Diplomarbeit, 2005
189 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Der verwendete Begriff Feuilleton
3. Entstehung und Entwicklung des Feuilleton
3.1 Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg
3.2 Die Zeit der Weimarer Republik
3.3 Das Dritte Reich
3.4 Die Nachkriegsjahre
3.5 Zusammenfassung
4. Studien aus dem Untersuchungszeitraum
4.1 Die Kulturjournalisten
4.2 Das Publikum
4.3 Der Kulturbegriff
4.4 Das Feuilleton
4.5 Zusammenfassung
5. Die Diskussion um das Feuilleton heute
5.1 Die ökonomischen Bedingungen
5.2 Die inhaltlichen Erweiterungen
5.3 Die Kritik
5.3.1 Niveauverlust der klassischen Kritik
5.3.2 Hinwendung zur Unterhaltungskultur
5.3.3 Boulevardisierung
5.3.4 Selbstinszenierung
5.3.5 Fixierung auf den Augenblick
5.4 Die andere Seite
5.4.1 Die Generationenfrage
5.4.2 Der Leser und seine Interessen
5.4.3 Die Herangehensweise
5.5 Zusammenfassung
6. Exkurs Pop
6.1 Popliteratur → Popjournalismus → literarischer Journalismus?
7. Zusammenfassung und Begriffsbestimmung
8. Hypothesen
9. Methodik der Untersuchung
9.1 Die Inhaltsanalyse
9.1.1 Anforderungen
9.1.2 Die Grundgesamtheit
9.1.3 Die Stichprobe
9.2 Die Leitfadengespräche
10. Der Seitenumfang des Feuilletons
11. Die Bebilderung
12. Die Darstellungsformen
13. Besondere Stilformen
14. Die Themen
15. Der Fokus der Berichterstattung
16. E- und U-Kultur
17. Zusammenfassung der Ergebnisse und Hypothesenüberprüfung
18. Empfehlungen
19. Forschungsperspektive
20. Literaturverzeichnis
21. Anhang
Anhang 1: Die Leitfadengespräche
Anhang 2: Tabellen
Anhang 3: Codebuch
Die vorliegende Arbeit untersucht den thematischen und stilistischen Wandel des überregionalen deutschen Feuilletons im Zeitraum von 1985 bis 2005. Ziel ist es, die Entwicklung von einem klassischen, rezensionsgeprägten Ressort hin zu einem entgrenzten „Pop-Feuilleton“ zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob diese Modernisierungsansätze den Anschluss an eine breitere Leserschaft fördern konnten oder in einer Krise endeten.
3. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES FEUILLETONS
3.1 Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg: Als Vorläufer des Feuilletons gilt der „Gelehrte Arti kel“, dessen Entstehung auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück datiert werden kann. Wie der Titel bereits verrät behandelten diese Artikel vorwiegend Nachrichten über gelehrte Per sonen und deren Arbeit sowie erstaunliche Naturereignisse.8 Ernst-Friedrich Meunier und Hans Jessen lokalisieren die Geburt des Feuilletons auf das Jahr 1731 als die „Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburger unpartheyischen Korresponden ten“ zum ersten Mal erschien. Zu deren Themen zählte auch die Buchbesprechung. Damit entstand „die Grundlage unseres modernen Feuilletons, die Kulturkritik“9. Bodo Rollka ver weist 70 Jahre nach der Gesamtdarstellung der Feuilletongeschichte von Meunier und Jessen darauf, dass die Forschung inzwischen die Geburtsstunde auf den 28. Januar 1800 datiere, als der Abbé Geoffrey im Annoncen-Beiblatt des „Journal des Débats“ begann, seine Theaterkri tiken zu veröffentlichen – laut Rollka vor allem zum Zwecke der Unterhaltung10. Feuilleton steht dabei erst einmal für nicht mehr als eine neutrale buchbinderische Bezeichnung für ein Heftchen von acht Seiten, das den Journalen als Beiblatt mitgegeben wurde. Ihr Hauptzweck war die Bereitstellung eines anregenden Umfeldes für die Anzeigen.11. Die Journal-Beilagen waren bald so beliebt, dass man sie ins Hauptblatt aufnahm, nun im unteren Viertel oder Drit tel der Seite durch einen dicken Strich abgetrennt - daher der Ausdruck: Unter dem Strich.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfragen zur Entwicklung des Feuilletons.
2. Der verwendete Begriff Feuilleton: Definition der verschiedenen Bedeutungsdimensionen des Feuilletons als journalistische Form und Ressort.
