Examensarbeit, 2006
97 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
2 DIE GESCHICHTE DER DENKPSYCHOLOGIE
2.1 Leipziger Schule
2.2 Würzburger Schule
2.3 Gestaltpsychologie
2.4 Behaviorismus
2.5 Die so genannte kognitive Wende
2.6 Zusammenfassung
3 DIE DENKPSYCHOLOGIE UND ANDERE TEILDISZIPLINEN DER ALLGEMEINEN PSYCHOLOGIE
3.1 Die Pädagogische Psychologie und die Denkpsychologie
3.2 Wie ist Denken definiert?
3.2.1 Die Definition des Begriffs Denken
3.2.2 Abgrenzung von Denken und Problemlösen
3.2.3 Die Phänomenologie des Denkens
4 WIE DENKT DER MENSCH?
4.1 Das Mehr-Speicher-Modell des Gedächtnisses (nach Tarpy& Mayer 1978)
4.2 Zur Trennung von Kurz- und Langzeitgedächtnis
4.3 Ist die Theorie des Kurzzeitgedächtnisses richtig oder falsch?
4.4 Speicherung und Enkodierung von Informationen im Gedächtnis
4.4.1 Memorieren und das Arbeitsgedächtnis
4.4.2 Aktivation und das Langzeitgedächtnis
4.4.3 Die Tiefe der Verarbeitung im Gedächtnis
4.5 Speichern und Abrufen von Informationen im Gedächtnis
4.5.1 Die Interferenztheorie
a) Der Fächereffekt
b) Die Redundanz
c) Abruf und Interferenz
4.5.2 Der Abruf aus dem Gedächtnis
4.5.2.1 Der Enkodierkontext
4.5.3 Vergleich von impliziten und expliziten Gedächtnis
5 DIE UNTERSCHIEDLICHEN THEORIEN DES DENKENS
5.1 Die Assoziationstheorie oder Denken als Lernen durch Verstärkung
5.2 Regellernen: Denken als Testen von Hypothesen
5.3 Gestaltpsychologie: Denken als Problemumstrukturieren
5.4 Die Bedeutungstheorie: Denken als Assimilation an Schemata
5.5 Fragen und Antworten: Denken als Such- und Abrufprozess
5.6 Deduktives Schlussfolgern: Denken als kognitive Verarbeitung von Aussagen
6 DENKEN UND LERNEN
7 DENKEN UND WAHRNEHMUNG
8 DENKEN UND AUFMERKSAMKEIT
8.1 Die Informationsselektionsfunktion
8.1.1 Die Filtertheorie
8.1.2 Die Dämpfungstheorie und die Theorie der späten Auswahl
8.1.3 Zusammenfassung
8.2 Die Aufmerksamkeitskapazität
8.3 Aktivation und Aufmerksamkeit
9 DENKEN UND SPRACHE
9.1 Das Gebiet der Linguistik
9.2 Das Sprachverstehen
9.2.1 Das Parsing
9.2.2 Die Verwendung
9.3 Die Textverarbeitung
10 DENKEN UND ENTWICKLUNG
10.1 Denken unter dem Aspekt kognitiver Entwicklung
10.2 Jean Piaget
10.2.1 Stadienunabhängige Theorie
10.2.2 Die Entwicklungsstadien nach Piaget
11 DIE THOG-AUFGABE IM INTERESSE DER FORSCHUNG
11.1 Die THOG-Aufgabe
11.2 Fehlertypen und Theorien
11.3 Die Aufgabenschwierigkeit
11.4 Untersuchungen zur THOG-Aufgabe und die Ergebnisse
11.5 Vorwissenseinflüsse bei der THOG-Aufgabe
12 DIE UNTERSUCHUNG
12.1 Einleitung
12.2 Die Durchführung
12.2.1 Die Probanden
12.2.2 Das Material und die Vorgehensweise
12.2.3 Das Ziel der Untersuchung
12.3 Das Ergebnis
12.3.1 Die gesamte Versuchsgruppe
a) Die klassische THOG-Aufgabe
b) Der Gefängniswärter-THOG
12.3.2 Klasse 5
a) Die klassische THOG-Aufgabe
b) Der Gefängniswärter-THOG
c) Zusammenfassung:
12.3.3 Klasse 7
a) Die klassische THOG-Aufgabe
b) Der Gefängniswärter-THOG
c) Zusammenfassung
12.3.4 Klasse 9
a) Die klassische THOG-Aufgabe
b) Der Gefängniswärter-THOG
c) Zusammenfassung
12.3.5 Erwachsene
a) Die klassische THOG-Aufgabe
b) Der Gefängniswärter-THOG
c) Zusammenfassung
12.3.6 Generelle Diskussion
13 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der semantischen Einbettung auf die Lösungswahrscheinlichkeit der sogenannten THOG-Aufgabe (einer hypothetiko-deduktiven Denkaufgabe nach Peter Wason) bei Schülern verschiedener Klassenstufen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe aus Erwachsenen.
