Diplomarbeit, 2005
83 Seiten, Note: gut - sehr gut
1. Motivation und Lernen
1.1 Motivation – eine Begriffsklärung
1.1.1 Motiv und Motivation
1.1.2 Ein Prozessmodell der Motivation
1.2 Leistungsmotivation
1.2.1 Risikowahl-Modell
1.2.2 Bezugsnorm-Orientierung
1.3 Anschlussmotivation – soziale Bindung als Motiv
1.4 Lernmotivation
1.4.1 Lernen
1.4.2 Was ist Lernmotivation?
1.4.3 (Lern-)Motivation und Emotionen
1.5 Intrinsische und extrinsische Motivation
1.5.1 Unterschied zwischen intrinsisch und extrinsisch
1.5.2 Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan
1.5.3 Flow-Erleben
1.6 Interesse und Lernmotivation
1.7 Zusammenfassung
2. E-Learning
2.1 Begriffsbestimmung von E-Learning
2.2 Spezielle Merkmale von E-Learning
2.3 E-Learning und selbstgesteuertes Lernen
2.4 Zusammenfassung
3. Förderung der Lernmotivation
3.1 Zum Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis
3.2 Stellenwert der Motivation für den Lernerfolg
3.3 Motivierung als didaktische Aufgabe
3.4 Vorschläge zur Steigerung der Lernmotivation
3.5 Motivationsförderung in verschiedenen Lern-Handlungsphasen
3.6 Demotivierung verhindern
3.7 Zusammenfassung
4. Motivationsförderung im E-Learning
4.1 Motivation durch Multimedialität und Neuigkeitseffekt
4.2 Motivierende Elemente in Lernprogrammen
4.2.1 Grundlegende Gestaltungsprinzipien
4.2.2 Das ARCS-Modell
4.2.3 Der FEASP-Ansatz – Lehrstrategien zur Beeinflussung von Emotionen
4.2.4 Adaptive Lehr-/Lernsysteme, tutorielle Systeme
4.3 Motivationsbeeinflussende Faktoren bei den Lernenden
4.3.1 Lernprobleme beim E-Learning
4.3.2 Subjektive Anforderungen an E-Learning – eine Typologie
4.4 Motivationsfaktoren bei den Lehrenden
4.4.1 Organisatorische Einbettung und Rahmenbedingungen von E-Learning
4.4.2 Eine neue Rolle für die Lehrenden
4.5 Kommunikation und Kooperation
4.6 Motivation als Thema der Praxis-Literatur
4.7 Zusammenfassung
5. Umsetzung in die Praxis
5.1 Zielsetzung und Rahmenbedingungen der Lehrveranstaltung
5.2 Erfahrungen aus dem Pilotprojekt
5.3 Motivationsfördernde Massnahmen
6. Zusammenfassung und Schluss
Diese Arbeit zielt darauf ab, theoretische Ansätze und praktische Strategien zur Förderung der Lernmotivation im E-Learning zu identifizieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lernende für computergestützte Lernumgebungen motiviert werden können und welche Faktoren dabei für Lehrende sowie die Gestaltung der Lernprogramme entscheidend sind.
1.1.2 Ein Prozessmodell der Motivation
Ein Handlungsverlauf lässt sich in mehrere Abschnitte aufteilen. Heckhausen hat ein entsprechendes Modell entwickelt, in welchem sich die Bedeutung motivationaler Aspekte in den verschiedenen Handlungsphasen differenziert beschreiben lässt. Es schreibt in der Einleitung zur Beschreibung seines sog. Rubikon-Modells der Handlungsphasen:
Ein grosses Problem der Motivationspsychologie ist die Vielfalt dessen, was der Motivationsbegriff alles bezeichnet. So unterschiedliche Phänomene wie Wünsche, Entschlussbildung, und Handlung werden mit dem Motivationsbegriff verbunden. Eine Möglichkeit, diese Vielfalt einzugrenzen, besteht in dem Versuch, den Geschehensablauf des Motiviertseins in ‹natürliche›, d.h. eigenständig erscheinende Phasen aufzuteilen. (Heckhausen 1989, 203)
In seinem Modell der Handlungsphasen unterscheidet Heckhausen vier Phasen: (1) In der ersten, der prädezisionalen Phase, geht es um das Abwägen von möglichen Handlungsalternativen. Diese Phase findet ihr Ende mit der Intentionsbildung, der Entscheidung, eine Aktion zu starten, eine gewisse Handlung in Betracht zu ziehen. Hier wird ‹der Rubikon überschritten›, die Entscheidung ist gefallen. (2) Die präaktionale Phase dient dazu, auf die Gelegenheit der Handlungsausführung zu warten oder aber, diese aktiv herbeizuführen, bis dann in der Phase der (3) Intentionsrealisierung (Aktionsrealisierung) die Handlung ausgeführt wird. (4) Am Schluss steht die motivationale Phase der Handlungsbewertung: Aus den gemachten Erfahrungen werden Lehren gezogen, die bei künftigen ähnlichen Handlungsentscheidungen dann wieder einbezogen werden.