3. Entstehung und Entwicklung des Feuilleton: Historischer Abriss von den Anfängen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
4. Studien aus dem Untersuchungszeitraum: Überblick über wissenschaftliche Erkenntnisse zum Selbstverständnis von Kulturjournalisten und deren Publikum.
5. Die Diskussion um das Feuilleton heute: Analyse aktueller Debatten über ökonomische Zwänge und inhaltliche Neuausrichtungen.
6. Exkurs Pop: Beleuchtung des Phänomens "Pop" als Diskussionsgegenstand des jungen Feuilletons.
7. Zusammenfassung und Begriffsbestimmung: Synthese der Ergebnisse und Begriffsklärung für die vorliegende Untersuchung.
8. Hypothesen: Formulierung der forschungsleitenden Annahmen über den Rückgang klassischer Formen und die Zunahme populärer Elemente.
9. Methodik der Untersuchung: Darstellung des methodischen Vorgehens mittels Inhaltsanalyse und Experteninterviews.
10. Der Seitenumfang des Feuilletons: Analyse der quantitativen Entwicklung der Seitenkapazitäten.
11. Die Bebilderung: Untersuchung des grafischen Aufwands und der Nutzung von Illustrationen.
12. Die Darstellungsformen: Analyse der Nutzung verschiedener journalistischer Genres.
13. Besondere Stilformen: Untersuchung spezieller Merkmale wie "Ich-Erzählung" und Ironie.
14. Die Themen: Untersuchung der inhaltlichen Schwerpunkte und der Ausweitung des Kulturbegriffs.
15. Der Fokus der Berichterstattung: Analyse der Ausrichtung auf Ereignisse, Personen oder Betriebsabläufe.
16. E- und U-Kultur: Untersuchung der Vermischung von Hoch- und Populärkultur.
17. Zusammenfassung der Ergebnisse und Hypothesenüberprüfung: Abgleich der Hypothesen mit den empirischen Ergebnissen.
18. Empfehlungen: Zusammenfassende Einschätzung des Autors und Ausblick.
19. Forschungsperspektive: Aufzeigen von Forschungslücken und Anregungen für zukünftige Studien.
20. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
21. Anhang: Detaillierte tabellarische Auswertungen und Forschungsunterlagen.
Feuilleton, Kulturjournalismus, Popliteratur, Popjournalismus, Inhaltsanalyse, Medienwandel, Kulturkritik, Zeitungsgeschichte, Boulevardisierung, Hochkultur, Populärkultur, Rezension, journalistische Darstellungsformen, Printmedien, Feuilletonforschung.
Die Arbeit untersucht den Wandel des Kulturjournalismus in überregionalen deutschen Zeitungen zwischen 1985 und 2005, insbesondere die Entwicklung vom klassischen, kunstorientierten Feuilleton hin zu einem stärker populär ausgerichteten "Pop-Feuilleton".
Zentrale Themen sind die inhaltliche Ausweitung des Kulturbegriffs, die Veränderung journalistischer Darstellungsformen, das Selbstverständnis der Feuilletonredakteure sowie der Einfluss ökonomischer Krisen auf die Gestaltung der Kulturressorts.
Das Ziel ist es, auf Basis einer Inhaltsanalyse und von Experteninterviews nachzuweisen, ob sich das Feuilleton tatsächlich nachhaltig gewandelt hat und ob der Begriff des "Pop-Feuilletons" ein adäquates Instrument zur Beschreibung dieser Entwicklungen ist.
Es werden eine quantitative Inhaltsanalyse von über 2100 Artikeln über einen Zeitraum von 20 Jahren sowie qualitative Leitfadengespräche mit leitenden Feuilletonredakteuren und Protagonisten des Kulturjournalismus durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten (Seitenumfang, Themen, Darstellungsformen, Stilmittel) sowie in die Analyse der internen Feuilletondebatten und Experteninterviews.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Feuilleton, Kulturjournalismus, Popkultur, Inhaltsanalyse, Medienwandel, Boulevardisierung und Rezensionskritik beschreiben.
Der Autor führt den Historikerstreit von 1986 als Keimzelle des "politischen Feuilletons" an, da hier kulturelle Ressorts begannen, komplexe gesellschaftliche Debatten über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus zu führen.
Die Konfliktlinie verläuft zwischen einer etablierten Generation, die das Feuilleton als bewahrenden Ort der Hochkultur sieht, und einer jüngeren Generation, die das Ressort für Alltagskultur, Ironie und persönliche Subjektivität öffnen möchte.
Der Begriff wird oft als Kampfbegriff verwendet, um unseriöse oder oberflächliche journalistische Praktiken abzuwerten, während Befürworter ihn als notwendige Öffnung zur Lebenswirklichkeit der Leser verteidigen.
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