Diplomarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 1,00
II. EINLEITUNG: PROBLEMSTELLUNG
III. THEORIEN UND STUDIEN
IV. HYPOTHESEN ÜBER DIE DETERMINANTEN DER UNTERREPRÄSENTATION VON JUNGEN
A. HYPOTHESE 1: ZUNEHMENDER MANGEL AN MÄNNLICHEN BEZUGSPERSONEN
B. HYPOTHESE 2: NEGATIVE EFFEKTE DER KOEDUKATION
C. HYPOTHESE 3: UNABHÄNGIGKEIT
D. HYPOTHESE 4: BEFINDLICHKEIT
V. DAS ÖSTERREICHISCHE BILDUNGSSYSTEM
A. PRIMARBEREICH (ISCED 1)
B. SEKUNDARBEREICH I (ISCED 2)
C. SEKUNDARBEREICH II (ISCED 3)
D. TERTIÄRBEREICH (ISCED 5 – 7)
VI. STATISTISCHE DARSTELLUNG DER GESCHLECHTERPROPORTION IM ÖSTERREICHISCHEN SCHULSYSTEM
A. ZU DEN STATISTISCHEN DATEN
B. NEGATIVE SCHULABSCHLÜSSE
C. GESCHLECHTERVERTEILUNG NACH SCHULFORMEN
1. Entwicklung von 1923 – 2002
2. Beobachtung der AHS – Oberstufe
3. Entwicklung der Geschlechterverteilung an Universitäten
D. ZEHNTE SCHULSTUFE
E. ZWISCHENRESÜMEE
VII. SOZIOLOGISCHE UNTERSUCHUNG IN GRAZER SCHULEN
A. FORSCHUNGSFELD
B. METHODEN
1. Fragebogen
C. DATENAUSWERTUNG
1. Darstellung der Stichprobe
2. Soziometrie
3. Faktorenanalyse – „Zufriedenheit“
4. Schulleistungen
5. Einfluss der elterlichen Berufe auf die schulische Bildung ihrer Kinder
6. Hypothese 1: Zunehmender Mangel an männlichen Bezugspersonen
7. Hypothese 2: Negative Effekte der Koedukation
8. Hypothese 3: Unabhängigkeit von den Eltern
9. Hypothese 4: Befindlichkeit
VIII. GESCHLECHTSSENSIBLER UNTERRICHT IN THEORIE UND PRAXIS
A. JUNGENARBEIT
B. SCHULPROJEKTE
1. Die KoKoKo Stunden im Wiener Gymnasium „Bertha von Suttner“
2. Hauptschulprojekt PAIS
3. Projekt „Mittelschule“, Schulverbund Anton-Krieger-Gasse
4. Resümee
IX. ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
XI. ANHANG : SCHÜLERFRAGEBOGEN
Die Diplomarbeit untersucht den Wandel der Geschlechterproportion an höheren österreichischen Schulen und erforscht die Ursachen für die zunehmende „Bildungsunlust“ männlicher Jugendlicher. Dabei wird analysiert, inwieweit schulische Rahmenbedingungen, das Fehlen männlicher Bezugspersonen und familiäre Faktoren die Bildungsentscheidungen und Leistungen von Jungen beeinflussen.
A. Hypothese 1: Zunehmender Mangel an männlichen Bezugspersonen
Aufgrund des Mangels an männlichen Bezugspersonen entsteht bei den Jungen Unmut und Desinteresse am Unterricht teilzunehmen. Die Folge davon ist, sofern nicht eine Förderung von außen (z.B.: Eltern) stattfindet, ein Sinken der Leistungen. Durch die Verschlechterung der Noten verringert sich die Motivation weshalb versucht wird, den weiteren Verbleib im Bildungssystem möglichst kurz zu halten.
Männliche Bezugspersonen zu finden wird für Jungen immer schwieriger. Die Väter nehmen sich nicht die Zeit, diese Rolle richtig zu erfüllen. Der Familienverbund wird auch immer schwächer, wodurch es zu weniger Kontakten mit anderen männlichen Verwandten kommt. Statistisch wird diese Entwicklung durch den Anstieg der Scheidungsraten und der Verringerung der Haushaltsgrößen sichtbar gemacht. Lebten 1951 noch über 55% mit drei oder mehr Personen zusammen, so waren es 2001 nur mehr 38% (vgl. Statistik Austria, 2005/1, Tab. 2.18). Der größte Zuwachs ist bei den Einpersonenhaushalten zu verzeichnen (1951: 17,5%, 2001: 33,5%). Die Entwicklung der Eheschließungen und Scheidungen macht ebenso deutlich, dass familiärer Zusammenhalt an Bedeutung verloren hat. 1951 kamen auf jede Scheidung 6,14 Hochzeiten, 2001 waren es nur mehr 1,66 (vgl. Statistik Austria, 2005/1, Tab. 2.21)
In der Schule kann das Verlangen der Buben nach Bezugspersonen des eigenen Geschlechts aufgrund des geringen Anteils an männlichem Lehrpersonal ebenso nicht befriedigt werden. In Abbildung 2 ist ersichtlich, dass in allen Schultypen außer in den Polytechnischen Schulen und in den Berufsbildenden Schulen der weibliche Anteil der Lehrerschaft überwiegt. Am deutlichsten ist dieser Überhang im Pflichtschulbereich (Volksschule, Hauptschule, AHS Unterstufe). Bei den Daten der AHS Lehrerschaft ist zu berücksichtigen, dass hier Unterstufe und Oberstufe gesamt dargestellt werden. Es ist in vielen Schulen üblich mehr Lehrerinnen in der Unterstufe und mehr Lehrer in der Oberstufe einzusetzen. Diese Vorgehensweise wird später in der empirischen Untersuchung noch bestätigt werden.