Die so genannte kognitive Wende
1958 erfanden die Psychologen George A. Miller, Eugen Galanter und Karl H. Pribram in ihrem einjährigen Forschungsstipendium von der Ford Foundation ein kybernetisches Modell eines Regelkreises. Zunächst im Hinblick auf Computersysteme wandten sie dieses Modell konsequent auf den Menschen an. „Der Mensch reagiert nicht nur auf Reize (Behaviorismus), sondern er hat Pläne, die er verfolgt; während des Handelns wird in einer Rückkopplungsschleife geprüft, ob der angestrebte Endzustand erreicht ist“, fasst Lück die Theorien der Wissenschaftler zusammen. (Lück 2002, S. 166)
Diese Abkehr von der Modellvorstellung eines passiv reagierenden Menschen zu einem planenden, selbsttätig handelnden und wahrnehmenden Individuum wurde als „Kognitive Wende“ bezeichnet. Sie erfasst neben der Allgemeinen Psychologie auch die anderen Teilgebiete der Psychologie.
Die Kognitionspsychologie ist mit Beginn der siebziger Jahre zu einer dominierenden Richtung innerhalb der Psychologie geworden.
Lück schreibt in seinem Werk weiter dazu, dass man den revolutionären Charakter der Kognitionspsychologie nicht verharmlosen solle. Viele traditionelle Bereiche der Psychologie erhalten durch die Hinzunahme kognitionspsychologischer Konzepte eine neue Qualität. (Lück 2002, S. 167) Jedoch weist er auch mit Blick auf die Zukunft darauf hin, dass wir es vielleicht bald erleben werden, dass eine neue Wissenschaftsdisziplin mit interdisziplinären Charakter entsteht, die sich „Kognitive Wissenschaften“ (cognitive sciences) nennt, zu denen Informationsverarbeitung, künstliche Intelligenz, Psycholinguistik und einiges mehr zählt.“(Lück 2002, S. 168)
1 EINLEITUNG: Einführung in die THOG-Aufgabe, die Rolle des Arbeitsgedächtnisses und die Zielsetzung der vergleichenden Untersuchung verschiedener Altersgruppen.
2 DIE GESCHICHTE DER DENKPSYCHOLOGIE: Überblick über die historische Entwicklung von der Leipziger Schule über die Gestaltpsychologie bis hin zur kognitiven Wende.
3 DIE DENKPSYCHOLOGIE UND ANDERE TEILDISZIPLINEN DER ALLGEMEINEN PSYCHOLOGIE: Erörterung der Schnittstellen zwischen Denkpsychologie, Pädagogischer Psychologie und der Definition von Denken.
4 WIE DENKT DER MENSCH?: Ausführliche Analyse des Gedächtnisses, Speichermodellen, Interferenztheorien und dem Abruf von Informationen.
