Magisterarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1
1. Das Motiv der Niederlage
1.1. Der Motivbegriff in der Philosophie und Psychologie
1.1.1. Motivkategorien
1.2. Motivbegriff in der Literaturwissenschaft
1.3. „Niederlage“ – Begriffserklärung und Vorbetrachtung
1.3.1. Der Begriff „Niederlage“ aus der Perspektive der Psychologie
2. Hans Erich Nossacks Biographie
2.1. Hans Erich Nossack – Autobiographie
2.2. Hans Erich Nossack in der Geschichte der westdeutschen Literatur seit 1945
2.3. Das Publikationsverbot
2.4. Der Außenseiter
2.5. Die verbrannten Manuskripte
3. Verschiedene Arten von Niederlage in Nossacks Werken
3.1. Interview mit dem Tode - Der Untergang
3.2. Spätestens im November
3.3. Nekyia. Bericht eines Überlebenden
3.4. Spirale. Roman einer schlaflosen Nacht – Das Mal
4. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Niederlage, des Scheiterns und des Untergangs in ausgewählten Werken von Hans Erich Nossack, um die verschiedenen Facetten dieser Grenzerfahrungen literarisch zu analysieren und miteinander zu vergleichen.
2.1. Hans Erich Nossack - Autobiographie
Hans Erich Nossack betrachtete sein Leben als gespalten. Er behauptete, dass er – wie viele Autoren – zwei Biographien habe, dass er in zwei Realitäten, also zwei verschiedenen Welten lebe und zwischen dem langweiligen und konventionellen äußerlichen Dasein gerissen sei. Um das besser zu verstehen, habe ich in diesem Kapitel seine Autobiographie beigefügt.
„Autobiographie? Welche Biographie bitte? Denn es gibt bekanntlich zwei, die nichts miteinander zu tun haben.
Über die eine, ganz gleich, ob man sie die bürgerliche, gesellschaftliche, geographische, geschichtliche oder statistische Biographie nennt, können Standes-, Wohnungs-, Finanzämter und andere Behörden weit besser Auskunft geben als ich. Die Register sind absolut zuverlässig, da sie phantasielos sind. Danach bin ich z. B. wahlberechtigt, aber nicht pensionsberechtigt wie die, die ich wähle.
Schön, wenn man diese zuverlässigen Daten mit anderen Daten vergleicht, zeigt es sich, dass es da zur gleichen Zeit ein paar Kriege, Hungersnöte, Inflationen und sogar zwölf Jahre Diktatur gegeben hat. Aber das geht Millionen so; es ist keine Spezialität von mir, und es ist nicht einzusehen, was eine solche Biographie zu der Vorsilbe "Auto" berechtigt. Sogar die schöne Hauptsilbe "bio" scheint mir ein Missbrauch zu sein. Kurz, die statistischen Angaben haben hervorragenden Wert für jede Friedhofsverwaltung, doch um einem Künstler ein klein wenig Sicherheitsgefühl zum Weiterleben zu gewähren, dazu sind sie völlig ungeeignet.
Und die andere Biographie? Aber mit der mühe ich mich doch sozusagen Tag und Nacht ab, und zwar so "Auto" wie möglich. Wozu also noch theoretisch darüber reden? Das hieße ihre Selbstverständlichkeit anzweifeln.
1. Das Motiv der Niederlage: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten des „Motivs“ und der „Niederlage“ aus interdisziplinärer Sicht (Philosophie, Psychologie, Literaturwissenschaft) hergeleitet.
2. Hans Erich Nossacks Biographie: Hier wird der Lebensweg des Autors beleuchtet, wobei Themen wie Identitätskrisen, das Publikationsverbot während der NS-Zeit und seine Rolle als Außenseiter im Literaturbetrieb im Fokus stehen.
3. Verschiedene Arten von Niederlage in Nossacks Werken: Das Hauptkapitel analysiert konkrete Werke wie „Der Untergang“, „Spätestens im November“, „Nekyia“ und „Spirale“ hinsichtlich ihrer Auseinandersetzung mit existentiellen Niederlagen.
4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird reflektiert, wie Nossack das Scheitern als notwendige, wenn auch schmerzhafte Grenzerfahrung darstellt, die den Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst zwingt.
Hans Erich Nossack, Niederlage, Scheitern, Untergang, Literaturwissenschaft, Existentialismus, Motivforschung, Nachkriegsliteratur, Grenzsituation, Identitätskrise, Biographie, Autobiographie, psychologische Perspektive, Grenzüberschreitung.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Niederlagen, Scheitern und Untergang im Werk des Autors Hans Erich Nossack.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit existentiellen Krisen, die Rolle des Autors als Außenseiter und die Analyse von Werken vor dem Hintergrund persönlicher und historischer Katastrophen.
Ziel ist es, das Motiv der Niederlage in ausgewählten Romanen und Erzählungen von Nossack festzustellen, zu analysieren und die künstlerische Verarbeitung dieser Erfahrungen miteinander zu vergleichen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die ergänzend psychologische und philosophische Begriffsdefinitionen sowie biographische Daten zur Interpretation der Texte heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Darstellung des Autors und eine detaillierte Einzelanalyse seiner Werke „Der Untergang“, „Spätestens im November“, „Nekyia“ und „Spirale“.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Niederlage, Grenzerfahrung, Außenseitertum, existentieller Untergang und die Selbstreflexion des Menschen.
Nossack thematisiert diesen Verlust als zentralen Einschnitt, der sein Verständnis von der „Ausgeliefertheit“ des Menschen an einen anonymen Apparat prägte und ihn zur Verteidigung geistiger Werte gegen den Institutionalismus bewegte.
Sie gilt als eines der dunkelsten und komplexesten Werke Nossacks, das den Zusammenbruch herkömmlicher Realitätsebenen im Kontext der Nachkriegskatastrophe verdeutlicht.
Trotz seiner Selbsteinschätzung als Einzelgänger und Kritiker des Literaturbetriebs nimmt Nossack eine wichtige Stellung in der Literatur ein, was eine Diskrepanz zwischen seinem Ideal und der literaturinstitutionellen Realität aufzeigt.
Der Tod wird hier nicht nur als negatives Ereignis, sondern als mögliche Entlastung und Befreiung von einer unerträglich gewordenen, sinnlosen Realität dargestellt.
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