Diplomarbeit, 2006
147 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Abgrenzung
1.4 VEM Aktienbank AG
1.4.1 Unternehmensprofil
1.4.2 Historie und Leistungsspektrum
2 Börsenneuemissionen in Deutschland
2.1 Rechtsformen
2.1.1 Aktiengesellschaft (AG)
2.1.2 Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
2.2 Kapitalmaßnahmen
2.2.1 Initial Public Offering (IPO)
2.2.2 Kapitalerhöhung
2.3 Platzierungsverfahren
2.3.1 Festpreisverfahren
2.3.2 Bookbuilding-Spanne
2.3.2.1 Auswahl des Konsortialführers
2.3.2.2 Pre-Marketing
2.3.2.3 Marketing
2.3.2.4 Order-Talking
2.3.2.5 Preisfestlegung und Zuteilung
2.3.2.6 Greenshoe
2.3.3 Auktionsverfahren
2.4 Marktstruktur
2.5 Transparenzstandards
2.5.1 Prime Standard
2.5.1.1 Wichtige Zulassungsvoraussetzungen
2.5.1.2 Wichtige Zulassungsfolgepflichten
2.5.2 General Standard
2.5.2.1 Wichtige Zulassungsvoraussetzungen
2.5.2.2 Wichtige Zulassungsfolgepflichten
2.5.3 Entry Standard
2.5.3.1 Wichtige Zulassungsvoraussetzungen
2.5.3.2 Deutsche Börse Listing Partner
2.5.3.3 Verpflichtungserklärung FWB
2.5.3.4 Wesentliche Antragsdokumente
2.5.3.5 Transparenzforderungen
2.5.3.6 Überwachung
2.6 M:access
2.6.1 Zugangsvoraussetzungen
2.6.2 Folgevoraussetzungen
2.6.3 Vergleich M:access mit Entry Standard
2.7 Indizes
2.7.1 All Share-Indizes und Branchenindizes
2.7.2 Auswahlindizes
2.8 Gesetzliche Marktsegmente
2.8.1 Amtlicher Handel
2.8.2 Geregelter Markt
2.8.3 Open Market (Freiverkehr)
2.9 Börsenneuemissionen in Deutschland
2.9.1 IPO Motive
2.9.2 Basel II
2.9.3 IPO-Erfolg
3 UNTERNEHMENSWERT
3.1 Preis und Wert
3.2 Inhalt und Relevanz von Börsenkursen
3.3 Historie der Werttheorie
3.3.1 Objektive Unternehmensbewertung
3.3.2 Subjektive Unternehmensbewertung
3.3.3 Funktionale Unternehmensbewertung
3.4 Die Kölner Funktionenlehre
3.4.1 Hauptfunktion
3.4.1.1 Entscheidungswert
3.4.1.2 Vermittlungs- bzw. Arbitriumwert
3.4.1.3 Argumentationswert
3.4.2 Nebenfunktion
3.5 Die Funktionenlehre des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW)
3.5.1 Hauptfunktion
3.5.1.1 Objektivierter Wert
3.5.1.2 Subjektiver Wert
3.5.1.3 Schieds-/Arbitrumswert
3.5.2 IDW Standard
3.5.3 Entwurf einer Neufassung des IDW Standards
3.5.3.1 Abkehr von der Vollausschüttungsannahme
3.5.3.2 Neuorientierung bei der Ermittlung des Kapitalisierungszinsfußes
3.5.3.3 Ableitung des Kapitalisierungszinssatzes
3.5.3.4 Nachsteuer CAPM
3.5.3.5 Auswirkungen
3.6 Anlässe zur Unternehmensbewertung
3.6.1 Differenzierungskriterien
3.6.2 Gesetzliche Vorschriften und vertragliche Vereinbarungen
3.6.3 Eigentumsverhältnis
3.6.3.1 Konfliktsituation Kauf / Verkauf und Fusion / Spaltung
3.6.3.2 Jungierte und disjungierte Konfliktsituationen
3.6.3.3 Ein- und mehrdimensionale Konfliktsituationen
3.6.3.4 Dominierte und nicht dominierte Konfliktsituationen