Motivation und Lernen: Vermittelt grundlegende psychologische Theorien zu Motivation, Leistungsmotivation und Lernmotivation sowie deren Bedeutung für das Lernen.
E-Learning: Definiert E-Learning, beschreibt seine besonderen Merkmale wie Interaktivität und Adaptivität und diskutiert den Zusammenhang mit selbstgesteuertem Lernen.
Förderung der Lernmotivation: Untersucht, wie Lernmotivation didaktisch gefördert werden kann, unter Berücksichtigung von Theorie und Praxis sowie der Vermeidung von Demotivation.
Motivationsförderung im E-Learning: Überträgt motivationstheoretische Ansätze spezifisch auf E-Learning-Szenarien, einschließlich Mediengestaltung und der Rolle von E-Tutoren.
Umsetzung in die Praxis: Beschreibt anhand eines konkreten Pilotprojekts, wie Motivationsförderung in einer Lehrveranstaltung geplant und angepasst wurde.
Zusammenfassung und Schluss: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zieht Schlussfolgerungen für die Gestaltung motivierender E-Learning-Umgebungen.
Motivation, Lernmotivation, E-Learning, Selbstgesteuertes Lernen, Leistungsmotivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, ARCS-Modell, FEASP-Ansatz, E-Tutor, Blended Learning, Interaktivität, Adaptivität, Instruktionsdesign, Online-Lernen.
Die Arbeit untersucht, wie Lernende in E-Learning-Umgebungen motiviert werden können und welche theoretischen Ansätze sowie praktischen Strategien dafür existieren.
Schwerpunkte sind die psychologischen Grundlagen der Motivation, die spezifischen Anforderungen an die E-Learning-Gestaltung sowie didaktische Methoden zur Steigerung der Lernmotivation.
Ziel ist es, eine Übersicht über wesentliche Theorien zu bieten und Empfehlungen für Lehrende zu sammeln, um E-Learning-Veranstaltungen motivationsfördernd zu gestalten.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende motivationspsychologische Forschungsergebnisse synthetisiert und diese auf das spezifische Feld des E-Learning anwendet, ergänzt um Praxiserfahrungen aus einem Pilotprojekt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Kap. 1), Begriffsbestimmungen und Merkmale des E-Learning (Kap. 2), allgemeine Motivationsförderung (Kap. 3) sowie die spezifische Anwendung auf E-Learning (Kap. 4) und eine Praxisevaluation (Kap. 5).
Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben "E-Learning" und "Lernmotivation" auch "Selbststeuerung", das "ARCS-Modell" sowie die Unterscheidung zwischen "intrinsischer" und "extrinsischer" Motivation.
E-Learning verlangt aufgrund der räumlichen und zeitlichen Flexibilität ein hohes Maß an Eigeninitiative. Da die Lernenden oft ohne unmittelbare soziale Kontrolle lernen, ist die Fähigkeit zur Selbstregulation essenziell für den Lernerfolg.
Basierend auf dem FEASP-Ansatz wird empfohlen, Fehler als Lernchancen zu begreifen, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und durch transparente Leistungsbewertung Ängste und Neid abzubauen.
Der Lehrende wandelt sich vom reinen Wissensvermittler zum Moderator, Lernprozessbegleiter und technischen Unterstützer, dessen Aufgabe es ist, soziale Präsenz aufzubauen und die Kooperation der Lernenden zu fördern.
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