Magisterarbeit, 2004
97 Seiten, Note: 1,1
I. Einleitung
II. Sehen und gesehen werden in der Feministischen Filmtheorie und –kritik
II.I. Der Beginn des psychoanalytischen Ansatzes
II.II The Monstrous-Feminine: Die präödipale Mutter
II.III Das Final Girl
II.IV Spectacular Bodies: Maskulinität als Schauobjekt
II.V Von neuen Männern und arbeitenden Frauen
III. Agent Coopers Schweigen der Lämmer: Vorbilder
III.I Clarice Starling
III.II Dale Cooper
IV. „The X-Files“
IV.I Entstehung & Inhalt
IV.II Episodenauswahl
V. Man/Woman. Geschlechterkonstruktionen in “The X-Files”
V.I. „man/woman are here to help you.”: Feminisierung, Maskulinisierung, Rollentausch
V.II. „After everything we’ve seen...”: Scully in Mulders Welt
V.III „My parents think it was an act of rebellion.“: Scully gegen das Patriarchat
V.IV “To survive the Boys` Club”: Die Frau als Objekt
V.V “The future looks just like him.”: Die Monstrosität des Körpers
V.VI “My God. Look at you.”: Das Sehen
VI. Zusammenfassung
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, inwieweit die in der Serie „The X-Files“ dargestellten Geschlechterbilder und die Beziehung der Protagonisten Mulder und Scully tatsächlichen feministischen Analysen widersprechen oder diese erweitern, indem die Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit im Kontext der Serie kritisch hinterfragt wird.
II.I. Der Beginn des psychoanalytischen Ansatzes
In ihrem grundlegenden, 1973 erschienen Artikel „Women`s Cinema as Counter Cinema” schrieb Claire Johnston dieses Fehlen der weiblichen Repräsentation einem wesentlichen Problem zu:
Für sie stehen sich im Film nicht „männlich“ und „weiblich“ gegenüber, es sind vielmehr „männlich“ und „nicht-männlich“. Die Frau ist immer das „Andere“, das Geheimnisvolle, das vom Mann hinterfragt und entschlüsselt werden muss.
Bezugnehmend auf die Filme von John Ford und Howard Hawks beschreibt sie den Status der Frau in deren Filmen entweder als Repräsentation des „zu Hause“, das heißt als Darstellung von Heim und Familie, auf das Ford seine ambivalente Attitüde gegenüber der Zivilisation projektiere oder sie ist, wie bei Hawks, eine „traumatic presence which must be negated.“
Grundsätzlich bedeutet das nach Johnston, dass die Frau nur in soweit wichtig für die Geschichte ist, wie sie die Entwicklung des Mannes vorantreibt bzw. diese stört. Die Frau, so Johnston, ist nur als Abbild vorhanden. Sie ist die grundsätzlich Abwesende und wird als aktiv handelndes Subjekt nicht dargestellt. Die Frau bleibt immer Mythos, und um in einer männlichen Welt akzeptiert zu werden, muss sie selbst „männlich“ werden: Ein Phallusersatz und damit ein Fetisch.
Johnston brachte damit den Punkt der „Fetischisierung“, wie er von Freud benutzt wurde, in die Diskussion ein. Für Freud war jeder Fetisch ein Phallusersatz, das heißt, für ihn war Grundlage einer Fetischisierung männlicher Narzissmus.
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Erfolg der Serie „The X-Files“ in den 90er Jahren und stellt die Forschungsfrage nach der Konstruktion von Geschlechterbildern in dieser Mystery-Serie.
II. Sehen und gesehen werden in der Feministischen Filmtheorie und –kritik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen feministischer Filmkritik, insbesondere den männlichen Blick und die Darstellung der Frau im Horrorfilm.
III. Agent Coopers Schweigen der Lämmer: Vorbilder: Hier werden die Figuren Clarice Starling und Dale Cooper als Vorbilder für Mulder und Scully analysiert, um die Dynamik der Serie in einen größeren medialen Kontext zu setzen.
IV. „The X-Files“: Dieser Abschnitt erläutert die Entstehungsgeschichte der Serie und begründet die Auswahl der Episoden für die weitere Untersuchung.
V. Man/Woman. Geschlechterkonstruktionen in “The X-Files”: Das Kernkapitel untersucht die spezifischen Geschlechterkonstruktionen in „The X-Files“ und analysiert den Rollentausch sowie das Verhältnis der Figuren zum Patriarchat.
VI. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse ab und betont, dass die Serie neue Wege in der partnerschaftlichen Darstellung von Geschlechtern geht.
The X-Files, Feministische Filmtheorie, Geschlechterkonstruktion, Dana Scully, Fox Mulder, Männlicher Blick, Patriarchat, Horrorfilm, Final Girl, Monstrosität, Identifikation, Repräsentation, Feminismus, Filmkritik, Agenten
Die Arbeit untersucht, wie in der Fernsehserie „The X-Files“ Geschlechterrollen und Geschlechteridentitäten konstruiert werden und inwieweit diese von traditionellen feministischen Theorien abweichen oder diese bestätigen.
Die zentralen Themen sind die feministische Filmtheorie, der männliche Blick (Male Gaze), die Analyse von Geschlechterstereotypen in Krimi- und Horror-Genres sowie die spezifische Figurenentwicklung von Scully und Mulder.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Serie ein neues, partnerschaftliches Bild zwischen Mann und Frau etabliert, welches die starren Grenzen der klassischen Geschlechterrollen aufbricht.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der feministischen Filmtheorie und wendet diese methodisch auf ausgewählte Episoden der ersten drei Staffeln von „The X-Files“ an.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (wie das „Final Girl“ oder „Spectacular Bodies“) auf die Serie übertragen und analysiert, wie Scully und Mulder sowohl innerhalb als auch außerhalb dieser theoretischen Rahmen funktionieren.
Schlüsselwörter sind u.a. Gender Studies, Feministische Filmtheorie, Repräsentation, Rollentausch, Patriarchat und die Analyse der Hauptfiguren.
Die Arbeit zeigt auf, dass Scully durch ihre wissenschaftliche Ausbildung und ihre skeptische Rolle als Agentin kein typisches „Love Interest“ oder „Opfer“ ist, sondern eine eigenständige, handelnde Instanz, die jedoch im Verlauf der Serie stets mit patriarchalen Strukturen kämpfen muss.
Das Sehen ist laut der Autorin ein Machtinstrument. Mulder und Scully tauschen diese Rolle immer wieder, wobei die Serie aufzeigt, dass Wissen und das „Sehen“ von Wahrheit oft ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt sind.
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