Examensarbeit, 2005
90 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
2 Kindheit im Wandel
2.1 Wandel der kindlichen Lebenswelt
2.2 Trends im Wandel der kindlichen Lebenswelt
3 Die Ganztagsschule
3.1 Definition und Struktur von Ganztagsschulen
3.2 Einführung der Ganztagsschulen
3.2.1 Die Situation in Baden-Württemberg
3.2.2 Lage im Schulamtsbezirk Mosbach
4 Sport in der Schule
4.1 Der Schulsport
4.2 Der Sportunterricht
4.3 Bewegungsangebote und -möglichkeiten
5 Sport im Verein
5.1 Bedeutung des Sportvereins
5.2 Motive Sport zu treiben
5.3 Vereinssport
5.4 Vereinsdefinition
6 Die Kooperation von Schule und Verein
6.1 Begriffserklärung
6.2 Entwicklung der Kooperationen in Baden-Württemberg
6.3 Rahmenbedingungen und Organisation
6.4 Motive für eine Kooperation von Schule und Verein
6.5 Zielsetzungen und Möglichkeiten der Kooperation
6.5.1 Ziele und Motive der Schule einer Kooperation
6.5.2 Ziele und Motive des Vereins einer Kooperation
6.6 Vor- und Nachteile für beide Partner
6.6.1 Nachteile, Probleme und Kritik
6.6.2 Vorteile einer Zusammenarbeit
6.7 Zusammenfassung
7 Die Bedeutung -Kooperation Schule-Verein- im Hinblick auf Ganztagsschulen
8 Empirische Untersuchung im Schulamtsbezirk Mosbach
8.1 Ziel der Untersuchung
8.2 Zu den Fragestellungen der Untersuchung
8.2.1 Fragebogen für die Gemeinde/Stadt
8.2.2 Fragebogen für den Verein
8.2.3 Fragebogen für die Schule
8.3 Die Vorgehensweise
9 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
9.1 Struktur der untersuchten Kooperationen
9.1.1 Grundlegende Ergebnisse
9.1.2 Die Inhalte der Angebote
9.2 Strukturelle Größen
9.2.1 Größe des kooperierenden Vereins
9.2.2 Struktur der betreuten Gruppe
9.3 Merkmale der befragten Personen
9.3.1 Das Alter und Geschlecht der Übungsleiter
9.3.2 Die Qualifizierung der Übungsleiter in der Kooperation
9.3.3 Die Vertreter der Kooperation an der Schule
9.4 Verhältnis der Partner innerhalb der Kooperation
9.4.1 Kontaktaufnahme mit dem späteren Kooperationspartner
9.4.2 Verhältnis der Kooperationspartner aus Sicht des Vereins
9.4.3 Zufriedenheit mit der bestehenden Kooperation
9.4.4 Zufriedenheit mit dem Übungsleiter des Vereins
9.5 Ziele und Erwartungen der Schule und des Vereins
9.6 Finanzierung
10 Schlussbetrachtung
10.1 Perspektiven
10.2 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen im Kontext der Einführung von Ganztagsschulen im Schulamtsbezirk Mosbach, mit dem Ziel, die praktische Zusammenarbeit, die Motive der beteiligten Partner sowie Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
2.1 Wandel der kindlichen Lebenswelt
Bei der genauen Betrachtung eines typischen Tagesablaufs von Schulkindern heutzutage ist in erschreckender Weise festzustellen, dass sich die Kindheit von einer Bewegungswelt zur Sitzwelt gewandelt hat. Nach dem Aufstehen, sitzen die Kinder am Frühstückstisch, anschließend fahren sie mit dem Auto, Bus oder Zug „sitzend“ zur Schule. Während dem Unterricht gilt es auch dort brav auf seinem Platz zu sitzen. Auch die Heimfahrt nach der Schule verläuft keineswegs anders. Das gleiche Bild gibt es beim Mittagessen und am Schreibtisch bei den Hausaufgaben. Sind diese erledigt, bleibt noch die Freizeit für „Spielen“ im Zimmer bzw. am Computer. Zum Abendessen trifft sich die Familie am Tisch, bevor man sich dann gemütlich auf die Couch zum Fernsehen oder Lesen fallen lässt. Der Tag endet ebenso, bewegungsarm, liegend im Bett.
Wo bleibt also noch Zeit für Bewegung?
Das Sitzen und die damit verbundene mangelnde Bewegung ist sowohl für die Wirbelsäule, als auch den gesamten Bewegungsapparat gefährlich. Hierdurch können Dysbalancen und Haltungsschwächen entstehen. Eine ermüdete oder schwach ausgebildete Muskulatur ist, neben anderen, wie z. B. ADS, hauptverantwortlich für das zappelige Verhalten vieler Schüler und sorgt für schlechte Aufmerksamkeit. Bereits 30% der Kinder in der Bundesrepublik leiden an Übergewicht, mit steigender Tendenz. Erschrecken löst das Ergebnis der Kinderärzte der Bundesrepublik Deutschland aus: „Nur jeder 10. Jugendliche ist gesund“. Ursache ist das Bewegungsdefizit der Kinder und Jugendliche.
