Examensarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 1,0
1. Bilingualer Sachfachunterricht - zweisprachig lernen und lehren
2. Bilingualer Sachfachunterricht: Politik - Englisch
2.1 Zur Situation des Fremdsprachenlernens in Deutschland
2.2 Rolle und Bedeutung der Arbeitssprache Englisch
2.3 Politik - ein Fach für bilingualen Unterricht?
2.4 Fazit
3. Integratives Sprach- und Inhaltslernen im bilingualen Politikunterricht
3.1 Die Bedeutung von Sprache im muttersprachlichen Politikunterricht
3.2 Fremdsprachenlernen im bilingualen Politikunterricht
3.2.1 Einsatz von Fremd- und Muttersprache - code-switching
3.2.2 Fehlerkorrektur bzw. Fehlertoleranz
3.2.3 Leistungsmessung bzw. Leistungsbewertung
3.3 Inhaltslernen im bilingualen Politikunterricht
3.4 Fazit
4. Interkulturelles Lernen im bilingualen Politikunterricht
4.1 Interkulturelle Kompetenz als Lernziel
4.2 Möglichkeiten zum interkulturellen Lernen im bilingualen Politikunterricht
4.3 Fazit
5. Anforderungen und Herausforderungen für Lehrer und Schüler im bilingualen Unterricht
5.1 Die Rolle des Lehrers im Unterricht und in der Vorbereitung: „Mehr und Anders“
5.2 Neue Anforderungen für Schüler: zwischen Motivation und Doppelbelastung
5.3 Fazit
6. Entwicklung und Erprobung eines bilingualen Modulansatzes im Fach Politik
6.1 Thema des Unterrichtsmoduls
6.2 Unterrichtsziele
6.3 Klassensituation
6.4 Sachanalyse
6.5 Didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.6 Stundenentwürfe in tabellarischer Form
6.6.1 Erste Stunde (13. Dezember 2005)
6.6.2 Zweite Stunde (15. Dezember 2005)
6.6.3 Dritte Stunde (20. Dezember 2005)
6.7 Unterrichtsverlauf
6.7.1 Erste Stunde
6.7.2 Zweite Stunde
6.7.3 Dritte Stunde
6.8 Fazit und Reflexion des Unterrichtsmoduls
7. Evaluation des Modulansatzes in Bezug auf die theoretischen Grundlagen
7.1 Inhalts- und Sprachlernen im Unterrichtsmodul
7.2 Interkulturelles Lernen im Unterrichtsmodul
7.3 Fehlertoleranz im Unterrichtsmodul
7.4 Reflexion der Lehrerrolle: Unterrichtsvorbereitung und Verlauf
7.5 Die Rolle der Lernenden: Unterrichtsverhalten und Bewertung des Unterrichtsmoduls
7.6 Fazit
8. Zusammenfassung und Bewertung
9. Summary
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des bilingualen Politikunterrichts und diskutiert, inwieweit das Fach Politik geeignet ist, sowohl fachliche als auch fremdsprachliche und interkulturelle Lernziele integrativ zu vermitteln. Im Fokus stehen dabei die Möglichkeiten und Grenzen eines Modulansatzes, die Rolle der Lehrkräfte sowie die Anforderungen an die Lernenden.
3.1 Die Bedeutung von Sprache im muttersprachlichen Politikunterricht
Sprache spielt nicht nur in der alltäglichen privaten Kommunikation eine große Rolle, sondern auch in der Lernumgebung Schule. Sprache liefert nicht nur zahlreiche Faktoren zur Identifikation mit einer Gemeinschaft oder einer Gruppe, sondern ermöglicht Kindern und Jugendlichen auch, sich von anderen Personengruppen abzugrenzen. (Wode 1995: 39) Vor allem aber werden sie durch Sprache maßgeblich in Bezug auf ihr Weltverständnis beeinflusst. Während Alltagsbegriffe und -wissen auf subjektiven Erfahrungen basieren, wird das allgemeine Wissen von der „Welt“ durch neue Konzepte und Begriffe geschaffen, geprüft und modifiziert. Diese kognitiven Prozesse, die beim Inhaltslernen miteinhergehen, können in einem themenzentrierten Unterricht aber nicht getrennt von sprachlichem Lernen geschehen. Hallet stellt heraus, dass inhaltliches Lernen ohne sprachliches Lernen nur „schwer vorstellbar ist“. (Hallet 2005: 5) Dabei geht es nicht darum, im Politikunterricht möglichst viele Fachtermini auswendig zu lernen, sondern vielmehr die hinter den Begriffen stehenden Konzepte zu erkennen und in ihren „Bedeutungsnuancen“ (Wildhage 2003: 81) zu erfassen. So sollen Schüler politische und historisch-politische Bezeichnungen, wie zum Beispiel den „schillernden Demokratiebegriff“ (Schütz 1993: 107), in ihrer Gesamtheit und Bedeutung begreifen und nicht nur als gelernten Fachterminus übernehmen. (Wildhage 2003: 81)
Zwar steht im Politikunterricht der gezielte Aufbau von fachsprachlichen Elementen im Vordergrund, es geht aber auch um die „Versprachlichung fachlicher Denk- und Erkenntnisweisen, also von kognitiven Strukturen und Prozessen des Analysierens, Synthetisierens und Bewertens“. (Wildhage und Otten 2003: 18) Schüler müssen entsprechende sprachliche Fähigkeiten besitzen, um unterschiedliche Medien und Materialien auszuwerten, komplexe Sachverhalte zu erklären und zu begreifen und um subjektive Einschätzungen ausdrücken zu können. Diese Fertigkeiten und Fähigkeiten können von den Schülern allerdings nur verlangt werden, wenn sie im Unterricht erarbeitet und geübt werden. (Suhrmüller 2005: 104)
1. Bilingualer Sachfachunterricht - zweisprachig lernen und lehren: Einführung in das Konzept des bilingualen Lehrens und Lernens in Deutschland und die historische Einordnung des Ansatzes.
