Diplomarbeit, 1999
226 Seiten, Note: sehr gut
1 Motivation
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Public-Key-Verschlüsselung
2.2 Digitale Signaturen
2.3 Zertifizierungsstellen
2.4 Public-Key-Zertifikate
2.4.1 Funktion
2.4.2 Allgemeiner Aufbau
2.5 Widerrufslisten
2.6 Zertifizierungsrichtlinien („Policy“)
2.6.1 Zweck einer Policy
2.6.2 Beispiele
3 Public-Key-Zertifizierung in der Praxis
3.1 Rechtlicher Rahmen
3.1.1 Gesetz zur digitalen Signatur
3.1.2 Verordnung zur digitalen Signatur
3.1.3 EU-Richtlinie zu Rahmenbedingungen elektronischer Signaturen
3.1.4 Datenschutz
3.2 Gebräuchliche Zertifikat-Formate
3.3 Zertifizierungsstellen-Software
3.3.1 X.509
3.3.2 PGP
3.4 Zertifizierungsstellen in Deutschland
3.4.1 Nichtkommerzielle CAs
3.4.2 Kommerzielle CAs
3.5 Forschungs- und Pilotprojekte
3.5.1 Pilotprojekte in Deutschland
3.5.2 EU-Projekte
4 Konzept für die FU-Zertifizierungsstelle
4.1 Entwurfsziel
4.2 Outsourcen oder Do-it-yourself?
4.3 Überblick
4.4 Begründung
4.4.1 Warum zwei Policies?
4.4.2 Warum ein unvernetzter Zertifizierungsrechner?
4.4.3 Warum ein mobiler Zertifizierungsrechner?
4.5 Low-Level CA
4.6 Medium-Level CA
4.7 Bedrohungen und Gegenmaßnahmen
4.8 Die Zertifizierungsrichtlinien
4.8.1 Welche Algorithmen sollen unterstützt werden?
4.8.2 Separate Signier- und Entschlüsselungsschlüssel
4.8.3 Schlüssellängen
4.8.4 Zulässige Benutzerkennungen
4.8.5 Prüfung der Mailadresse
4.8.6 Proof of Possession
4.8.7 Gültigkeitsdauer
4.8.8 Sperrung von Zertifikaten
4.8.9 Re-Zertifizierung
4.8.10 Key-Rollover
4.8.11 Gruppenschlüssel
4.8.12 Pseudonyme oder anonyme Zertifikate
4.8.13 Gebühren
4.8.14 Einbindung in die DFN-Zertifizierungshierarchie
4.8.15 Nachgeordnete Zertifizierungsstellen
4.8.16 Wo kann oder sollte von den DFN-Policies abgewichen werden?
4.8.17 Unterschiede zwischen der Low- und der Medium-Level FU-CA-Policy
4.9 X.509-Zertifizierung
4.10 Erstellung einer X.509-FU-CA-Policy
4.11 Datensicherung
4.12 Arbeitsorganisation
4.12.1 Mehr-Augen-Prinzip
4.12.2 Zurechenbarkeit
4.12.3 Urlaubs-/Krankheitsvertretung
4.12.4 Ausscheiden eines Mitarbeiters
4.13 Qualitatssicherung (der Sub-CAs)
4.14 Dokumentation
4.14.1 Liste nachgeordneter Zertifizierungsstellen
4.14.2 Liste der Registrierungsstellen
4.14.3 Installations- und Bedienungsanleitungen
4.14.4 Lokalisierung (Sprachanpassung)
4.14.5 Leitfäden für die Zertifizierung
4.14.6 Hinweise zum Schutz des Private-Keys
4.14.7 Key-Signing-Parties
4.15 Software-Pflege (FTP-Server)
4.15.1 Anwendungssoftware
4.15.2 Server-Software
4.15.3 CA-Software (für Sub-CAs)
4.16 Außendarstellung der CA
4.16.1 Benennung: ‘CA’ vs. ‘Trustcenter’
4.16.2 Vertrauen
4.16.3 WWW-Präsenz
4.16.4 Erreichbarkeit der CA als Einrichtung
4.16.5 Verteilung des authentischen CA-Signierschlüssels
4.16.6 Vorträge
4.16.7 Zertifizierung vor Ort
4.16.8 Mails an zertifizierte Nutzer
4.17 Cross-Zertifizierung
4.18 Kooperationsmöglichkeiten
