Bachelorarbeit, 2006
49 Seiten, Note: 1,1
I. Einleitung
1.1. Aktueller Forschungsstand
1.2. Ländergutachten
1.2.1. Cameroun
1.2.2. Côte d’Ivoire
1.2.3. Ghana
1.2.4. Guinée
1.2.5. Kenia
1.2.6. Niger
1.2.7. Sénégal
1.2.8. Soudan
1.2.9. Togo
II. Methodisches Vorgehen
2.1. Macht: Der neorealistische Ansatz
2.1. Interessen: Der liberale Ansatz
2.3. Werte und Normen: Der konstruktivistische Ansatz
III. Die französische Afrikapolitik der Regierungen von 1994 bis 2002
3.1. Wirtschafts- und Finanzpolitik: Die Abwertung des Franc-CFA
3.2. Entwicklungspolitik: Die Reform der Entwicklungszusammenarbeit
3.3. Sicherheitspolitik: Frankreich ist nicht mehr der „Gendarme d’Afrique“
VI. Die Afrikapolitik unter den Konservativen seit 2002 – Eine Analyse
4.1. Wirtschafts- und Finanzpolitik: Die Franc-Zone als Einflussgebiet
4.2. Entwicklungspolitik: Hilfe für Afrika und Good-Governance
4.3. Sicherheitspolitik: Intervention an der Côte d’Ivoire
V. Fazit
Diese Arbeit untersucht die französische Afrikapolitik seit 2002 unter Anwendung der drei großen Theorierichtungen der Internationalen Beziehungen – Neorealismus, Liberalismus und Konstruktivismus –, um die Gründe für den Kurswechsel unter der konservativen Regierung zu erklären.
3.3. Sicherheitspolitik: Frankreich ist nicht mehr der „Gendarme d’Afrique“
Zwischen 1960 und 1994 war die französische Afrikapolitik von einem starken Aktivismus geprägt. Wiederholte Einsätze im Tschad, in Cameroun und dem damaligen Zaire verliehen Frankreich den Titel ‚Gendarme Afrique’ in der internationalen Staatenwelt (vgl. Leymaire 2004: 17).
Einen Einschnitt in der französischen Sicherheitspolitik stellte 1994 der Genozid in Ruanda dar. Die Hutu-Regierung organisierte einen Völkermord an den Tutsi. Innerhalb einer Woche starben 500.000 Menschen. Mit der ‚Operation Turquoise’ wollte das französische Militär den Vertrieben, Flüchtlingen und Zivilsten in Ruanda zur Hilfe kommen. Das Vorgehen der Franzosen stand nach dem Einsatz lange Zeit in der Kritik und beschäftigte die Öffentlichkeit, denn dem französischen Militär wurde vorgeworfen, den Hutu-Extremisten geholfen und selbst Tutsi ermordet zu haben.
„Nach der schmerzlichen Erfahrung der Opération Turquoise in Rwanda 1994 beschränkten sich die Interventionen der französischen Armee südlich der Sahara bis zum September 2002 auf innerafrikanische Manöver im Rahmen des neuen Kooperationsprogramms Recamp oder auf die Evakuation von Franzosen und Europäern in Notfällen“ (ebd.: 17).
Die militärischen Verbindungen zum afrikanischen Kontinent waren in Frage gestellt und schon Balladur dachte über erste Einsparungen im Militärsektor nach. Lionel Jospin setzte diese ab 1997 in die Tat um. „The headline component of the military changes was a reduction in format and location of France’s prepositions forces in Africa” (Utely 2002: 136). Das französische Militär war bis 1997 in sieben afrikanischen Staaten südlich der Sahara stationiert und umfasste 8500 Soldaten. Jospin kündigte an, die Truppen bis 2002 auf 5500 Mann zurückzuführen. Diese Reduktion kann aber nach Johanna Löhr nicht nur auf den Vorfall in Ruanda zurückgeführt werden, sondern ist Teil einer Reform der gesamten französischen Armee. Die französische Armeestärke wurde von 400.000 Soldaten im Jahr 1996 innerhalb von sechs Jahren auf 250.000 vermindert. Die Rückgänge in Afrika fielen da noch relativ gering aus. Trotzdem wurden bis 1999 schon über 2000 Soldaten abgezogen und zwei Militärbasen geschlossen.
I. Einleitung: Das Kapitel skizziert den radikalen Wandel der französischen Afrikapolitik von einem engagierten Akteur hin zu einer Phase der Zurückhaltung und die anschließende Kehrtwende nach 2002.
II. Methodisches Vorgehen: Hier werden die theoretischen Ansätze des Neorealismus, Liberalismus und Konstruktivismus definiert und in Form von Hypothesen für die Politikfelder Finanz-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik operationalisiert.
III. Die französische Afrikapolitik der Regierungen von 1994 bis 2002: Dieses Kapitel analysiert die Politik der sozialistischen Vorgängerregierungen, die durch Kürzungen der Entwicklungshilfe und eine Abkehr von traditionellen sicherheitspolitischen Rollen gekennzeichnet war.
VI. Die Afrikapolitik unter den Konservativen seit 2002 – Eine Analyse: Eine detaillierte Untersuchung der konservativen Wende unter Chirac, bei der die theoretischen Hypothesen anhand der Finanz-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik überprüft werden.
V. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Konstruktivismus die Entwicklungen der französischen Afrikapolitik im untersuchten Zeitraum am besten erklären kann, während liberale Ansätze weniger zutreffend sind.
Französische Afrikapolitik, Neorealismus, Liberalismus, Konstruktivismus, Zone-Franc, Entwicklungspolitik, Sicherheitspolitik, Good Governance, Côte d’Ivoire, Macht, Einfluss, Interessen, Werte, Postkolonialismus, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert die Veränderungen in der französischen Afrikapolitik seit 2002 und prüft, inwieweit unterschiedliche politikwissenschaftliche Theorien diese Veränderungen erklären können.
Die Analyse konzentriert sich auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik, die Entwicklungszusammenarbeit sowie die Sicherheitspolitik Frankreichs gegenüber dem subsaharischen Afrika.
Das Ziel ist es, den Wandel der französischen Afrikapolitik nach der Beendigung der Kohabitation 2002 durch den Vergleich konkurrierender Hypothesen aus dem Neorealismus, Liberalismus und Konstruktivismus wissenschaftlich zu fundieren.
Es werden Hypothesen aus drei Theorierichtungen der Internationalen Beziehungen aufgestellt, operationalisiert und anhand einer deskriptiven Analyse von Politikbereichen sowie Ländergutachten überprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Afrikapolitik von 1994 bis 2002 und eine detaillierte Analyse der konservativen Politik unter Jacques Chirac seit 2002.
Zu den zentralen Begriffen gehören Macht, Einfluss, Werte, die "Zone-Franc", "Good Governance" und die theoretischen Konzepte des Realismus, Liberalismus und Konstruktivismus.
Die „Zone-Franc“ wird als ein entscheidendes Instrument der französischen Machtstrategie und als Symbol der postkolonialen Bindung betrachtet, dessen Beibehaltung trotz wirtschaftlicher Verluste analysiert wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der konstruktivistische Ansatz die französische Afrikapolitik seit 2002 am besten erklären kann, da das Handeln stärker von Werten und historisch gewachsenen Identitäten geprägt ist als von rein zweckrationalen materiellen Interessen.
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