2. Bilingualer Sachfachunterricht: Politik - Englisch: Analyse der Rahmenbedingungen, der Bedeutung der englischen Arbeitssprache und der Eignung des Faches Politik für bilingualen Unterricht.
3. Integratives Sprach- und Inhaltslernen im bilingualen Politikunterricht: Untersuchung der Verzahnung von Spracharbeit und fachlichem Lernen sowie Aspekten der Fehlerkorrektur und Leistungsbewertung.
4. Interkulturelles Lernen im bilingualen Politikunterricht: Erörterung der Möglichkeiten, interkulturelle Kompetenz und das Verständnis für andere Kulturen durch den bilingualen Ansatz zu fördern.
5. Anforderungen und Herausforderungen für Lehrer und Schüler im bilingualen Unterricht: Darstellung der komplexen Anforderungen an Lehrkräfte sowie der Chancen und Belastungen für die Schülerschaft.
6. Entwicklung und Erprobung eines bilingualen Modulansatzes im Fach Politik: Beschreibung eines praktischen Unterrichtsbeispiels am Gymnasium Mellendorf mit Zielsetzung, Sachanalyse und Stundenentwürfen.
7. Evaluation des Modulansatzes in Bezug auf die theoretischen Grundlagen: Reflexion und Analyse des erprobten Moduls vor dem Hintergrund der theoretischen Konzepte aus den vorangegangenen Kapiteln.
8. Zusammenfassung und Bewertung: Abschließende Würdigung der Arbeit und Fazit zur Eignung des Faches Politik für den bilingualen Unterricht.
Bilingualer Unterricht, Politikunterricht, Englisch, CLIL, Sprach- und Inhaltslernen, Interkulturelle Kompetenz, Sprachhandlungsfähigkeit, Lehrerrolle, Unterrichtsmodul, Evaluation, code-switching, Didaktik, Politikdidaktik, Fremdsprachenerwerb, Sekundarstufe.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen, das Fach Politik als bilinguales Sachfach (auf Englisch) zu unterrichten, um sowohl fachliche als auch fremdsprachliche Kompetenzen zu fördern.
Zentral sind die theoretische Fundierung des bilingualen Lernens, das integrative Sprach- und Inhaltslernen, interkulturelle Bildung sowie die praktischen Herausforderungen für Lehrer und Schüler.
Das Ziel ist es, zu diskutieren, ob Politik sich als bilinguales Fach eignet und wie die Vermittlung von fachlichen Inhalten sowie fremdsprachlicher und interkultureller Kompetenzen in einem Modulansatz erfolgreich umgesetzt werden kann.
Die Arbeit verknüpft eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse mit einem praktischen, dreistündigen Unterrichtsmodul in einer 10. Klasse, das anschließend evaluiert wurde.
Der Hauptteil erstreckt sich von den theoretischen Grundlagen der bilingualen Didaktik über spezifische Anforderungen an Unterricht und Lehrpersonal bis hin zur detaillierten Planung und Reflexion eines Unterrichtsmoduls zum britischen und deutschen Regierungssystem.
Wichtige Begriffe sind Bilingualer Unterricht, CLIL, Interkulturelle Kompetenz, politische Handlungsfähigkeit, code-switching und die Rolle der Fremdsprache als Medium des Inhaltslernens.
Das Thema ermöglichte einen kontrastiven Vergleich, der sowohl die politische Bildung stärkt als auch interkulturelle Aspekte durch die Betrachtung beider Staatsoberhäupter anschaulich vermittelt.
Die Arbeit unterstreicht, dass eine hohe Sprachkompetenz und didaktische Ausbildung in beiden Fachbereichen essenziell sind, um die Doppelbelastung der Schüler zu steuern und fachliche Lernfortschritte zu sichern.
Die Muttersprache sollte planvoll und dosiert eingesetzt werden („funktionaler Einsatz“), um Verständnisproblemen bei komplexen Sachverhalten vorzubeugen und die Frustration der Schüler zu minimieren.
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