II. EINLEITUNG: PROBLEMSTELLUNG: Analyse des sinkenden Anteils männlicher Absolventen an höheren Schulen in Österreich seit den 1990er Jahren.
III. THEORIEN UND STUDIEN: Vorstellung von Theorien zur Bildungsbeteiligung und sozialen Ungleichheit, übertragen auf die geschlechtsspezifische Bildungssituation.
IV. HYPOTHESEN ÜBER DIE DETERMINANTEN DER UNTERREPRÄSENTATION VON JUNGEN: Formulierung von vier zentralen Hypothesen, darunter der Mangel an männlichen Bezugspersonen und negative Effekte der Koedukation.
V. DAS ÖSTERREICHISCHE BILDUNGSSYSTEM: Detaillierte Beschreibung der Bildungsstufen von der Volksschule bis zum Tertiärbereich.
VI. STATISTISCHE DARSTELLUNG DER GESCHLECHTERPROPORTION IM ÖSTERREICHISCHEN SCHULSYSTEM: Statistische Analyse der Geschlechterverteilung, negativer Schulabschlüsse und der Situation in der zehnten Schulstufe.
VII. SOZIOLOGISCHE UNTERSUCHUNG IN GRAZER SCHULEN: Empirische Untersuchung mittels Fragebogen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen bei Grazer Achtklässlern.
VIII. GESCHLECHTSSENSIBLER UNTERRICHT IN THEORIE UND PRAXIS: Evaluation von Schulprojekten wie „KoKoKo“, „PAIS“ und „Mittelschule“ zur Förderung geschlechtssensiblen Lernens.
IX. ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion der Benachteiligung von Jungen im österreichischen Bildungssystem.
Bildungsunlust, Geschlechterproportion, männliche Bezugspersonen, Koedukation, Österreichisches Bildungssystem, Jungenarbeit, Sozialisation, Schulabbrecher, Bildungsbeteiligung, empirische Untersuchung, Soziometrie, Schulleistung, Familienstruktur, Geschlechterstereotype, schulische Belastung
Die Arbeit untersucht den Wandel der Geschlechterverteilung an österreichischen Schulen und die Ursachen für die zunehmende Bildungsunlust männlicher Jugendlicher.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen schulischer Rahmenbedingungen, der Mangel an männlichen Vorbildern, die Koedukation und der Einfluss familiärer Hintergründe auf die Bildungslaufbahn von Schülern.
Das Ziel ist es, mögliche Gründe für den sinkenden Anteil männlicher Maturanten zu finden und die geschlechtsspezifische Karriereplanung im österreichischen Schulsystem zu analysieren.
Es wurde eine quantitative Untersuchung in Form einer Schülerbefragung an acht Grazer Schulklassen durchgeführt, ergänzt durch statistische Analysen der österreichischen Schulstatistik und Regressionsmodelle.
Der Hauptteil umfasst eine statistische Analyse des Bildungssystems, die theoretische Herleitung der Hypothesen sowie eine empirische Untersuchung, die Befindlichkeit, Schulleistungen und Einstellungen der Schüler analysiert.
Wichtige Begriffe sind Bildungsunlust, Jungenarbeit, Koedukation, Bildungsbeteiligung, männliche Vorbilder und die soziologische Untersuchung der Schulleistung.
Die Untersuchung zeigt, dass die Zufriedenheit mit der Schule stark vom Lehrkörper abhängt; Schüler fühlen sich bei mangelnder Betreuung oder als ungerecht behandelt wahrgenommen, was ihre Unzufriedenheit steigert.
Die Projekte, wie etwa "KoKoKo", konnten durch geschlechtshomogene Gruppen und ein besseres Verständnis zwischen den Geschlechtern zu einem positiveren Klassenklima beitragen, erfordern jedoch meist hohen Aufwand.
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