Diplomarbeit, 2001
189 Seiten, Note: Ausgezeichnet
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Die Arbeit strebt danach, die Einbeziehung von Tieren in die Ethik als unerlässlich zu erweisen. Sie argumentiert, dass dies nicht nur durch eine Erweiterung der bestehenden Axiologie erreichbar ist, sondern eine grundlegend neue Sichtweise erfordert. Daraus soll sich eine neu überdachte Integration und Berücksichtigung von Tieren im Rechtssystem ergeben.
Kapitel 1 beleuchtet die traditionellen Säulen der Axiologie und zeigt deren Schwächen auf. Es analysiert die Gottesebenbildlichkeit und die Vernunft als Grundlage für die menschliche Sonderstellung und untersucht, wie diese Argumente durch die moderne Wissenschaft und die Berücksichtigung tierischer Fähigkeiten widerlegt werden.
Kapitel 2 beleuchtet die Theorien von Peter Singer und Jean-Claude Wolf, die sich mit der Frage der Tierrechte auseinandersetzen. Es wird das Argument der Ersetzbarkeit und die Tötungsfrage im Kontext der Tierethik diskutiert.
Kapitel 3 erörtert die Notwendigkeit einer pathozentrischen Rechtstheorie und die damit einhergehende Frage nach Eigenrechten für Tiere. Es werden die rechtlichen Verhältnisse in Österreich beleuchtet und die Notwendigkeit einer Erweiterung des Kreises der Rechtsträger herausgestellt.
Die zentralen Themen der Arbeit sind Tierrechte, Axiologie, pathozentrische Rechtstheorie, Ethik, Anthropozentrismus, Rechtsphilosophie, Tierforschung, Rechtssubjektivität, Rechtsobjekt, Gerechtigkeit.
Der Autor argumentiert, dass eine Weiterentwicklung des Rechts hin zum „Tier als Rechtssubjekt“ die einzig konsequente Folge einer gerechten Ethik ist, um Tiere nicht länger als reine Objekte zu behandeln.
Diese Theorie stellt die Leidensfähigkeit (Pathozentrik) in den Mittelpunkt und fordert, dass alle empfindungsfähigen Wesen aufgrund ihrer Interessen Schutz und Eigenrechte erhalten sollten.
Er dekonstruiert die „Säulen“ der Gottesebenbildlichkeit und der Vernunft, die bisher dazu dienten, dem Menschen eine moralische Sonderstellung einzuräumen und Tiere rechtlos zu stellen.
Obwohl § 285a ABGB besagt, dass Tiere keine Sachen sind, werden sie in der Praxis meist wie Rechtsobjekte behandelt, was der Autor als „rechtspolitische Sinnlosigkeit“ kritisiert.
Singer ist ein Pionier der modernen Tierethik, der das Prinzip der gleichen Interessenabwägung vertritt und die Tötungsfrage sowie das Argument der Ersetzbarkeit kritisch beleuchtet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