4.18.1 Registrierungsstellen oder nachgeordnete CAs
4.18.2 Uni-Verwaltung
4.18.3 Externe Projekte und Einrichtungen
4.19 Rechtliche Aspekte des CA-Betriebs
4.19.1 Krypto-Kontroverse
4.19.2 Haftung
4.19.3 Versicherungsschutz
4.19.4 Möglichkeit zu SigG-konformer Arbeit
4.19.5 Beweiswert nicht SigG-konformer Signaturen
4.19.6 Exportkontrolle
4.20 Entwicklungsperspektiven
4.20.1 Fortschreibung und Anpassung der Policies
4.20.2 Verlagerung des Schwerpunktes der Arbeit in der Zertifizierungsstelle
4.20.3 Ausbaustufen
4.20.4 Zertifizierungs-Hardware
4.20.5 Neue Anwendungen im Zusammenhang mit Public-Key-Verfahren
5 Praktische Umsetzung des CA-Konzeptes
5.1 Zertifizierungsplattform
5.1.1 Der Zertifizierungsrechner
5.1.2 Betriebssystem
5.1.3 Zertifizierungssoftware
5.1.4 Speichermedium für den geheimen Signierschlüssel
5.2 Vorgehen bei Einrichtung der CA (“Build”)
5.2.1 Auswahl und Beschaffung der Hardware
5.2.2 Beschaffung der Software
5.2.3 Hardware-Vorbereitungen
5.2.4 Installation des Betriebssystems
5.2.5 Tests vor der Inbetriebnahme
5.2.6 Das Jahr2000-Problem
5.2.7 Einrichten der Benutzerbereiche
5.2.8 Installation der CA-Tools
5.2.9 Schlüsselerzeugung für die CA
5.2.10 Vorbereitung der CA-Mitarbeiter
5.2.11 Vorbereitung der ZEDAT-Mitarbeiter (Schulung)
5.2.12 Einbindung in die ZEDAT-Infrastruktur
5.2.13 Interne Probeläufe
5.2.14 Policy-Verabschiedung und -Bekanntgabe
5.2.15 Zertifizierung durch die DFN-PCA
5.3 PR-Anlässe
5.4 Betrieb der CA (“Run”)
5.4.1 Beispiel-Szenarien
5.4.2 Objekt-Lebenszyklen
5.4.3 Terminsachen
5.4.4 Step-by-Step-Anleitungen
5.4.5 Notfallpläne
5.5 Stolpersteine
6 Fazit
6.1 Ausblick
6.1.1 Absehbare technische Entwicklung
6.1.2 Auslaufen des DFN-PCA-Projektes
6.1.3 Erweiterung des Aufgabenfeldes der FU-CA
6.2 Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit entwickelt ein detailliertes Konzept für die Einrichtung und den Betrieb einer Zertifizierungsstelle (Certification Authority, CA) an der Freien Universität Berlin. Das primäre Ziel ist es, den Angehörigen der Universität eine verlässliche Infrastruktur für die Authentifizierung und sichere Kommunikation via Public-Key-Infrastruktur (PKI) bereitzustellen und gleichzeitig das Bewusstsein für die Relevanz von Datensicherheit und Verschlüsselung im wissenschaftlichen und universitären Kontext zu schärfen.
4.2 Outsourcen oder Do-it-yourself?
Um die Größenordnung besser einschätzen zu können, um die es (zumindest in der Perspektive einer breiten Anwendung von Public-Key-Verfahren) bei dem zu erstellenden CA-Konzept geht, vorab einige Daten zur Freien Universität Berlin und zu ihrem Rechenzentrum, der ZEDAT (Quellen: [Fre99, Pre98]):
Viele Unternehmen würden in dieser Situation einen entsprechenden Auftrag an Dienstleister vergeben oder zumindest versuchen abzuschätzen, ob es günstiger ist, ein solches Projekt mit Hilfe externer Fachleute durchzuführen oder es doch besser mit eigenen Mitteln zu realisieren.
