Magisterarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
TEIL I: LITERATURKRITISCHER HINTERGRUND
1. Die Tradition der Gothic novel
1.1. Eine Definition des Begriffs ‚Gothic’
1.2. Die Gattung der Gothic novel
1.3. Merkmale
1.4. Die Gothic novel am Ende des 19. Jahrhunderts
2. Der Doppelgänger
2.1. Begriffliche Definition
2.2. Entwicklung, Formen und Funktionen
2.2.1. Der ‚Ur’-Doppelgänger
2.2.2. Entzweites Individuum
2.2.3. Alternierende Persönlichkeit
2.3. Der Doppelgänger und die Psychoanalyse
2.4. Dualität und Gothic novel: Der spätviktorianische Doppelgänger
TEIL II: HISTORISCHER KONTEXT
1. Das Fin de siècle
1.1 Lebensraum: Die Metropole
1.2 Wissenschaft
1.2.1 Degeneration
1.2.1.1 Darwin
1.2.1.2 Lombroso
1.2.1.3 Nordau
1.2.2 Hysterie und Persönlichkeitsspaltung: Janet und Freud
1.3 Lebensstil
1.3.1 Ästhetizismus und Dekadenz
1.3.2 Sexualität
TEIL III: TEXTANALYSE
1. The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde
1.1. Entstehung
1.2. Jekyll and Hyde und Jack the Ripper
1.3. Hyde
1.3.1. Das Experiment
1.3.2. Ein Fall von Persönlichkeitsspaltung und Hysterie
1.3.3. Die Rückkehr des Verdängten
1.3.3.1. Der Hypokrit
1.3.3.2. Verdrängte Sexualität
1.3.3.2.1. Prostitution
1.3.3.2.2. „Male ties“: Homosexualität
1.3.4. Der kriminelle Gentleman
1.4. Der Schauplatz
1.4.1. Jekylls Hintertür
1.4.2. Die Großstadt
2. The Picture of Dorian Gray
2.1. Entstehung
2.2. Dorians Formung
2.2.1. Paradiesische Idylle
2.2.2. Versuchung
2.3. Dorians Fall
2.3.1. Ästhetisierung des Lebens
2.3.1.1. Künstler und Kunstwerk
2.3.1.2. Schönheitskult
2.3.1.3. Homoerotik
2.3.2. Das Portrait
2.3.2.1. Der Spiegel des Narziss
2.3.2.2. Degeneration
2.3.3. Doppelleben
2.3.3.1. „Seelengeheimnis“
2.3.3.2. Verbrechen und Sünde
2.3.3.3. Das Labyrinth
3. Fazit
Die Arbeit untersucht das Motiv des Doppelgängers in Robert Louis Stevensons „Dr Jekyll and Mr Hyde“ und Oscar Wildes „The Picture of Dorian Gray“, um den Konflikt zwischen gesellschaftlichen Konventionen und individuellen Neigungen im spätviktorianischen England („fin de siècle“) darzustellen, der unweigerlich zum menschlichen Verfall führt.
1.3.3.1. Der Hypokrit
Jekyll kennt die Problematik der divergierenden Interessen von öffentlichem und privatem Leben nur zu gut. Der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Obligationen und dem Bedürfnis nach Vergnügung, „pleasures“ (JH 42, 45, 46), führt zu dem krampfhaften Versuch, sozialen Konventionen zu entsprechen und persönliche Wünsche zu unterdrücken. Das Resultat ist eine „profound duplicity of life“ (42), die Jekyll lange bevor Hyde auf der Bildfläche erscheint, betreibt (Miyoshi 298). Sein Problem ist „a certain gaiety of disposition“, welche er nur schwer mit seinem „imperious desire to carry [his] head high, and wear a more than commonly grave countenance before the public” (42) vereinen kann. Die Erwartungen an sich selbst sind so hoch, dass Jekyll ob der Vergnügungen, denen er sich hinter dem Rücken der Öffentlichkeit hingibt, ein immens schlechtes Gewissen bekommt, welches er damit zu entschuldigen versucht, dass sich wohl viele Männer mit solchen ‚Unvereinbarkeiten’ schmücken würden: „Many a man would have even blazoned such irregularites“ (42). Die „irregularities”, die im Grunde also für jeden anderen Nichtigkeiten wären, betrachtet und versteckt er „with an almost morbid sense of shame.“ (ibid.)
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ängste und den Zerfall des Fin de siècle, die in den Gothic novels der Zeit ihren Ausdruck finden.
TEIL I: LITERATURKRITISCHER HINTERGRUND: Dieser Teil bietet einen Überblick über die Gothic novel und die Entwicklung des Doppelgängermotivs als sozialkritisches Element.
TEIL II: HISTORISCHER KONTEXT: Hier werden die zeitgenössischen Ängste vor Degeneration, die Rolle der Metropole London und neue wissenschaftliche Erkenntnisse (Darwin, Lombroso, Freud) analysiert.
TEIL III: TEXTANALYSE: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Untersuchung der beiden Romane „Dr Jekyll and Mr Hyde“ und „The Picture of Dorian Gray“ hinsichtlich ihrer thematischen Schwerpunkte.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie beide Werke das „andere Gesicht der Viktorianik“ durch das Motiv des Doppelgängers und die Auseinandersetzung mit unterdrückten Trieben aufzeigen.
Viktorianik, Fin de siècle, Gothic novel, Doppelgänger, Degeneration, Sexualität, Doppelleben, Ästhetizismus, Dekadenz, Identitätskrise, Hysterie, Metropole, Psychologie, Narzissmus, Triebverdrängung
Die Arbeit analysiert das „andere Gesicht“ der viktorianischen Ära, indem sie untersucht, wie gesellschaftliche Zwänge und Doppelmoral im spätviktorianischen England den inneren Verfall des Einzelnen provozieren.
Zentral sind die literarische Tradition der Gothic novel, die Entwicklung des Doppelgängermotivs, der historische Kontext des Fin de siècle sowie die Analyse von Identität, Verdrängung und psychologischer Abspaltung.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Robert Louis Stevensons „Dr Jekyll and Mr Hyde“ und Oscar Wildes „The Picture of Dorian Gray“ den Konflikt zwischen gesellschaftlichen Konventionen und individuellen Neigungen durch das Doppelgängermotiv darstellen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die durch historische Kontexte und psychologische Theorien (insbesondere der Psychoanalyse) ergänzt wird.
Im Hauptteil (Teil III) werden die beiden Romane einzeln analysiert, wobei Entstehung, die Rolle des Doppelgängers, der Schauplatz (London) und spezifische psychologische Phänomene wie Degeneration oder Sexualität untersucht werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Viktorianik“, „Fin de siècle“, „Gothic novel“, „Doppelgänger“, „Degeneration“ und „Doppelleben“ definiert.
London wird als „very active presence“ begriffen, deren Vielschichtigkeit und dunkle Seiten (Opiumhöhlen, Armut) als ideale Projektionsfläche für das Doppelleben der Protagonisten dienen.
Das Portrait fungiert als Spiegel der Seele und damit als Doppelgänger, der die moralische Verderbtheit des Protagonisten externalisiert und so dessen äußere Jugendlichkeit als Maske enthüllt.
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