Diplomarbeit, 2006
126 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Kapitel: Das Vorspiel
1.1. Englische Public Schools verbreiteten das Spiel und entwarfen die Regeln.
1.2. Das Proletariat gegen den Gentlemen: Die Professionalisierung in England musste kommen:
1.3. Wie sich Fußball in Deutschland durchsetzen konnte!
1.4. Fußball im Ruhrgebiet, Fußballkultur zwischen Arbeit, Gemeinschaft und Ehrlichkeit
1.4.1. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg:
1.4.2. Wie der Fußballvirus die Unterschicht infizierte.
1.4.3. Fußball in der Zwischenkriegszeit im Ruhrgebiet:
1.4.4. Fußball nach dem zweiten Weltkrieg im Ruhrgebiet:
1.4.5. Die Gemeinde, der Fußball und die Zusammenarbeit.
1.4.6. Nachdem Bundesligaskandal blieben die Zuschauer aus und die Stadien leer:
1.5. FC Gelsenkirchen-Schalke 04.
1.6. Die Legende
1.7. Von der Wiesn zum Platz, vom Platz zur Kampfbahn, von der Kampfbahn zum Stadion, und vom Stadion zur Arena.
1.7.1. Die deutsche Entwicklung von Spielstätten
1.8. Vom bürgerlichen Ballspiel zum Wiener Phänomen.
1.8.1. Die Entwicklung des Wienerfußballs bis zum ersten Weltkrieg.
1.8.2. Ein „Long-Pass“ aus Oxford und was die Wiener dann mit dem Ball machten.
1.8.3. Der österreichische Weg zu Professionalisierung:
1.8.4. Fußball in Wien um 1910
1.8.5. Erstmals „Österreich“ bei einen öffentlichen Bewerb
1.8.6. Ist der Fußballsport ideal für das Militär?
1.8.7. Der „englische Sport“!
2. Kapitel: Medialisierung des Fußballs – Welche Bedeutung haben Firmen, Ausrüster und Sponsoren?
2.1. Wer hat den Überblick: Der Zuschauer im Stadion oder der Zuschauer vor dem Fernsehen?
2.1.1. Entwicklung des Fernseh-Marktes in England
2.1.2. Die Entwicklung des Fernseh-Marktes in Deutschland und eine kurze Darstellung des österreichischen Marktes
2.1.3. Der Ablauf einer Fußballfernsehsendung am Beispiel „Volltreffer“ in ATV
2.1.4. Motive der Fernsehanstalten
2.2. Die Lizenzvergabe im Fußball
2.2.1 Zentral- oder Einzelvermarktung der TV-Rechte?
2.3. Der Einfluss der Medien auf das Spiel!
2.3.1. Wie die Industrie Fußball als Werbeplattform entdeckt hat und der Fußball seine Seele verliert!
2.3.2. Den Anfang machten die Gönner und Mäzen
2.3.3. Welche Ziele verfolgen Unternehmen mit dem Sportsponsoring
2.3.4. Was bietet der Fußballverein dem Sponsor?
2.4. Die Fanartikelvermarktung: Vom Fanschal bis zur Autoversicherung
2.4.1. Umsätze durch Merchandising und Licensing. Probleme und Grenzen der Fanartikelvermarktung
2.5. Vom Fußballverein zur Kapitalgesellschaft
2.6. Das „Bosman-Urteil“
2.7. Zwei Beispiele was passieren kann, wenn Fußball nebensächlich wird.
3. Kapitel: Die Typologie von Vereinsanhängern, Fans, Zuschauern und Kunden im Stadion!
3.1. Der Fan und seine Identität
3.1.1. Identifikation
3.1.2 Identität
3.2. Der Begriff Fan, begeisterter Anhänger
3.3. Unterscheidungsgruppen:
3.3.1. Der Fußballzuschauer
3.3.2 Klassifizierungen von Fans
3.3.2.1. Der konsumorientierte bzw. kritische Fan
3.3.2.2. Kritischer Kunde
3.3.2.3. Der fußballzentrierte, jugendliche Fan
3.3.2.4. Die erlebnisorientierten Fans
3.3.2.5. Der jugendliche Fan
3.3.2.6. Der gewaltbereite Fan, der eintretende Fan und der Hooligan
3.4. Hooligans in England (UK)
3.4.1. 1985 änderte sich viel für Fußballfans.
3.5. Hooligans in Deutschland
3.5.1. Die Polizei und ihre Taktik
3.5.2. Zivilisationstheoretischer Ansatz
3.5.3. Fazit und Ausblick über die Gewalt im und um Fußball
3.6. Rassismus, Antisemitismus und Sexismus im Fußball
3.6.1. Fremdenfeindlichkeit im Amateurfußball
3.6.2. Schwulenfeindlichkeit im Fußballmilieu
3.6.3. Sexismus im Stadion – Raum für Frauen?
4. Kapitel: Gesänge, Riten, Symbole, Mythos, Territorium und Krieg
4.1. Von Primärreaktionen zum Gesang
4.1.1. Keine Schlachtgesänge ohne Vorsänger!
4.2. Traditionen, Reliquien, Riten, Mythos und materielle Symbole. Wer ist der bessere Fan? Was hat Religion mit dem Fanverhalten zu tun.