3.7 Grundlagen der Unternehmensbewertung
3.8 Bewerten – Vergleichen
3.8.1 Bewertungsumfeld
3.8.2 Inhalt des Unternehmenswertes
3.8.3 Fehlbewertungen
4 BEWERTUNGSVERFAHREN
4.1 Allgemein
4.2 Einzelbewertungsverfahren
4.3 Gesamtbewertungsverfahren
4.3.1 Ertragswertmethode
4.3.2 Discounted-Cash-Flow-Methode
4.3.2.1 Entity-Methode
4.3.2.2 Equity-Methode
4.3.2.3 Vergleich Entity- mit Equity-Methode
4.3.2.4 Adjusted Present Value-Methode
4.3.3 Kapitalisierungszinsfuß
4.3.3.1 Definition
4.3.3.2 Komponenten des Kapitalisierungszinsfußes bei Ertragswertverfahren
4.3.3.2.1 Basiszinssatz
4.3.3.2.2 Risikozuschlag
4.3.3.2.3 Wachstumsrate
4.3.3.2.4 Persönlicher Steuersatz
4.3.3.3 Komponenten des Kapitalisierungszinsfußes bei DCF-Verfahren
4.3.3.3.1 Beta Faktor
4.3.3.3.2 WACC
4.3.3.3.3 CAPM
4.3.3.4 Empirische Erhebungen
4.3.4 Vergleichsverfahren
4.3.4.1 Multiplikatorenverfahren
4.3.4.2 Comparative Company Approach
4.4 Mischverfahren
4.4.1 Mittelwertverfahren
4.4.2 Übergewinnverfahren
4.5 Bandbreite der Unternehmensbewertung
4.6 KMU
5 PRAXISANWENDUNG
5.1 Indikative Preisermittlung vor IPO
5.1.1 DCF-Verfahren
5.1.2 Erläuterungen zum DCF-Verfahren
5.1.4 Multiplikatorenverfahren
5.1.4 Bewertungsindikationen
5.2 Analysierte Neuemissionen
5.2.1 Entry Standard
5.2.2 M:access
5.3 Angewandte Bewertungsverfahren
5.3.1 Entry Standard
5.3.2 M:access
5.4 Auswertung
6 FAZIT
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der methodischen Fundierung der Unternehmensbewertung im Kontext von Börsenneuemissionen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Das zentrale Ziel ist es, die Herausforderungen bei der Bewertung in den neuen Börsensegmenten „Entry Standard“ und „m:access“ zu analysieren und adäquate Bewertungsverfahren für diese Segmente sowie deren praktische Anwendung durch die VEM Aktienbank AG aufzuzeigen.
3.1 Preis und Wert
Die Begriffe Wert und Preis sind voneinander zu unterscheiden. „Price is what you pay, value is what you get.“ Die Unternehmensbewertung ermittelt nach bestem Wissen und Gewissen einen Unternehmenswert. Der betriebswirtschaftliche Wert eines Gutes drückt den Nutzen aus, welchen das Gut für ein Wirtschaftssubjekt spendet und kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Der Wert ist somit abhängig von den Vorstellungen eines Individuums. Damit wird der Wert durch eine spezifische Subjekt-Objekt-Beziehung determiniert und ist grundsätzlich intersubjektiv und situativ, d.h. abhängig von Normen, Gesetzen und Entscheidungsfeld, verschieden. Der Wert stellt eine in Zahlen gefasste und durch Recherchen, Überlegungen und Berechnungen erhärtete Schätzung des Gesamtwertes des Unternehmens dar. Ob dieser Wert auch der Preis ist, für den das Unternehmen letztlich gehandelt wird, bleibt offen.