5 DIE UNTERSCHIEDLICHEN THEORIEN DES DENKENS: Darstellung verschiedener wissenschaftlicher Theorien, wie Denken als Assoziation, Hypothesentesten oder Problemumstrukturierung.
6 DENKEN UND LERNEN: Untersuchung der engen Verknüpfung zwischen kognitiven Prozessen und den verschiedenen Lernarten.
7 DENKEN UND WAHRNEHMUNG: Erläuterung der Bedeutung der Wahrnehmung für das Denken und das Filtern von Informationen.
8 DENKEN UND AUFMERKSAMKEIT: Analyse der Informationsselektion, Aufmerksamkeitskapazität und der Verbindung zur Aktivation.
9 DENKEN UND SPRACHE: Beschreibung des wechselseitigen Einflusses von Sprache und Denken sowie Grundlagen der Linguistik.
10 DENKEN UND ENTWICKLUNG: Betrachtung kognitiver Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Stadientheorie nach Jean Piaget.
11 DIE THOG-AUFGABE IM INTERESSE DER FORSCHUNG: Detaillierte Vorstellung der THOG-Aufgabe, theoretische Erklärungsansätze für Fehlertypen und bisherige Forschungsergebnisse.
12 DIE UNTERSUCHUNG: Durchführung und Analyse der empirischen Untersuchung mit Schülern und Erwachsenen hinsichtlich der Bearbeitung klassischer und thematischer THOG-Aufgaben.
13 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Schwierigkeiten bei der Erfassung kognitiver Prozesse.
THOG-Aufgabe, Denkpsychologie, Kognition, Arbeitsgedächtnis, Problemlösen, Gedächtnis, Interferenz, Aufmerksamkeit, Sprachverstehen, Kognitive Entwicklung, Piaget, Coverstory, Empirische Untersuchung, Wissensrepräsentation, Metakognition.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung kognitiver Denkprozesse anhand der sogenannten THOG-Aufgabe, einer komplexen hypothetiko-deduktiven Denkaufgabe, und deren Bearbeitung durch verschiedene Altersgruppen.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Denkpsychologie, Gedächtnisstrukturen (Speichermodelle), die Bedeutung von Aufmerksamkeit und Sprache für das Denken sowie Theorien zur kognitiven Entwicklung.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob eine thematische Einbettung der abstrakten THOG-Aufgabe in eine Geschichte (eine sogenannte Coverstory) zu einer höheren Lösungswahrscheinlichkeit bei Schülern führt.
Die Autorin führte eine empirische Untersuchung mit 81 Probanden durch, die in Schüler der 5., 7. und 9. Klasse sowie eine Erwachsenengruppe unterteilt wurden. Die Teilnehmer bearbeiteten entweder die klassische oder eine thematische "Gefängniswärter-THOG"-Variante.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Denkpsychologie (Gedächtnis, Lernen, Wahrnehmung, Sprache) und die praktische empirische Untersuchung mit einer detaillierten Ergebnisdiskussion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie THOG-Aufgabe, Arbeitsgedächtnis, Problemlösen, Kognitive Wende, Piaget, Interferenztheorie und empirische Untersuchung charakterisieren.
Die Arbeit postuliert, dass die Schwierigkeit der THOG-Aufgabe in der Überlastung des Arbeitsgedächtnisses durch die Vielzahl zu verarbeitender Informationen liegt, was durch externe Repräsentationshilfen (wie Papier und Stift) abgemildert werden kann.
Die Ergebnisse zeigen, dass bei den Schülern keine signifikante Verbesserung durch die Rahmenhandlung feststellbar war, während die Erwachsenengruppe insgesamt deutlich besser abschnitt.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass ein gewisses sprachliches Verständnis und Training im Umgang mit komplexen Anforderungen notwendig sind, was bei jüngeren Schülern oft noch nicht ausreichend ausgeprägt ist.
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