Diplomarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
3. Definition Pädophilie
3.1. Nicht fachspezifische Definition
3.2. Fachspezifische Definition nach Krafft-Ebing
3.3. Medizinische und psychologische Definition nach ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und DSM-IV der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA)
3.3.1. Definition Persönlichkeitsstörungen nach ICD-10 und DSM-IV
3.3.2. Definition Pädophilie nach ICD-10
3.3.3. Definition Pädophilie nach DSM-IV
3.4. Definition Pädophilie (Pädosexualität) nach Martin Dannecker
3.5. Begriffsproblematik
4. Historische Kenntnisse
5. Gesetzliche Grundlagen gemäß des Strafgesetzbuches
5.1. Die Paragraphen des Dreizehnten Abschnitts
6. Erklärungsmodelle zur Entstehung/Ursachen der Pädosexualität
6.1. Psychoanalytischer Ansatz zur Pädosexualität
6.2. Ansatz der sozialen Lerntheorie
6.3. Das Vier-Faktoren-Modell nach Finkelhor
7. Typologien pädosexueller Täter
7.1. Typologie nach Groth
7.2. Typologie nach Simkins
7.3. Typologie nach Seibowski
7.4. Typologie nach Schorsch
8. Strategien pädosexueller Fremdtäter
8.1. Wahl der Opfer
8.2. Die Kontaktaufnahme
8.3. Vorbereitung bzw. Verführung des Opfers
8.4. Die Aufrechterhaltung
9. Pädosexuellenbewegung in Deutschland inklusive der Selbstdarstellung von der AG-Pädo
9.1. Die AG-Pädo
10. Vollzug/Therapie von Pädosexuellen
10.1. Strafaussetzung zur Bewährung und Führungsaufsicht
10.2. Sozialtherapeutische Behandlung im Vollzug gemäß § 9 StVollzG
10.2.1. Die Therapie
10.2.1.1. Die Therapiesziele
10.2.1.2. Die Therapie mit Medikamenten
10.3. Freiheitsentziehende Maßregeln
11. Darstellung des Sozialen Dienstes der JVA-Halle II (SothA)
11.1. Herangehensweise
11.2. Die Konzeption der JVA-Halle II (SothA)
11.3. Die Aufgaben der Diplom-SozialpädagogInnen des Sozialen Dienstes der JVA-Halle II (SothA)
12. Interview mit Herrn P. vom 24. März 2006
12.1. Herangehensweise
12.2. Das Interview
12.3. Persönliche, kritische Beurteilung des Herrn P.
13. Zusammenfassung
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Phänomen der Pädosexualität aus einem nicht eindimensionalen Blickwinkel zu betrachten und fundierte sozialpädagogische Handlungsansätze für den Umgang mit dieser Klientel zu entwickeln, wobei der Fokus primär auf der Täterseite und der präventiven Arbeit liegt.
6. Erklärungsmodelle zur Entstehung/Ursachen der Pädosexualität
„Über die Entstehung und die Ursachen von Pädosexualität ist nur wenig bekannt und die Suche nach den Ursachen gleicht einem Puzzle. Einzelne Teile ergeben für sich noch keine umfassende Erklärung. Setzt man sie aber zusammen, so wird das Bild deutlicher.“ Es stellt sich ebenso die Frage, warum bei einem Teil der Menschen diese Neigung vorhanden ist.
Naheliegend ist, dass das Zusammentreffen einer Vielzahl von Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Individuum diese oder jene spezifische sexuelle Identität und Praxis erlebt. Es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle zur Entstehung der Pädosexualität, von denen hier einige in diesem Kapitel vorgestellt werden. Es wird versucht hinreichend auf die Faktoren einzugehen und die Ursachen zu klären.
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, das Tabuthema Pädosexualität differenzierter zu betrachten und plädiert für die Bedeutung der Täterarbeit als präventiven Opferschutz.
3. Definition Pädophilie: Dieses Kapitel arbeitet die begriffliche Uneinheitlichkeit auf und führt den Fachbegriff der „Pädosexualität“ ein, um der komplexen Problematik besser gerecht zu werden.
4. Historische Kenntnisse: Es wird ein Rückblick in die Antike gegeben, um aufzuzeigen, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern kein modernes Phänomen ist, sondern in verschiedenen Epochen unterschiedlich bewertet wurde.
