Diplomarbeit, 2006
126 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Ziel
1.2 Aufbau der Arbeit
I THEORETISCHER TEIL
2 Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft. Einführung in Thema und Debatte
2.1 Begriffsklärungen
2.1.1 Politische Kommunikation
2.1.2 Politikvermittlung
2.1.3 Wahlkampf
2.1.4 Wahlkampagnen
2.2 Mediengesellschaft – Rahmenbedingungen im Wandel
2.2.1 Gesellschaftlicher Wandel
2.2.2 Medialer Wandel
2.3 Wissenschaftlicher Forschungsstand
2.4 Amerikanisierung oder Modernisierung der politischen Wahlkommunikation?
2.4.1 Merkmale
2.4.1.1 Personalisierung
2.4.1.2 Mediatisierung
2.4.1.3 Professionalisierung
2.4.2 Die Kontroverse
2.4.3 Wissenschaftlicher Forschungsstand
3 Theoretische Grundlagen der Analyse politischer Kommunikation
3.1 System- und Handlungstheorie als Erklärungsmodelle politischer Kommunikation
3.1.1 Systemtheoretische Analyse politischer Kommunikation
3.1.2 Handlungstheoretische Analyse politischer Kommunikation
3.2 Akteurstheoretische Analyse politischer Kommunikation
3.2.1 Constraints und binäre Codes
3.2.2 Struktur, Prozess und Funktion politischer Kommunikation
3.3 Die akteurstheoretische Analyse politischer (Online-) PR
4 Politische Öffentlichkeitsarbeit
4.1 Begriffsklärung
4.1.1 Definitionen von politischer PR
4.1.2 Abgrenzung zu politischer Werbung
4.1.3 Abgrenzung zu Propaganda
4.2 Die Entwicklung politischer Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland
4.3 Politische PR als Kommunikationsinstrument der politischen Akteure
4.3.1 Gesellschaftliche Funktionen
4.3.2 Aufgaben, Ziele und Instrumente
4.4 Wissenschaftlicher Forschungsstand
5 Das Internet als neues Medium politischer Public Relations
5.1 Begriffsklärungen
5.1.1 Internet
5.1.2 World Wide Web (WWW)
5.2 Potenziale der politischen Online-Kommunikation
5.2.1 Technisches Potenzial
5.2.2 Politisches Potenzial
5.3 Vorteile der politischen Online-Kommunikation
5.3.1 Vorteile für die politischen Akteure
5.3.2 Vorteile für die Wähler
5.4 Die Wähler im Internet: Wer ist online?
5.5 Politische Online-PR: Die Websites der Parteien
5.6 Wissenschaftlicher Forschungsstand
II EMPIRISCHER TEIL
6 Das Forschungsdesign
6.1 Konkretisierung der Fragestellung
6.2 Die Analyseeinheiten
6.3 Die Untersuchungsmethode
6.4 Kriterium und Kategorien der Analyse
7 Der Onlinewahlkampf 2005
7.1 Die Ausgangslage: Korporative PR-Akteure, Wahlkampf-Budgets und Re-Launches
7.1.1 Ausgangslage bei der SPD
7.1.2 Ausgangslage bei der CDU
7.1.3 Ausgangslage bei Bündnis 90/ Die Grünen
7.1.4 Ausgangslage bei der FDP
7.1.5 Ausgangslage bei der Linkspartei
7.2 Formate und Elemente des Online-Campaignings 2005
7.2.1 Kandidatensites
7.2.2 Online-Mobilisierung
7.2.3 Online-Fundraising
7.2.4 Negative Campaigning
7.2.5 Intranets
7.2.6 Weblogs
8 Formale Analyse der Parteien-Homepages
8.1 Kategorie Interaktivität
8.2 Kategorie Usabilität
8.3 Kategorie Informativität
8.4 Kategorie Multimedialität/ Design
8.5 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
9 Fazit und Ausblick
10 Literatur
11 Internetquellen
Diese Arbeit untersucht, wie politische Akteure im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2005 das Internet als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit genutzt haben, um Wähler zu überzeugen und ihre parteipolitischen Ziele zu verfolgen. Dabei steht die formale Analyse der Webauftritte der fünf im Bundestag vertretenen Parteien im Mittelpunkt.
Die akteurstheoretische Analyse politischer (Online-) PR
Die akteurstheoretische Analyse politischer Public Relations findet in erster Linie auf der Mesoebene, der Handlungsebene von Organisationen und Institutionen, statt. Analysiert werden „die Handlungen einzelner Organisationen als kollektive oder korporative Akteure“ (Jarren/ Donges 2002a: 23). Hier rücken die Akteure, die an den politischen Kommunikationsprozessen maßgeblich beteiligt sind, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Ihre durch die Constraints vorgegebenen Ziele, Mittel und Strategien, kurz: ihr rationales Handeln im politischen Produktionsprozess, stehen im Zentrum der Analyse.