Wissenschaftler sprechen von einer „Verhäuslichung“ der Kindheit. Wie oft spielen Kinder noch im Freien? Selten sieht man Kinder auf der Straße. Eltern begründen dies mit der gefährlichen Verkehrssituation und der steigenden Anzahl der Autos. Die Kindheit spielt sich heute in der Regel in der Kleinfamilie ab. Spielen unter freiem Himmel darf nur noch selten und, nach Möglichkeit, unter Aufsicht der Eltern, stattfinden. Einerseits überwiegen die Ängste der Eltern, ihrem Kind könne etwas zustoßen, andererseits verschwinden immer mehr Spielräume und Freiflächen durch eine ausufernde Bebauung und einer enormen Zunahme des Straßenverkehrs.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel der kindlichen Lebenswelt und begründet die Relevanz von Sport für die ganzheitliche Entwicklung sowie die Rolle der Ganztagsschule.
2 Kindheit im Wandel: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von einer aktiven „Bewegungswelt“ zur passiven „Sitzwelt“ bei Kindern, bedingt durch Medienkonsum und veränderte Lebensumstände.
3 Die Ganztagsschule: Es werden Struktur, Definitionen und die politische Zielsetzung der Ganztagsschule sowie deren Umsetzung im Raum Baden-Württemberg erläutert.
4 Sport in der Schule: Der Status Quo des Schulsports, seine Bedeutung und die Herausforderungen im Rahmen des schulischen Alltags werden kritisch betrachtet.
5 Sport im Verein: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung des Sportvereins als Ort der Identitätsbildung, sozialen Integration und als Gegenpol zum unstrukturierten Freizeitverhalten.
6 Die Kooperation von Schule und Verein: Die Rahmenbedingungen, Motive und Herausforderungen einer institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein werden detailliert beschrieben.
7 Die Bedeutung -Kooperation Schule-Verein- im Hinblick auf Ganztagsschulen: Die Autorin diskutiert die Chancen und Herausforderungen für Vereine durch die Ganztagsbetreuung.
8 Empirische Untersuchung im Schulamtsbezirk Mosbach: Hier werden Ziel, Fragestellung und Vorgehensweise der durchgeführten Umfrage unter Kommunen, Schulen und Vereinen dargelegt.
9 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Studie zu Kooperationsstrukturen, Motiven und Zufriedenheit der Beteiligten werden analysiert.
10 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen und schließt mit persönlichen Erkenntnissen der Autorin.
Ganztagsschule, Sportverein, Schulsport, Kooperation, Bewegungsdefizit, Lebenswelt, Gesundheitsförderung, Integration, Vereinssport, Bildungsauftrag, motorische Entwicklung, Vereinsarbeit, Schulsportkooperation, Sportpädagogik, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der zunehmenden „Verhäuslichung“ und Inaktivität von Kindern und untersucht, wie Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen im Kontext der Ganztagsschule einen positiven Beitrag zur Bewegungsförderung leisten können.
Zu den Kernbereichen gehören der Wandel der kindlichen Lebenswelt, die Konzepte der Ganztagsschule in Baden-Württemberg sowie die Rolle und Funktion von Sportvereinen bei der Förderung von Bewegung und sozialer Kompetenz.
Das Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung im Schulamtsbezirk Mosbach den Status Quo der Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen zu erfassen, Motive und Hindernisse der Zusammenarbeit zu identifizieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung mittels Fragebögen, die an Kommunen, Schulen und Sportvereine im Schulamtsbezirk Mosbach versandt wurden, um quantitative und qualitative Daten zur aktuellen Zusammenarbeit zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kindheit, Schule und Verein sowie in eine detaillierte Darstellung und Interpretation der empirischen Ergebnisse, die die Kooperationspraxis vor Ort beleuchten.
Wichtige Begriffe sind Ganztagsschule, Kooperation, Sportverein, Schulsport, Bewegungsdefizit, Integration und Gesundheitsförderung.
Die Schulen stehen oft vor dem Problem der zeitlichen Überlastung, mangelnder Ressourcen und der Sorge, dass externe Übungsleiter als Eingriff in die eigene Unterrichtsplanung wahrgenommen werden könnten.
Die Autorin betont, dass Kooperationen aufgrund der finanziellen Nöte der öffentlichen Hand zunehmend wichtiger werden, um den Bildungs- und Sportauftrag zu erfüllen, und plädiert für ein Miteinander statt eines Gegeneinanders zwischen Lehrkräften und Vereinsvertretern.
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