertverfahren, Interbrand, Unternehmensführung, Finanzanalyse, Immaterielle Vermögenswerte, Markenführung, Business-to-Business, Basel II, Rating, Markenpotential, Fallstudie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Modells, das eine monetäre Markenbewertung speziell für mittelständische Unternehmen ermöglicht, da bestehende Ansätze oft zu komplex oder für Großkonzerne ausgelegt sind.
Die zentralen Felder sind die Definition von Marke und Markenwert, die Analyse bestehender Bewertungsverfahren, die Besonderheiten der mittelständischen Wirtschaft sowie die Verknüpfung von Finanzmodulen mit verhaltenswissenschaftlichen Aspekten der Markenführung.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Markenbewertungsmodells, das den besonderen Anforderungen des Mittelstands, insbesondere hinsichtlich Ressourcenknappheit und spezifischer Geschäftsbeziehungen, gerecht wird.
Der Autor nutzt eine Synthese aus ertragswertorientierten Ansätzen, die um moduleigene Analysen für Mittelständler (Finanz-, Kunden-, Prognose-, Markt- und Potentialmodul) ergänzt und in einer Fallstudie angewendet werden.
Im Hauptteil (Kapitel 2 und 3) wird die theoretische Herleitung und modulare Struktur des neuen Mittelstandsmodells vorgestellt und anschließend dessen Anwendbarkeit in einer praktischen Fallstudie bei einem mittelständischen Unternehmen erprobt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Markenbewertung, Mittelstand, Markenwert, Markenstärke, Interbrand, Unternehmensführung und Immaterielle Vermögenswerte.
Aufgrund begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen im Mittelstand sind komplexe, teure und zeitintensive Bewertungsmethoden, wie sie oft bei Großkonzernen Anwendung finden, für die tägliche Praxis der Markenführung ungeeignet.
Das Kundenmodul fungiert als Ersatz für die klassische, oft intransparente Nachfrageanalyse. Es aggregiert die Markenstärke aus Kunden- und Handelsbefragungen, um den prozentualen Markeneinfluss auf den Gewinn greifbar zu machen.
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