Aufgrund der bereits erläuterten mediengesellschaftlichen Rahmenbedingungen (s. Punkt 2.2) und der funktionalen Ausdifferenzierung von Politik, bei der die professionelle (und meist mediale) Vermittlung von Politik eine Schlüsselrolle einnimmt, werden die Akteure der politischen Öffentlichkeitsarbeit, Profis in Sachen Politikvermittlung, immer wichtiger. Sie sind Träger neuer Normen und Rollensets und verbinden die politischen Akteure mit ihren Umwelten und grenzen diese zugleich voneinander ab (s. Punkt 3.2). Auf der Handlungsebene spielen sie mittlerweile die zentrale Rolle bei den Interaktionen sowohl zwischen Politiksystem und Mediensystem, als auch (und dies ist für die Verfasserin von besonderem Interesse) zwischen politischen Akteuren und der politischen Öffentlichkeit. Die politischen Öffentlichkeitsarbeiter „gehören zu einer teilautonomen Grenzorganisation des politischen Systems“ (Jarren/ Röttger 1999: 212), zum Subsystem politische Öffentlichkeitsarbeit (s. Punkt 3.2.2). In diesem Sinne definiert Tenscher (2000: 9) Politikvermittlung als „ein operatives Handlungsfeld des politischen Systems, dessen zentrale Leistung darin besteht, in der politischen Öffentlichkeit `Resonanzen´ im Interesse des politischen Systems zu erzeugen.“
Als „generalisierte Handlungsorientierungen“ (Gerhards 1994: 80) geben die systemischen Constraints abstrakte Ziele und erlaubte Mittel zur Erreichung dieser Ziele an (s. Punkt 3.2.1). Wie in Punkt 3.2.2 bereits kurz angeschnitten wurde, ist das oberste Ziel der politischen PR-Akteure zunächst ökonomischer Natur: Die Zufriedenheit des Kunden bzw. Auftraggebers mit der politischen Öffentlichkeitsarbeit der PR-Akteure, damit sie wieder engagiert und weiter empfohlen werden. Die politischen Akteure sind zufrieden, wenn sie ihr Ziel, also politische Macht, erreichen. Deshalb verfolgen die Akteure der politischen PR dieselben Ziele und unterwerfen sich der Systemlogik des Politiksystems: Sie gestalten Wahlkampfkommunikation im Auftrag der politischen Parteien, die im Sinne des systemimmanenten binären Codes ein Maximum an Wähler-
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Internets im Bundestagswahlkampf 2005 ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Nutzung des Internets durch politische PR-Akteure.
2 Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft. Einführung in Thema und Debatte: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe, analysiert gesellschaftliche sowie mediale Rahmenbedingungen und thematisiert die wissenschaftliche Debatte um Amerikanisierung oder Modernisierung.
3 Theoretische Grundlagen der Analyse politischer Kommunikation: Hier werden die theoretischen Fundamente gelegt, wobei die Akteurstheorie als Verknüpfung von System- und Handlungstheorie zur Analyse politischer Öffentlichkeitsarbeit herangezogen wird.
4 Politische Öffentlichkeitsarbeit: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der politischen PR, skizziert deren Entwicklung in Deutschland und reflektiert ihre Funktionen, Aufgaben und Instrumente.
5 Das Internet als neues Medium politischer Public Relations: Das Internet wird als Kommunikationsraum analysiert, dessen technisches und politisches Potenzial für die Online-PR der Parteien bewertet wird.
6 Das Forschungsdesign: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der formalen Analyse, begründet die Auswahl der Analyseeinheiten und operationalisiert das Kriterium Überzeugung.
7 Der Onlinewahlkampf 2005: Hier wird der spezifische Kontext der Bundestagswahl 2005 beleuchtet, einschließlich der Ausgangslage der Parteien sowie der genutzten Online-Formate und -Elemente.
8 Formale Analyse der Parteien-Homepages: Dieser Teil präsentiert die empirische Untersuchung der Webauftritte der fünf Parteien anhand der Kategorien Interaktivität, Usabilität, Informativität und Multimedialität/Design inklusive deren Bewertung.
9 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die künftige Gestaltung politischer Online-Kommunikation.
Politische Kommunikation, Online-PR, Bundestagswahlkampf 2005, Parteien, Internet, Online-Campaigning, Akteurstheorie, Interaktivität, Politische Öffentlichkeitsarbeit, Wahlkampf, Weblogs, Medien, Mobilisierung, Internetnutzung, Politische Partizipation
Die Arbeit analysiert, wie politische PR-Akteure das Internet als Instrument der politischen Öffentlichkeitsarbeit während des Bundestagswahlkampfes 2005 eingesetzt haben.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der politischen Kommunikation in einer Mediengesellschaft, die theoretische Einordnung mittels Akteurstheorie sowie eine empirische Untersuchung der Webseiten der fünf im Bundestag vertretenen Parteien.
Das Ziel ist es, mithilfe akteurstheoretischer Ansätze zu beschreiben und zu analysieren, wie effektiv die beauftragten PR-Akteure die Möglichkeiten des Internets zur Überzeugung der Wähler im Jahr 2005 genutzt haben.
Es wird eine formale Inhaltsanalyse der Startseiten (Homepages) der fünf relevanten Parteien-Webseiten durchgeführt, um deren Interaktivität, Usabilität, Informativität und Multimedialität zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung des Internetwahlkampfes 2005 und eine detaillierte formale Analyse der Webauftritte der Parteien SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Linkspartei.
Wichtige Begriffe sind Online-Campaigning, Politische Kommunikation, Akteurstheorie, PR-Strategien, Internet-Wahlkampf und die spezifische Analyse von Parteien-Webseiten unter dem Aspekt der Wählerüberzeugung.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Potenziale des Internets – insbesondere für einen dialogorientierten und interaktiven Austausch – im Wahlkampf 2005 bei weitem nicht ausgeschöpft wurden und das Internet eher wie ein klassisches Massenmedium genutzt wurde.
Die Arbeit diskutiert die Amerikanisierung als kontroverses Konzept und setzt diesem die Modernisierungsthese entgegen, um die Veränderungen in der deutschen Wahlkampfkommunikation besser zu erklären.
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