Magisterarbeit, 2006
139 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Interkulturelle Kommunikation
2.1. Entwicklung des symbolisch-interpretativen Kulturbegriffs
2.1.1. Kulturwissenschaften als interdisziplinäres Feld
2.1.2. Das Kulturverständnis dieser Arbeit
2.2. Perspektiven zur Kommunikation
2.2.1. Von der mechanistischen zur symbolisch-interpretativen Perspektive
2.2.2. Das Kommunikationsverständnis dieser Arbeit
2.3. Interkulturelle Kommunikation
2.3.1. Entwicklung der interkulturellen Kommunikationsforschung
2.3.2. Abgrenzung des Forschungsfeldes
2.3.2.1. Interkulturelle Kommunikation
2.3.2.2. Cross-Cultural Communication
2.3.2.3. International/Comparative Mass Communication
2.3.3. Zur Besonderheit interkultureller Kommunikation
2.3.3.1. Interkulturalität zwischen sozialen Gruppen
2.3.3.2. Zum fließenden Übergang zwischen Intra- und Interkulturalität
2.3.3.3. Die Problematik interkultureller Kommunikation
2.3.4. Ein Organisationsmodell interkultureller Kommunikation
2.4. Zwischenfazit
3. Der kommunikative Kontext im internationalen Unternehmen
3.1. Exkurs: Interpersonale Kommunikation im Unternehmen
3.2. Der Einfluss von Nationalkultur auf Unternehmenskultur
3.2.1. Nationalkulturelle Wertedimensionen
3.2.2. Unternehmenskultur
3.2.3. Deutsche und spanische Unternehmenskulturtypen
3.2.3.1. Spanische Unternehmen als Familien-Kultur
3.2.3.2. Deutsche Unternehmen als Eiffelturm-Kultur
3.3. Zwischenfazit
4. Reibungsfelder und Chancen der Fremdverständigung
4.1. Empirischer Forschungsstand
4.2. Probleme interkultureller Kommunikation
4.2.1. Stereotype
4.2.2. Ethnozentrismus
4.2.3. Sprache
4.2.4. Kommunikativer Stil
4.2.5. Nonverbale Kommunikation
4.3. Anpassung während des beruflichen Auslandsaufenthalts
4.3.1. Kulturschock
4.3.2. Akkulturation
4.3.3. Stressbewältigung als Funktion des Akkulturationsprozesses
4.3.4. Akkulturationsstrategien
4.4. Interkulturelle Kompetenz
4.4.1. Dimensionen interkultureller Kompetenz
4.4.2. Affektive Strukturdimension
4.4.3. Kognitive Strukturdimension
4.4.4. Konative Strukturdimension
4.5. Interkultur als Ausgestaltung organisierten Kulturkontakts
4.6. Zwischenfazit und Implikationen für die empirische Untersuchung
5. Methodik
5.1. Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
5.1.1. Die Probanden
5.1.2. Die Aufenthaltsdauer der Probanden
5.1.3. Die Notwendigkeit der spanischen Perspektive
5.2. Forschungsinteresse und forschungsleitende Fragen
5.3. Methodisches Design
5.3.1. Teil 1: Critical Incident Technique
5.3.2. Teil 2: Problemzentrierte Fragen mit explorativem Charakter
5.3.3. Zum Problem qualitativer Methodik
5.4. Operationalisierung des Leitfadens
5.5. Pretest
6. Befragung deutscher Sojourners in Spanien
6.1. Auswahl der Interviewpartner
6.2. Vorgehensweise bei der Datenerhebung
6.3. Datenaufbereitung und Auswertungsverfahren
7. Auswertung der Interviews
7.1. Problemerkennungszusammenhang
7.1.1. Kulturspezifische Probleme
7.1.2. Kulturuniverselle Probleme
7.1.2.1. Kulturuniverselle Probleme in Gruppe A
7.1.2.2. Kulturuniverselle Probleme in Gruppe B
7.1.2.3. Kulturuniverselle Probleme im Gruppenvergleich
7.2. Lösungszusammenhang
7.2.1. Interkulturelle Kompetenzen in Gruppe A
7.2.2. Interkulturelle Kompetenzen in Gruppe B
7.2.3. Lösungszusammenhang im Gruppenvergleich
7.3. Akkulturationsstrategien
7.3.1. Einzelanalysen
7.3.2. Akkulturationsstrategien und Aufenthaltsdauer
7.3.3. Akkulturationsstrategie und interkulturelle Kompetenz
7.3.4. Moderierende Kontextfaktoren der Akkulturation
7.4. Interkultur
7.4.1. Interkultur in Gruppe A
7.4.2. Interkultur in Gruppe B
7.5. Integrationsunterstützende Maßnahmen durch die Unternehmen
7.6. Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Abschließende Diskussion
8.1. Theoretische Implikationen
8.2. Forschungspragmatische Konsequenzen
8.3. Anregungen für die Praxis
8.4. Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Kommunikationsverhalten und die Akkulturationsstrategien deutscher Expatriates und Angestellter (Sojourners) in einem spanischen Arbeitsumfeld. Ziel ist es zu ergründen, mit welchen kommunikativen Problemen und interkulturellen Herausforderungen diese Mitarbeiter konfrontiert werden und wie ihre interkulturelle Kompetenz zur Lösung dieser Konflikte beiträgt.