Der Preis ist ein in Geldeinheiten ausgedrückter Tauschwert, der durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage ausgehandelt wird. „Preise für Unternehmen sind Ergebnis eines Verhandlungsprozesses, in dem Käufer und Verkäufer versuchen, ein für sich besonders günstiges Ergebnis zu erzielen. Dieser Verhandlungsprozeß wird durch ökonomische, aber auch taktische und psychologische Faktoren beeinflusst.“ Der Preis wird vermutlich unter dem ermittelten Wert liegen, wenn der Verkäufer nur mühsam einen Käufer findet. Streiten sich mehrere potente Käufer um ein Unternehmen kann der Preis erheblich über dem berechneten Unternehmenswert liegen. Der Preis ist vom Verhandlungsgeschick, von Rahmenbedingungen, von Angebot und Nachfrage und nicht zuletzt auch von persönlichen Einschätzungen abhängig. Wenn auch Wert und Preis unterschiedliche Größen sind, so liefert die Unternehmensbewertung den Entscheidungsrahmen und konkretisiert die Einflussgrößen, zeigt Vor- und Nachteile auf und bringt dadurch die Sicherheit für Käufer als auch Verkäufer. Jeder Kauf und Verkauf am Markt beinhaltet einen Bewertungsvorgang.
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Unternehmensbewertung bei Börsengängen, Abgrenzung des Forschungsgegenstands sowie Kurzvorstellung der VEM Aktienbank AG.
2 BÖRSENNEUEMISSIONEN IN DEUTSCHLAND: Erläuterung relevanter Rechtsformen für Börsengänge, der Kapitalmaßnahmen, Platzierungsverfahren sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Marktsegmente.
3 UNTERNEHMENSWERT: Fundierte theoretische Auseinandersetzung mit der Werttheorie, der funktionalen Unternehmensbewertung sowie den spezifischen IDW-Standards.
4 BEWERTUNGSVERFAHREN: Detaillierte Darstellung der gängigen Bewertungsmethoden, einschließlich DCF-Verfahren, Multiplikatorenverfahren und deren Komponenten.
5 PRAXISANWENDUNG: Übertragung der theoretischen Modelle auf konkrete Fallbeispiele von Unternehmen aus dem Entry Standard und m:access.
6 FAZIT: Synthese der Ergebnisse und Bewertung der Anwendungseignung der untersuchten Bewertungsverfahren in der Praxis.
Unternehmensbewertung, Börsengang, IPO, Entry Standard, m:access, DCF-Verfahren, Ertragswertmethode, IDW, Kapitalisierungszinsfuß, Multiplikatorenverfahren, Aktien, Mittelstand, Kapitalmarkt, Eigenkapital, Finanzierung.
Die Arbeit untersucht Methoden zur Bewertung von Unternehmen bei Börsengängen, insbesondere in den spezifischen Marktsegmenten für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) wie dem Entry Standard und m:access.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, rechtliche Rahmenbedingungen von Börsengängen, moderne Marktsegmente, Bewertungsstandards des IDW sowie eine praktische Anwendung dieser Methoden.
Ziel ist es, die Herausforderungen bei der Bewertung von KMU im Rahmen von Neuemissionen aufzuzeigen und Möglichkeiten einer adäquaten Anwendung verschiedener Bewertungsmethoden zu erarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der Betriebswirtschaftslehre, der Funktionenlehre sowie einer quantitativen Untersuchung und praktischen Fallanwendung bei realen Börsengängen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der theoretischen Bewertungslehre, eine Darstellung der verschiedenen Bewertungsmethoden wie DCF und Multiplikatoren sowie die Übertragung dieser auf praktische Beispiele von Neuemissionen.
Wesentliche Begriffe sind Unternehmensbewertung, IPO, Entry Standard, m:access, DCF-Verfahren, IDW-Standards und Mittelstandsfinanzierung.
Der Autor betont, dass der Wert eine wissenschaftlich fundierte Schätzung unter Einbeziehung von Zukunftsbetrachtungen darstellt, während der Preis ein ausgehandeltes Tauschverhältnis ist, das stark von taktischen und psychologischen Verhandlungsfaktoren abhängt.
Basel II führt zu strengeren Anforderungen an die Kreditvergabe, was die Notwendigkeit von Rating-Prozessen und damit einer detaillierten Unternehmensbewertung für KMU signifikant erhöht.
Das Entity-Verfahren bietet nach Auffassung des Autors eine höhere Aussagekraft und Übersichtlichkeit, da es sowohl die Herleitung des Unternehmenswertes als auch die separate Bewertung des Fremdkapitals konsistent integriert.
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