Diplomarbeit, 2006
153 Seiten, Note: 2,0
A Führung
1 Einleitung
1.1 Abgrenzung
1.2 Erweiterter Definitionsversuch
1.3 Stand der Führungsforschung
1.4 Historische Einordnung
2 Sozialpädagogisch relevante Blickwinkel auf Führung
2.1 Der soziologische Blickwinkel
2.2 Der psychologische Blickwinkel
2.3 Der „rein“ pädagogische Blickwinkel
2.4 Der politische Blickwinkel
2.5 Der ökonomische Blickwinkel
2.6 Der rechtliche Blickwinkel
2.7 Schlussfolgerungen
3 Führungshandeln als sozialpädagogisch relevanter Kern von Führung
3.1 Handlungstheorie und Führung
3.2 Führung und Kommunikation
3.3 Führung und Interaktion
3.4 Überleitung auf den Erziehungskontext im engeren Sinn
B Führung und Erziehung
4 Personal-situativer Bezugsrahmen der Führung und Erziehung
4.1 Führen und Erziehen von Einzelnen
4.2 Führen und Erziehen (von und) in Gruppen
4.3 Führen und Erziehen (von und) in Organisationen
5 Führung und Verlässlichkeit versus fehlende Führung
5.1 Innere Verlässlichkeit
5.2 Äußere und vorgegebene Verlässlichkeit
5.3 Gewissheitsorientierung vs. Ungewissheitsorientierung der Beteiligten
5.3.1 Bedingungen von Veränderung und deren Bedeutung für die Geführten und die Führer
5.3.2 Wirkung der Wahrnehmung
5.4 Schlussfolgerungen
6 Einflussfaktoren auf die Führung in der Erziehung
6.1 Die Geführten als „treibende“ beziehungsweise „bremsende“ Kraft
6.2 Das Umfeld von Führern und Geführten und seine Bezüge
6.3 Das Weltbild von Führer(n) und Geführten
6.4 Die Wirkungen der Kultur
6.4.1 Wirkung(en) unterschiedlich kultureller Orientierung(en) auf die Führung in der Erziehung
6.4.2 Kulturelle Orientierungen als bestimmender Faktor für die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten
6.4.3 Determinieren unterschiedliche kulturelle Orientierungen die Führung im Erziehungskontext
6.5 Zusammenhang
7 Erziehungskontextrelevante Modelle der Führung und exemplarische Handlungsformen darin
7.1 Exemplarische Modelle
7.1.1 Führen und Erziehen über Ziele
7.1.2 Führen und Erziehen nach dem Prinzip der Ausnahme
7.1.3 Führen und Erziehen durch Motivation
7.1.4 Führen und Erziehen nach einer Art Regelkreis
7.2 Empfehlungen aus den Führungsmodellen für den Erziehungskontext
8 Diskussion um Führung als eine notwendige Prämissen von Erziehung?
8.1 Das erzieherische Element in der Führung und umgekehrt
8.1.1 Unterschiedlichkeit der Führungselemente nach Erziehungsstil und Menschenbild
8.1.2 Unterschiedliche Ausprägung der Führungsstärke- und tiefe je nach Erziehungsstil
8.1.3 Überzeugung / Überredung / Zwang –aktuelle gesamtgesellschaftliche geforderte Tendenzen und deren Bedeutung für die Führungselemente in der Erziehung-
8.1.4 Wirkung von Überzeugung für die Führung – Beschränkung der Möglichkeiten für die Beteiligten oder legitimer Anspruch?