2.3.4. Ein Organisationsmodell interkultureller Kommunikation
Gudykunst und Kim (1997: 44ff.) stellen ein Organisationsmodell vor, um die Erkenntnisse über Elemente der interkulturellen Kommunikation zu systematisieren. Sie konzeptionalisieren interpersonale Kommunikation als reziproken Prozess zwischen zwei Kommunikanten, der immer die gleichzeitige Übertragung und Interpretation zweier Botschaften voraussetzt. Kommunikation ist durch den simultanen Austausch von Botschaft und Feedback als dynamischer Prozess angelegt. Die Kommunikanten verfügen über ein Kontingent möglicher Übertragungs- und Interpretationsoptionen, die durch angelegte „konzeptionelle Filter“ verringert werden. Diese beeinflussen das „Wie“ und „Was“ seiner Kommunikation. Gudykunst und Kim unterscheiden zwischen vier verschiedenen Filtern, die nach dem Zwiebelprinzip in Form konzentrischer Kreise um die Kommunikanten angelegt sind.
Als äußerer, makrokultureller Einfluss gilt der kulturelle Filter, d.h. Wertvorstellungen, Normen und Regeln. Sie spezifizieren akzeptables oder nicht-akzeptables Interaktionsverhalten und erwartete Verhaltensweisen in einer bestimmten Situation. Der soziokulturelle Filter bezieht sich auf Einflüsse mittlerer Ebene, also jene, die sich aus sozialen Beziehungen, Kollektivzugehörigkeiten und Rollenverhalten ergeben. Der innere, psychokulturelle Filter bezieht sich auf das psychische System. Es geht dabei darum, wie sich die Persönlichkeit ausbildet und wie kognitive und affektive psychologische Prozesse stabilisiert und in Einklang gebracht werden (vgl. Gudykunst/Kim 1997: 15). In diese Kategorie ordnen die Autoren u.a. Erwartungen, Stereotype und Ethnozentrismus ein. Die vom Modell dargestellte Kommunikationssituation steht immer in direkter Verbindung zu dem vierten Filter, d.h. zu einer bestimmten Umwelt, die in Form von geografischen, klimatischen, architektonischen Parametern Einfluss auf die Interaktionspartner ausübt.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen von Sojourners im internationalen Kontext und führt in die Problematik interkultureller Kommunikation zwischen Deutschen und Spaniern ein.
2. Interkulturelle Kommunikation: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Kulturbegriffs und verschiedener Kommunikationsparadigmen, um ein Fundament für das Verständnis interkultureller Interaktionen zu schaffen.
3. Der kommunikative Kontext im internationalen Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert das betriebliche Umfeld, beleuchtet den Einfluss der Nationalkultur auf die Unternehmenskultur und kontrastiert deutsche mit spanischen Kulturtypen.
4. Reibungsfelder und Chancen der Fremdverständigung: Hier werden zentrale Problemfelder (Stereotype, Sprache, Zeitverständnis) sowie Konzepte wie Akkulturation und interkulturelle Kompetenz als Lösungsansätze theoretisch aufgearbeitet.
5. Methodik: Es wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, welches auf der Critical Incident Technique und problemzentrierten Interviews basiert, um die Erfahrungen der Probanden zu erfassen.
6. Befragung deutscher Sojourners in Spanien: Dieses Kapitel dokumentiert die Auswahl der Stichprobe, die Durchführung der Datenerhebung und die gewählten Auswertungsverfahren.
7. Auswertung der Interviews: Die empirischen Befunde zu Kommunikationsproblemen, Lösungsansätzen, Akkulturationsstrategien und dem Einfluss der Aufenthaltsdauer werden detailliert analysiert und diskutiert.
8. Abschließende Diskussion: Zusammenfassung der Ergebnisse, theoretische Einordnung, Ableitung von Konsequenzen für die Praxis sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.
Interkulturelle Kommunikation, Akkulturation, Sojourners, Expatriates, Spanien, Deutschland, Unternehmenskultur, Interkulturelle Kompetenz, Kulturschock, Management, Kommunikation, Empirische Forschung, Qualitative Methode, Ethnorelativismus, Integration
Die Magisterarbeit befasst sich mit den interkulturellen Kommunikationsherausforderungen, denen deutsche Fachkräfte (Sojourners) in einem spanischen Arbeitsumfeld begegnen.
Die Arbeit verknüpft interkulturelle Kommunikationstheorien mit betriebswirtschaftlichen Aspekten der Unternehmenskultur und analysiert empirisch die Anpassungsprozesse (Akkulturation) deutscher Angestellter in Spanien.
Es soll ergründet werden, welchen Problemen deutsche Mitarbeiter in Spanien begegnen, welche interkulturellen Kompetenzen sie zu deren Bewältigung einsetzen und welche Akkulturationsstrategien sie dabei verfolgen.
Der Autor nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus der Critical Incident Technique sowie problemzentrierten Leitfadeninterviews mit zehn deutschen Experten in Spanien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kultur und Kommunikation, eine Analyse des organisationalen Kontextes, einen empirischen Teil mit der Auswertung der Experteninterviews sowie eine abschließende Diskussion der Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind interkulturelle Kommunikation, Akkulturation, Sojourner, interkulturelle Kompetenz, Eiffelturm-Kultur und Familien-Kultur.
Spanien ist ein bedeutender Wirtschaftspartner Deutschlands, wobei trotz kultureller Nähe Unterschiede in der Arbeitsweise bestehen, über die bisher nur wenig wissenschaftliche Literatur vorliegt.
Die Unternehmenskultur fungiert als Rahmenbedingung; deutsche Unternehmen werden häufig als Eiffelturm-Kultur (aufgabenorientiert/hierarchisch) und spanische als Familien-Kultur (personenorientiert/hierarchisch) klassifiziert.
Ja, die Studie vergleicht eine Gruppe mit langer Aufenthaltsdauer ("Fortgeschrittene") mit einer Gruppe mit kurzer Dauer ("Neuankömmlinge"), um den Lern- und Anpassungsprozess über die Zeit abzubilden.
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