Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
28 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung 3
1. Gentechnischer Fortschritt ins Grenzenlose als maß-loses »Maß«? 4
2. Haben wir (k)eine ›denkende Wissenschaft‹? 7
3. »Ehrfurcht vor dem Leben« als »denknotwendiges Maß« einer Grenzen überschreitenden Vernunft? 12
4. »Unbegrenzte Verantwortung« als Antwort auf eine Biotechnologie ins Grenzenlose? 19
Die Arbeit untersucht das Problem der menschlichen Maßstäblichkeit angesichts biotechnologischer Entwicklungen, indem sie Albert Schweitzers Ethik der "Ehrfurcht vor dem Leben" als kritischen und zukunftsweisenden Maßstab reflektiert und auf die moderne Gentechnik anwendet.
1. Gentechnischer Fortschritt ins Grenzenlose als maß-loses »Maß«?
Die Unaufhaltsamkeit des grenzüberschreitenden Fortschritts auf allen Gebieten des Wissens und Könnens und die daraus resultierende »sich überstürzende und tiefgehende Umgestaltung der für unser Leben in Betracht kommenden Verhältnisse« hat Schweitzer wiederholt in dem Bild der aufgezogenen Schleuse veranschaulicht:
»Die Schleuse, durch die sich die Wasser in unaufhaltsamem Strome ergießen, läßt sich nicht mehr schließen«.
Die wissenschaftlich-technischen Entwicklungen brechen sich Bahn, ehe wir gewärtigen können, welche ethischen Dilemmata wir uns damit einhandeln. Schon in der Atombombenfrage war seinerzeit die anfängliche Überlegung, entsprechende Forschungen wegen ethischer Skrupel auf Eis zu legen, aus politischen Gründen verworfen worden. In der biotechnologischen Entwicklung stellt sich die Situation noch komplizierter dar: Nach einer zunächst vielversprechenden Initiative führender Wissenschaftler von 1974, über ein freiwilliges Moratorium zur Aussetzung von Experimenten mit rekombinanter DNA Zeit für die Diskussion damit verbundener ökologischer und gesundheitlicher Risiken zu gewinnen, werden durch sich überschlagende gentechnologische Forschungsergebnisse und deren industrielle Anwendung fortwährend neue Fakten geschaffen, die neue ethische Probleme und Risikofragen aufwerfen und die öffentliche Debatte anheizen.
Einleitung: Diese Einführung problematisiert die grenzüberschreitende Macht der modernen Biotechnologie und fragt, inwiefern Albert Schweitzers Denken einen ethischen Maßstab zur Humanisierung dieser Entwicklung bieten kann.
1. Gentechnischer Fortschritt ins Grenzenlose als maß-loses »Maß«?: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik des biotechnologischen Fortschritts, der durch seine naturwissenschaftlich-technische Reduktion Lebensformen als bloße "genetische Information" entwertet und traditionelle Artgrenzen überschreitet.
2. Haben wir (k)eine ›denkende Wissenschaft‹?: Hier wird aufgezeigt, dass die moderne Wissenschaft zwar exakte Methoden besitzt, jedoch durch das Fehlen eines "besinnlichen Denkens" an ihre prinzipiellen Grenzen stößt und den Menschen in eine Orientierungslosigkeit entlässt.
3. »Ehrfurcht vor dem Leben« als »denknotwendiges Maß« einer Grenzen überschreitenden Vernunft?: Das Kapitel untersucht Schweitzers Ethikkonzept als universelles Grundprinzip und stellt klar, dass diese Ethik nicht durch logische Deduktion, sondern durch ein tiefes, "denkendes Erleben" der Verbundenheit allen Lebens begründet ist.
4. »Unbegrenzte Verantwortung« als Antwort auf eine Biotechnologie ins Grenzenlose?: Der Schluss plädiert für eine Ausweitung der individuellen Ethik auf überindividuelle, institutionelle Strukturen, um der unüberschaubaren Komplexität biotechnologischer Eingriffe verantwortungsvoll zu begegnen.
Biotechnologie, Albert Schweitzer, Ehrfurcht vor dem Leben, Gentechnik, Ethik, Verantwortung, Bioethik, Fortschritt, Wissenschaft, Natur, Denken, Maßstäblichkeit, Humanität, Lebenswille, Konfliktethik.
Die Arbeit beleuchtet die ethischen Herausforderungen, die durch die moderne Biotechnologie entstehen, und setzt diese in Bezug zu der philosophischen Ethik Albert Schweitzers.
Im Fokus stehen die Problematik des biotechnologischen Fortschritts, das Verhältnis von Wissenschaft und Ethik sowie die Notwendigkeit, eine umfassende Verantwortung gegenüber allem Leben zu übernehmen.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Albert Schweitzers Prinzip der "Ehrfurcht vor dem Leben" als ethischer Maßstab taugt, um die grenzenlose Macht der biotechnologischen Entwicklung zu bändigen.
Der Autor bedient sich einer philosophiegeschichtlichen und kulturkritischen Methode, die Schweitzers Ansätze mit erkenntniskritischen Überlegungen von Denkern wie Jaspers und Heidegger in einen Dialog stellt.
Es wird der technologische Fortschritt als grenzüberschreitendes Phänomen analysiert, die Unzulänglichkeit einer rein technisch-naturwissenschaftlichen Weltdeutung kritisiert und die Tragfähigkeit einer "konfliktethischen Verantwortung" erörtert.
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie "Ehrfurcht vor dem Leben", "biotechnologische Entwicklung", "Verantwortung" und die kritische Auseinandersetzung mit dem "Machbarkeitsparadigma" gekennzeichnet.
Er kritisiert, dass Lebewesen durch die Gentechnik auf isolierbare Gen-Informationen reduziert werden, was das originäre Eigenleben negiert und eine gefährliche, monokausale Verengung der ethischen Maßstäbe fördert.
Dies bezeichnet eine ethische Gesinnung, die sich nicht auf den Menschen allein beschränkt, sondern alles lebendige Sein in die moralische Verantwortung einbezieht, was den Menschen vor ein ständiges, schmerzhaftes Abwägen in ethischen Konflikten stellt.
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