8.2 Zusammenhang und Zwischenergebnis
9 Bedeutung des „notwendigen“ Elementes Führung für Erziehung und Kritik daran
9.1 Führen oder Wachsenlassen –Ein bekannter Widerspruch-
9.2 Führung –ein verbal „verdecktes“ Instrument von Erziehung-?
9.3 Grenzen der Erziehung = Grenzen der Führung
9.4 Zusammenhang
9.5 Aktuelle Tendenzen und Unterschiede angewandter Führungselemente in der Erziehung
9.5.1 Interaktion; Kommunikation und der Umgang mit Hindernissen und Hemmnissen
9.5.2 Ergebnis
10 Blick auf Besonderheiten von Führung aufgrund unterschiedlicher Erziehungskontexte
10.1 Im familiären Kontext
10.2 Im schulischen Kontext
10.3 Im betrieblichen Kontext
10.4 Im kirchlichen Kontext
10.5 Zusammenhang
11 Beispielhafte Würdigung einiger Ergebnisse und exemplarische Konkretisierungen am Beispiel ausgewählter Erziehungseinrichtungen und Institutionen
11.1 Orte frühkindlicher Erziehung
11.1.1 Familie
11.1.2 Kindertagesstätten
11.2 Orte der Jugend- und Heimerziehung
11.2.1 Wohngruppen
11.2.2 Betreutes Jugendwohnen
11.3 Andere Orte der Erziehung
11.3.1 Betriebliche Einrichtungen
11.3.2 Peergroups
C Erziehungskontextrelevante Wirkungen und Grenzen von Führung
12 Erziehungskontextrelevante Wirkungen von Führung
12.1 Motivation
12.2 Partnerschaft
12.3 Konflikt
12.4 Zusammenhang
13 Erziehungskontextrelevante Grenzen der Führung
13.1 Führung und Opposition
13.2 Führung und „Krieg“
13.3 Zusammenhang
D Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Verbindung zwischen Führung und Erziehung als sozialpädagogisches Grundproblem zu untersuchen und nachzuweisen, dass Führung in der Erziehung – trotz notwendiger Abgrenzung – eine unübersehbare Notwendigkeit darstellt. Die Arbeit hinterfragt dabei, wie Führung unter verschiedenen sozialpädagogischen Blickwinkeln definiert ist und welche Rolle sie im Erziehungskontext einnimmt.
5.1 Innere Verlässlichkeit
Kinder brauchen Verlässlichkeit. Ihre Bezugspersonen müssen für Sie erwartbar und vorhersehbar handeln, damit Sie ein Grundvertrauen entwickeln. Wie ich im erweiterten Definitionsversuch dargelegt habe, bedeutet Führung (gleich ob innere oder äußere Führung) notwendigerweise immer Veränderung. Ein Führungskraft initiiert sozusagen die Veränderung, erkennt Sie als eigenständige Aufgabe. Das bedeutet nun für die Frage, wer denn überhaupt Führungskraft wird beziehungsweise sich in die Rolle einer Führungskraft begibt, zweierlei. Zum einen muss die Führungskraft zunächst der Veränderung gegenüber so eingestellt sein, dass sie die Veränderung nicht grundlegend ablehnt. Die Einstellung zur Führung muss „passen“. Zum anderen muss sie so handeln, dass die Veränderung auch gelingt oder zumindest vorstellbar gelingen kann. Um nun die Frage zu beantworten wer dazu bereit ist, blicke ich nun zunächst auf die sozialen Bedingungen für Veränderung. Die innere Verlässlichkeit ist etwas, das sozusagen im Menschen angelegt und entwickelt ist und oder aber gerade auch durch die Umwelt nachhaltig gefestigt wird. So zeigen die Untersuchungen zur frühkindlichen Entwicklung, dass der Einfluss von Bindung (als Umweltbedingung) hierauf wesentlich ist. Über die Frage ob ein Kind grundlegendes Vertrauen oder grundlegendes Misstrauen entwickelt, entscheiden im wesentlichen vier Prozesse. Die Bezugsperson muss für das Kind sowohl intern verlässlich wie auch extern vorhersehbar sein (Konsistenz, Kontinuität, und Gleichartigkeit der Erfahrungen sind wichtig). Das Kind entwickelt daraus dann ein Gefühl des Selbstvertrauens und die Fähigkeit mit seinen Bedürfnissen umzugehen. Genau dieses Gefühl bildet dann später die Grundlage für die Identitätsentwicklung. Da dieses Vertrauen wesentlich sozialer Natur ist, gründet es sich auf Kommunikation und Interaktion zwischen Kind und Bezugsperson. Das hat nun für die Frage ob jemand zur Führungskraft wird oder nicht bereits wesentlichen Einfluss.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Vorgehensweise und Zielsetzung, Führung im Erziehungskontext als soziales Handeln unter Berücksichtigung verschiedener Blickwinkel zu verstehen.
2. Sozialpädagogisch relevante Blickwinkel auf Führung: Verschiedene professionsspezifische Perspektiven (Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Politik, Ökonomie, Recht) werden beleuchtet, um ein fundiertes Verständnis von Führung zu generieren.
