Wissenschaftlicher Aufsatz, 2003
20 Seiten
I. Einleitende Bemerkungen
II. Was geschieht in der modernen „Gentechnik“?
1. Zur humanbiologischen Problematik: PND, PID, Stammzellen und mehr
1.1 PND und PID
1.2 Stammzellen und therapeutisches Klonen
2. „Grüne Gentechnik“ in der Landwirtschaft: Resistenzbildung, Patent auf Leben u.a.
III. Schweitzers Konfliktethik angesichts gentechnologischer Entwicklungen
Das Ziel der Arbeit ist es, die modernen gentechnologischen Entwicklungen in der Medizin und Landwirtschaft kritisch zu beleuchten und diese in den ethischen Rahmen von Albert Schweitzers Philosophie der „Ehrfurcht vor dem Leben“ einzuordnen, um eine Orientierung für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen Technologien zu finden.
1. Zur humanbiologischen Problematik: PND, PID, Stammzellen und mehr
Eine bereits längst praktizierte gentechnische Methode findet sich in der Pränataldiagnostik (PND), der vorgeburtlichen Fruchtwasseruntersuchung bei Schwangeren. Dem Fruchtwasser werden bei Verdacht auf schwere Erbkrankheiten fetale Zellen entnommen, die einer DNA-Analyse unterzogen werden. Die werdende Mutter soll dann entscheiden, ob sie ein beispielsweise nachweislich Down-Syndrom geschädigtes Kind (Trisomie 21) abtreiben oder austragen will.
Inzwischen gibt es ein erheblich differenziertes Verfahren zur vorgeburtlichen Bestimmung von Erbkrankheiten, das im Falle einer nachgewiesenen genetischen Schädigung einen Schwangerschaftsabbruch erspart. Es ist die sog. Präimplantationsdiagnostik (PID) – eine Methode, die mit einer künstlichen Befruchtung „in vitro“, d.h. in der Petrischale, gekoppelt ist.
Was macht die Methode so umstritten? Bei dieser Methode werden dem Eierstock der Frau Eizellen entnommen, dem Mann Samenzellen, und eine künstliche Befruchtung wird in vitro durchgeführt. Den dabei entstehenden Embryonen im 4-8-Zellen-Stadium werden 1-2 Zellen entnommen, die im Labor auf genetische Fehler untersucht werden können. Die als einwandfrei befundenen Embryonen werden selektiert und der Frau einverleibt – die Schwangerschaft kann beginnen.
I. Einleitende Bemerkungen: Dieses Kapitel legt die wissenschaftlichen Grundlagen durch die Entdeckung der DNA-Struktur dar und führt in die ethische Fragestellung ein, wie der technologische Fortschritt mit Albert Schweitzers Philosophie in Einklang gebracht werden kann.
II. Was geschieht in der modernen „Gentechnik“?: Hier erfolgt eine Analyse spezifischer gentechnologischer Verfahren, unterteilt in die humanbiologische Problematik wie PID und Stammzellforschung sowie die ökologischen und patentrechtlichen Auswirkungen der grünen Gentechnik in der Landwirtschaft.
III. Schweitzers Konfliktethik angesichts gentechnologischer Entwicklungen: Das Kapitel untersucht, wie Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben als Orientierungshilfe in den unauflösbaren Dilemmata der heutigen Gentechnik dienen kann, ohne dabei einfache Patentrezepte zu liefern.
Gentechnik, Ehrfurcht vor dem Leben, Albert Schweitzer, Bioethik, Pränataldiagnostik, PID, Stammzellforschung, therapeutisches Klonen, grüne Gentechnik, Patent auf Leben, Gentechnologie, Genom, ökologische Risiken, Menschenwürde, Verantwortungsethik.
Die Arbeit analysiert die ethischen Implikationen der modernen Gentechnik in Medizin und Landwirtschaft auf der Basis der Philosophie von Albert Schweitzer.
Die zentralen Felder sind die Genforschung am Menschen (PID, Stammzellen, Klonen) und die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft unter Berücksichtigung ökologischer Folgen und ethischer Grundsätze.
Das Ziel ist es, eine ethische Einordnung der Gentechnik vorzunehmen, die den Menschen zur kritischen Auseinandersetzung und verantwortungsvollen Entscheidung zwingt, anstatt sich auf rein technische Problemlösungen zu verlassen.
Der Autor verbindet eine sachlich-wissenschaftliche Darstellung der technischen Fakten mit einer geistesgeschichtlichen und ethisch-philosophischen Reflexion im Sinne Albert Schweitzers.
Im Hauptteil werden konkrete Verfahren wie PND, PID, Stammzellforschung und grünes Saatgut diskutiert, wobei die daraus resultierenden moralischen und ökologischen Dilemmata detailliert beleuchtet werden.
Gentechnik, Ehrfurcht vor dem Leben, Bioethik, Patentrecht auf Leben und Verantwortungsethik stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Er warnt davor, dass die Selektion von Leben aufgrund technischer Möglichkeiten zu einer gesellschaftlichen Stigmatisierung von Behinderten führt und das menschliche Leben zu einem „Verbrauchsgut“ degradiert.
Schweitzers Ethik bietet keine fertigen Verbote, sondern fordert eine ständige, eigenverantwortliche ethische Abwägung, bei der die Ehrfurcht vor allem Leben als höchster Maßstab über rein nützlichkeitsorientiertem Handeln steht.
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