5. Gesetzliche Grundlagen gemäß des Strafgesetzbuches: Die Arbeit erläutert die relevanten Paragraphen des Strafgesetzbuches, die den Schutz vor sexuellem Missbrauch von Kindern regeln, sowie deren Verschärfungen durch Gesetzesänderungen.
6. Erklärungsmodelle zur Entstehung/Ursachen der Pädosexualität: Hier werden zentrale Theorien wie der psychoanalytische Ansatz, die soziale Lerntheorie und das Vier-Faktoren-Modell nach Finkelhor zur Ergründung der Ursachen vorgestellt.
7. Typologien pädosexueller Täter: Verschiedene wissenschaftliche Ansätze (u.a. nach Groth, Simkins, Seibowski) werden genutzt, um Tätergruppen zu systematisieren und die Komplexität des Phänomens greifbarer zu machen.
8. Strategien pädosexueller Fremdtäter: Dieses Kapitel beleuchtet die gezielten Manipulations- und Vorgehensweisen von Tätern, von der Opfersuche bis zur langfristigen Aufrechterhaltung der Machtposition.
9. Pädosexuellenbewegung in Deutschland inklusive der Selbstdarstellung der AG-Pädo: Eine kritische Analyse der Bewegungen und Organisationen, die versuchen, Pädosexualität zu normalisieren oder politisch zu legitimieren.
10. Vollzug/Therapie von Pädosexuellen: Untersuchung der Möglichkeiten der Täterbehandlung im Strafvollzug, der Rolle der Sozialtherapie und der Zielsetzungen therapeutischer Interventionen.
11. Darstellung des Sozialen Dienstes der JVA-Halle II (SothA): Ein praxisorientierter Einblick in die Konzeption und die spezifischen sozialpädagogischen Aufgabenbereiche innerhalb einer sozialtherapeutischen Anstalt.
12. Interview mit Herrn P. vom 24. März 2006: Ein qualitatives Interview mit einem verurteilten Sexualstraftäter bildet die Grundlage für eine kritische Fallanalyse und Reflexion durch die Autorin.
13. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung von präventiver Aufklärungsarbeit und der Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit im Umgang mit dem Täterphänomen.
Pädosexualität, Pädophilie, Täterarbeit, Sexualstraftäter, Prävention, Strafvollzug, Sozialtherapie, Manipulation, Täterstrategien, Opfer, sexuelle Entwicklung, Gesetzliche Grundlagen, Erklärungsmodelle, Resozialisierung, Intervention.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Pädosexualität, beleuchtet die Täterseite, analysiert Erklärungsmodelle für dieses Verhalten und diskutiert Möglichkeiten der sozialpädagogischen Intervention und Täterbehandlung.
Im Zentrum stehen die definitorische Klärung, rechtliche Rahmenbedingungen, psychologische Ursachenmodelle, die Typisierung von Tätern, deren Strategien sowie Konzepte der Resozialisierung und Therapie im Strafvollzug.
Das Ziel ist es, einen differenzierten Denkansatz für das Tabuthema zu liefern und Ansätze aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Täterarbeit wirksamer Opferschutz und Prävention geleistet werden können.
Die Autorin kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen Einzelfallanalyse in Form eines geführten Interviews mit einem verurteilten Sexualstraftäter.
Der Hauptteil erstreckt sich über theoretische Erklärungen zur Genese pädosexueller Neigungen, die Kategorisierung von Tätertypen, die Analyse der Täterstrategien und die detaillierte Darstellung des sozialtherapeutischen Vollzugs.
Pädosexualität, Täterarbeit, Prävention, Resozialisierung, Sozialtherapie und psychologische Erklärungsmodelle sind die zentralen Begriffe der Publikation.
Das Interview dient der Konfrontation mit der Realität einer Straftat und ermöglicht die Verknüpfung theoretischer Erkenntnisse mit einer praktischen Biografie, um Täter-Biografien besser verstehen zu können.
Die Autorin betont die herausragende Bedeutung des Internets, da zu diesem sensiblen Phänomen kaum aktuelle Fachliteratur verfügbar ist.
Sie plädiert für eine bessere Vernetzung zwischen Justiz und Sozialdiensten sowie eine verpflichtende therapeutische Einbindung von Straftätern, um das Rückfallrisiko aktiv zu minimieren.
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