Examensarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 2,0
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1 Das Ökosystem
1.1 Die Weiterentwicklung einer wissenschaftlichen Betrachtung
1.1.1 Das Problemfeld Ökosystem
1.1.2 Fazit
1.2 Das natürliche Ökosystem
1.2.1 Stoff- und Energieflüsse in natürlichen Räumen
1.2.2 Zusammenfassendes Fazit
1.3 Das urbane Ökosystem
1.3.1 Stoff- und Energieflüsse in urbanen Räumen
1.3.2 Fazit
1.4 Vom natürlichen zum urbanen Ökosystem
1.4.1 Fazit
2 Siedlungstätigkeit
2.1 Landschaftsveränderung und Flächeninanspruchnahme
2.1.1 Bevölkerungsentwicklung und –dichte
2.1.2 Anthropogene Landschaftsnutzung
2.2 Urbanisierung und Siedlungstätigkeit
2.2.1 Suburbanisierungsprozesse
2.2.2 Verkehr
2.2.3 Fazit
3 Die Auswirkungen der Siedlungstätigkeit auf die Veränderung des Naturhaushalts
3.1 Klima und Luft
3.1.1 Gegenüberstellung des urbanen und natürlichen Ökosystems
3.1.2 Lufttemperatur als verändertes meteorologisches Element
3.1.3 Luftmassetausch in urbanen Räumen
3.1.4 Natürliche Ökosysteme in Siedlungsräumen
3.1.5 Luftverunreinigungen durch Siedlungstätigkeiten
3.1.6 Klimatische Veränderung durch den Verkehr
3.1.7 Fazit
3.2 Böden
3.2.1 Veränderung durch Siedlungsfunktionen
3.2.2 Schwermetalle in den Siedlungsböden
3.2.3 Verdichtung und Versiegelung
3.2.4 Fazit
3.3 Wasserhaushalt in Siedlungsräumen
3.3.1 Wasserentnahme
3.3.2 Oberflächen als Einflussfaktoren innerhalb von Siedlungsräumen
3.3.3 Oberflächengewässer
3.3.4 Fazit
3.4 Die städtische Tierwelt
3.4.1 Haustiere
3.4.2 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen anthropogener Siedlungstätigkeit auf den Naturhaushalt. Dabei wird analysiert, wie der Übergang vom natürlichen zum urbanen Ökosystem sowie die damit einhergehende Flächeninanspruchnahme und infrastrukturelle Verdichtung ökologische Prozesse fundamental verändern.
1.1.1 Das Problemfeld Ökosystem
Die Disziplinvielfalt des neu entstandenen Problem- und Bestimmungsfeldes lässt Streit (1980) die Einheitlichkeit einer ökologischen Theorie in Frage stellen. Mosimann (1984) hebt hingegen die Heterogenität des Ökosystems hervor und betont damit die Vielfalt der verschiedenen Aspekte. Sukopp/ Wittig (1998) berücksichtigen beide Betrachtungsweisen, indem sie einerseits der fehlenden Fachsprachenkenntnis die Schuld am Unverständnis untereinander geben und andererseits die Notwendigkeit der Erfassung eines gesamten Ökosystemkomplexes durch verschiedene Disziplinen darlegen. Nicht zuletzt wegen den unterschiedlichen Prioritätensetzungen, sind Uneinigkeiten unter den Disziplinen (insbesondere zwischen der Biologie und der Geographie) immer noch aktuell. Auch wenn dadurch in der Definition des Ökosystems die unterschiedlichsten Ansätze und Prioritätensetzungen entstehen, so wie es auch schon bei der Begriffsbestimmung der Ökologie war, besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass das Ökosystem ein offenes und dynamisches System ist und dass die Erforschung der Organismen im Funktionsgefüge zum Lebensraum im Vordergrund steht.
Ein natürliches Ökosystem lässt sich laut Bick et al. (1984) zwar generell von einem anderen natürlichen abgrenzen (z.B. das Ökosystem des Sees, dass sich von dem benachbarten Waldökosystem, abgrenzt), stehen aber durch Energiefluss, Transport und Wanderungen der Organismen in Verbindung. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam schon Wolkinger (1977), als er die Vernetzung von natürlichen und städtischen Ökosystemen aufzeigte und für die Stadt als notwendig beschrieb, da sie dank Kreisprozessen von ihrem Umland mitversorgt würden. Damit hat er allerdings die Stadt als einen Siedlungsraum als einen „Ökoparasit“ deklassiert.
1 Das Ökosystem: Erläuterung der ökologischen Begrifflichkeiten, der Unterscheidung zwischen natürlichen und urbanen Systemen sowie der wissenschaftlichen Entwicklung der Ökosystemforschung.
2 Siedlungstätigkeit: Analyse des menschlichen Einflusses auf die Landschaftsveränderung, des Flächenverbrauchs sowie der Prozesse von Urbanisierung und Suburbanisierung.
3 Die Auswirkungen der Siedlungstätigkeit auf die Veränderung des Naturhaushalts: Untersuchung der anthropogenen Folgen für Klima, Luft, Boden, Wasser und Tierwelt durch städtische Strukturen.
Ökosystem, Stadtökologie, Siedlungstätigkeit, Naturhaushalt, anthropogene Landschaftsnutzung, Suburbanisierung, Bodenversiegelung, Wasserhaushalt, Schadstoffimmission, Klimawandel, Stoffkreislauf, Energiefluss, Umweltbelastung, Artenvielfalt, Flächeninanspruchnahme
Die Arbeit analysiert den Wandel von natürlichen hin zu urbanen Ökosystemen und bewertet die ökologischen Folgen der menschlichen Siedlungstätigkeit auf den Naturhaushalt.
Zentrale Themen sind die Stoff- und Energieflüsse in Siedlungsräumen, die Flächenversiegelung, der Einfluss des Verkehrs und die Veränderung klimatischer Faktoren durch städtische Infrastruktur.
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung die menschliche Siedlungstätigkeit für die Veränderung des Naturhaushalts hat und wie sich anthropogene Eingriffe auf natürliche Regulationsmechanismen auswirken.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die ökologische, geographische und siedlungsplanerische Fachquellen heranzieht, um die Zusammenhänge zwischen Stadt und Umwelt aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: die begriffliche Definition des Ökosystems, die Analyse der Siedlungstätigkeit und eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen auf Klima, Boden, Wasser und die Tierwelt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stadtökologie, anthropogener Landschaftswandel, Stoffkreisläufe, Versiegelungsgrad und ökologische Belastbarkeitsgrenzen charakterisiert.
Im Gegensatz zum natürlichen, weitgehend autarken und selbstregulierenden System ist das urbane Ökosystem ein durch den Menschen geprägtes, instabiles System, das auf ständige externe Energiezufuhr angewiesen ist.
Die Bezeichnung rührt von der Abhängigkeit der Stadt von ihrem Umland her, da sie durch Kreisprozesse Ressourcen verbraucht und Abfälle exportiert, ohne ihre eigene Versorgung vollständig naturkonform regulieren zu können.
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