4.2.1. Normen und Werte
4.2.2. Tradition
4.2.3. Emotionen:
4.3. Religiöse Elemente
4.3.1. Riten und das Ritual
4.3.2. Gesten und Symbole
4.3.3. Fußball unter dem Aspekt von „Heiligkeit“ und „Stammeswesen“.
4.4. Ein kriegerischer Wettsport
4.5. Der Aberglaube
4.6. Die Traditionsvereine
Die Diplomarbeit führt eine qualitative Inhaltsanalyse durch, um die vielschichtigen Faktoren zu untersuchen, die auf den Profifußball einwirken, seine historische Entwicklung zu beleuchten und das Phänomen des Stadionbesuchs sowie die Einzigartigkeit des Sports zu erklären.
1.2. Das Proletariat gegen den Gentlemen: Die Professionalisierung in England musste kommen:
Der Amateurismus war ursprünglich eine Erfindung bzw. eine Idee der nachbürgerlichen Klassengemeinschaft, um sich „den Proleten vom Hals zu halten“. Jedoch durch heftige Gegenwehr der spielenden Bevölkerung wurde 1866 die Amateur-Klausel auch Gentleman-Klausel genannt ab geschaffen.
Auf Druck der damaligen Arbeitervereine wurde eine Profiliga in England installiert. Diese Profiliga startete 1888 mit den damals bekannten Mannschaften. Es wurde im einen Meisterschaftsmodus gespielt, in dem es eine Hin- und eine Rückrunde gab. 1892 wurde zusätzlich eine zweite Liga (ebenfalls Profiliga) eingeführt.
„Die Professionalisierung war untrennbar mit der Gründung der beiden Ligen verbunden, denn ohne die Gründung einer Liga hätte der Professionalismus nicht überleben können, dar Pokalspiele mit ihrem K.O.-System nicht kontinuierlich und ausreichend Geld abwarfen. Die League hingegen garantierte mit ihrem „Jeder gegen Jeden System“ allen Beteiligten Einnahmen über die gesamte Saison“ (Aschenbeck, 1998, S. 15).
Um ärmere Clubs zu schützen, wurden zwischen 1893 und 1908 erste Transferbestimmungen eingeführt, somit wurde die Ablöse eines Spielers genau geregelt. Erst 1960 wurde in England die Gehaltsobergrenze für Profifußballspieler aufgelöst.
1. Kapitel: Das Vorspiel: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des Fußballs in England, dessen Ausbreitung und Professionalisierung sowie die spezifische Entwicklung in Deutschland und Österreich.
2. Kapitel: Medialisierung des Fußballs – Welche Bedeutung haben Firmen, Ausrüster und Sponsoren?: Hier wird die untrennbare Verbindung zwischen Fußball und Medien sowie die zunehmende Kommerzialisierung und Vermarktung des Sportes analysiert.
3. Kapitel: Die Typologie von Vereinsanhängern, Fans, Zuschauern und Kunden im Stadion!: Dieses Kapitel klassifiziert die verschiedenen Zuschauertypen und untersucht die Identifikation der Fans sowie Gewaltphänomene und gesellschaftliche Spannungsfelder.
4. Kapitel: Gesänge, Riten, Symbole, Mythos, Territorium und Krieg: Der Fokus liegt hier auf dem rituellen, symbolischen und kriegerischen Charakter des Fußballs, der oft als Religionsersatz fungiert.
Fußball, Soziologie, Fankultur, Hooliganismus, Medialisierung, Kommerzialisierung, Professionalisierung, Identifikation, Sponsoring, Stadiongeschichte, Rituale, Vereinsidentität, Gewalt im Fußball, Fans, Sportgeschichte
Die Diplomarbeit befasst sich mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und historischen Zusammenhängen des Fußballsports und analysiert seine Entwicklung von einem bürgerlichen Freizeitvergnügen bis hin zu einem massenmedialen Phänomen.
Zentrale Themen sind die historische Genese der Regeln und Vereine, die Medialisierung und Kommerzialisierung, die Fan-Typologie sowie die soziologische Bedeutung von Symbolen, Riten und Gewalt im Fußballkontext.
Ziel ist es aufzuzeigen, welche Faktoren auf den Fußball wirken, wie sich der Sport historisch entwickelt hat, wer die Stadien besucht und was den Fußballsport so einzigartig macht.
Es handelt sich um eine qualitative Inhaltsanalyse von Texten, Dokumenten und Statistiken, ergänzt durch Beobachtungen und eigene Erfahrungen des Autors.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die wirtschaftliche Medialisierung und Kommerzialisierung sowie eine detaillierte soziologische Typisierung von Fans und Anhängern.
Wichtige Begriffe sind Fankultur, Hooliganismus, Sponsoring, Identifikation und die Professionalisierung des Fußballs.
Der konsumorientierte Fan sucht das Unterhaltungserlebnis und wägt Leistungen gegen Kosten ab, während der fußballzentrierte Fan eine starke, dauerhafte emotionale Bindung an den Verein zeigt und diesen als zentralen Bestandteil seines Alltags begreift.
Der Autor steht der Medialisierung kritisch gegenüber, da sie das Fußballerlebnis im Stadion durch eine "Inszenierung" verändert, die Komplexität reduziert und oft zur Kriminalisierung von Fans durch stigmatisierende Berichterstattung beiträgt.
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