Wissenschaftliche Studie, 2003
10 Seiten
1. Rechtliche Dimensionen von Dolmetschereinsätzen
1.1 Übernahme von Dolmetscherkosten für Krankenbehandlung
2. Die sozialrechtliche Einordnung
2.1 Rechtsprechung zur Kostenübernahme
2.2 Abgrenzung zur ärztlichen Behandlung
3. Rechtliche Aspekte im juristischen Bereich
3.1 Dolmetscher bei Gerichtsverhandlungen
3.2 Anspruch auf unentgeltliche Beiordnung
4. Dolmetscherkosten im Zivilprozess
Die vorliegende Arbeit untersucht die differenzierte rechtliche Situation von Dolmetschereinsätzen im Sozial- und Gesundheitswesen sowie im Justizwesen, um zu klären, unter welchen Bedingungen ein Anspruch auf Kostenübernahme für Sprachmittler besteht.
Übernahme von Dolmetscherkosten für Krankenbehandlung
Betroffen ist in der vorgenannten Entscheidung eine türkische Staatsangehörige kurdischer Volkszugehörigkeit (Klägerin), die, genau wie ihr Ehemann, von Sozialhilfe lebt; hier nach § 2 Asylbewerberleistungsgesetz. Die gesetzliche Krankenversicherung hat aufgrund einer vorliegenden posttraumatischen Belastungsstörung bei der Klägerin in einer Einzelfallentscheidung sich bereit erklärt, die Übernahme der Kosten für eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für 40 Sitzungen in Höhe der jeweils gültigen Vertragssätze zu übernehmen.
Die Klägerin beantragte beim Sozialhilfeträger die Übernahme von Dolmetscherkosten für einen Dolmetscher für die Sprache kurdisch-kurmanci, da Familienangehörige und andere freiwillig helfende Personen für das Dolmetschen nicht mehr zur Verfügung stünden. Der Antrag wurde durch den Sozialhilfeträger abgelehnt, weil neben den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung kein weiterer Bedarf gesehen wurde.
Nach Auffassung des OVG Lüneburg besteht ein Anspruch der Klägerin, weil es im SGB keine gesetzliche Regelung hinsichtlich der Dolmetscherkosten gibt. Die gesetzliche Krankenversicherung ist demnach nicht zur Übernahme der Dolmetscherkosten verpflichtet. Eine Verpflichtung gibt es lediglich beim Sozialhilfeträger durch § 37 BSHG; der Krankenhilfe. Hier sind Dolmetscherkosten ausdrücklich mit erfasst.
Rechtliche Dimensionen von Dolmetschereinsätzen: Diese Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der Notwendigkeit und der rechtlichen Finanzierbarkeit von Dolmetschereinsätzen.
Die sozialrechtliche Einordnung: Das Kapitel analysiert anhand von Fallbeispielen und Gerichtsbeschlüssen die Zuständigkeit der Sozialhilfeträger bei der Übernahme von Sprachmittlungskosten in der medizinischen Versorgung.
Rechtliche Aspekte im juristischen Bereich: Hier wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen ein Dolmetscher in Gerichtsverhandlungen zwingend erforderlich ist und ob ein Anspruch auf staatliche Finanzierung von Sprachmittlern in der Verteidigung besteht.
Dolmetscherkosten im Zivilprozess: Dieser Abschnitt erörtert die Erstattungsfähigkeit von Dolmetscherkosten im Rahmen zivilrechtlicher Streitigkeiten und die Eigenverantwortung der Prozessparteien.
Dolmetscher, Sprachmittlung, Sozialhilferecht, Krankenbehandlung, Kostenübernahme, Asylbewerberleistungsgesetz, BSHG, Gerichtsverhandlung, Recht auf Gehör, Patientenaufklärung, Rechtsanspruch, Bundessozialhilfegesetz, Zivilprozess, Kostenerstattung.
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik der Kostenübernahme für Dolmetscher in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere in der Krankenversorgung und bei juristischen Verfahren.
Die zentralen Themen sind das Sozialhilferecht, das Arzthaftungsrecht sowie die prozessrechtlichen Anforderungen an die Sprachmittlung im Justizsystem.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wann ein rechtlicher Anspruch auf die Finanzierung von Dolmetschern besteht und wo die Grenzen der staatlichen Verpflichtung zur Kostenübernahme liegen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse aktueller Rechtsprechung, insbesondere von Beschlüssen und Urteilen verschiedener Verwaltungs- und Sozialgerichte.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Abgrenzung zwischen Krankenhilfe und ärztlicher Behandlung sowie die Voraussetzungen für die Hinzuziehung von Dolmetschern bei Gericht.
Wichtige Begriffe sind Sozialhilferecht, Dolmetscherkosten, Krankenbehandlung, Prozessrecht und das Gebot der effektiven Verständigung.
Der Träger sah keinen weiteren Bedarf neben den Leistungen der Krankenversicherung und argumentierte, dass die Dolmetscherkosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse gedeckt seien.
Es verdeutlicht, dass eine wirksame Einwilligung in einen ärztlichen Eingriff nur erfolgen kann, wenn der Patient den Inhalt versteht, was bei Sprachbarrieren den Einsatz eines Dolmetschers zwingend erforderlich macht.
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