Es gibt inzwischen erste Praxisbeispiele, welche Kosten einzelnen Unternehmen bei der Einführung einer Public-Key-Infrastruktur entstanden sind: Über einen Zeitraum von fünf Jahren kommen bei 5.000 Nutzern gut 100 Dollar pro User [Mac98] zusammen. Andere Studien nennen zwischen 400.000 und 1,6 Millionen DM [Net98] für die gleiche Anzahl von Zertifizierungen und den gleichen Zeitraum.
An diesen Summen wird deutlich, daß es für die FU Berlin kaum zu finanzieren wäre, wenn sie diese Dienstleistung out-sourcen würde und tatsächlich ein großer Teil der Studenten oder auch nur der Rechenzentrumsnutzer Gebrauch von einer Zertifizierungsmöglichkeit machen würde.
Eine Inhouse-Lösung hätte einen weiteren, nicht unerheblichen Vorteil: Durch die Verknüpfung von Rechenzentrum und Zertifizierungsstelle könnte Know-How erworben und könnten Synergieeffekte genutzt werden für alle anderen (Netzwerk-)Bereiche, in die jetzt oder in Zukunft ebenfalls Public-Key-Verfahren Einzug halten werden.
Kapitel 1: Beschreibt die grundlegende Motivation für die Arbeit und die Notwendigkeit von Verschlüsselung im E-Mail-Verkehr.
Kapitel 2: Erläutert die theoretischen Grundlagen von Public-Key-Verfahren, digitalen Signaturen und Zertifizierungsstellen.
Kapitel 3: Bietet eine Bestandsaufnahme der aktuellen rechtlichen Situation und technischer Standards für Zertifizierungen in Deutschland.
Kapitel 4: Präsentiert das eigentliche Konzept für eine Zertifizierungsstelle an der Freien Universität Berlin inklusive Policies und Anforderungen.
Kapitel 5: Detailliert die praktische Implementierung der Zertifizierungsplattform, von der Hardware-Auswahl bis zu den Betriebs- und Notfallplänen.
Kapitel 6: Zieht ein Fazit und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Public-Key-Infrastrukturen.
Public-Key-Kryptographie, Digitale Signatur, Zertifizierungsstelle, Certification Authority, FU Berlin, ZEDAT, PGP, X.509, Datensicherheit, IT-Sicherheit, Signaturgesetz, Schlüsselverwaltung, PKI, Identitätsprüfung, Sicherheits-Policy
Die Arbeit entwirft ein umfassendes Konzept für den Aufbau und den Betrieb einer eigenen Zertifizierungsstelle an der Freien Universität Berlin.
Die Schwerpunkte liegen auf den technischen Grundlagen, der rechtlichen Bewertung, der Sicherheits-Policy sowie der praktischen Implementierung im Rechenzentrum.
Ziel ist es, den Universitätsangehörigen eine sichere Möglichkeit zur digitalen Authentifizierung und verschlüsselten Kommunikation mittels Public-Key-Verfahren zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender technischer Standards, rechtlicher Vorgaben sowie einer praxisorientierten Konzeptionsmethode unter Einbeziehung von Bestandsaufnahmen vor Ort.
Der Hauptteil erarbeitet ein zweistufiges Sicherheitsmodell (Low-Level und Medium-Level) für die Zertifizierungsstelle, beschreibt die notwendige Hardware-Plattform und detailliert die organisatorischen Arbeitsabläufe.
Wichtige Begriffe sind Public-Key-Kryptographie, Zertifizierungsstelle, Signaturgesetz, PGP, X.509 und IT-Sicherheits-Policy.
PGP wurde aufgrund seiner hohen Verbreitung unter den Universitätsangehörigen und der bereits bestehenden Nachfrage für diese Art der Verschlüsselung ausgewählt.
Linux wird aufgrund seiner Stabilität, der Verfügbarkeit des Quellcodes und der effektiven Sicherheitsfeatures im Vergleich zu kommerziellen Systemen als idealer Kandidat angesehen.
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