3. Führungshandeln als sozialpädagogisch relevanter Kern von Führung: Handlungstheoretische Aspekte werden eingeführt, um den Kern des Führungshandelns – Soziales Handeln, Kommunikation und Interaktion – zu konkretisieren.
4. Personal-situativer Bezugsrahmen der Führung und Erziehung: Die Arbeit differenziert zwischen dem Führen von Einzelnen, Gruppen und in Organisationen, um die situativen Kontexte der Erziehung zu sortieren.
5. Führung und Verlässlichkeit versus fehlende Führung: Es wird untersucht, inwiefern innere und äußere Verlässlichkeit sowie Gewissheitsorientierung beeinflussen, wer die Rolle einer Führungskraft annimmt.
6. Einflussfaktoren auf die Führung in der Erziehung: Die Rolle der Geführten, das Umfeld, Weltbilder und kulturelle Orientierungen werden als wesentliche Einflussfaktoren analysiert.
7. Erziehungskontextrelevante Modelle der Führung und exemplarische Handlungsformen darin: Gängige allgemeine Führungsmodelle werden auf ihre Anwendbarkeit im pädagogischen Kontext hin reflektiert.
8. Diskussion um Führung als eine notwendige Prämissen von Erziehung?: Das erzieherische Element in der Führung wird hinterfragt und die Notwendigkeit von Führung als Prämisse erzieherischen Handelns erörtert.
9. Bedeutung des „notwendigen“ Elementes Führung für Erziehung und Kritik daran: Die kritische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Führen und Wachsenlassen steht hier im Fokus.
10. Blick auf Besonderheiten von Führung aufgrund unterschiedlicher Erziehungskontexte: Die Anwendung der Führungselemente in spezifischen Feldern wie Familie, Schule, Betrieb und Kirche wird vergleichend betrachtet.
11. Beispielhafte Würdigung einiger Ergebnisse und exemplarische Konkretisierungen am Beispiel ausgewählter Erziehungseinrichtungen und Institutionen: Konkrete Orte der Erziehung werden herangezogen, um die theoretischen Überlegungen zu illustrieren.
12. Erziehungskontextrelevante Wirkungen von Führung: Wirkungsweisen wie Motivation, Partnerschaft und Konflikt werden als Kategorien zur Beschreibung der Führungseinflüsse verwendet.
13. Erziehungskontextrelevante Grenzen der Führung: Grenzen der Führung werden anhand der Kategorien Opposition und Krieg verdeutlicht.
D Fazit: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die untrennbare Notwendigkeit von Führung und Erziehung.
Führung, Erziehung, Sozialpädagogik, Menschwerdung, Kommunikation, Interaktion, Handlungstheorie, Führungshandeln, Zielorientierung, Erziehungsstile, Verlässlichkeit, Kulturelle Orientierung, Ziellandschaft, Persönlichkeitsentwicklung, Führungskontexte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbindung von Führung und Erziehung als einem zentralen sozialpädagogischen Grundproblem.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Führung, die Rolle von Kommunikation und Interaktion im Erziehungsprozess sowie die situativen und kulturellen Einflussfaktoren auf das Führungshandeln.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Führung in der Erziehung nicht nur ein notwendiges Instrument, sondern ein untrennbarer Bestandteil erzieherischen Handelns ist, das verantwortungsbewusst gestaltet werden muss.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen, soziologischen und psychologischen Diskursen sowie auf die Analyse verschiedener Führungsmodelle.
Der Hauptteil befasst sich mit dem personal-situativen Bezugsrahmen, verschiedenen Einflussfaktoren wie Kultur und Weltbildern sowie den Wirkungen und Grenzen von Führung im Erziehungskontext.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Führung, Erziehung, Sozialpädagogik, Menschwerdung, Kommunikation und Interaktion geprägt.
Die Ziellandschaft (z. B. Menschwerdung) dient als Antrieb für das soziale Handeln. Ohne ein gemeinsames Ziel bzw. eine Richtung ist Führung im pädagogischen Kontext nicht sinnvoll zu begründen.
Es dient als Gegenpol zur Führung. Die Arbeit zeigt, dass eine gelungene Erziehung eine ausbalancierte Kombination aus Führen und Wachsenlassen erfordert.
Im betrieblichen Kontext rücken betriebliche Ziele stärker in den Vordergrund, während in der Familie die Erziehung zur Menschwerdung und das Grundvertrauen im Vordergrund stehen.
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