Examensarbeit, 2005
92 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Fragestellungen
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Historischer Abriss des Landes
2.1 Geschichte bis zur Gründung 1921
2.1.1 Die altorientalischen Reiche
2.1.2 Die arabisch-islamische Blütezeit
2.1.3 Die osmanische Herrschaft
2.2 Vom Königreich zur Republik (1920-1958)
2.2.1 Die Gründung des modernen Irak
2.2.2 Zwischenkriegsjahre und „Scheinunabhängigkeit“
2.2.3 Der Zweite Weltkrieg und die Folgen
2.2.4 Das Ende der Monarchie
2.3 Von der Republik zur Diktatur (1958-1979)
2.3.1 Das republikanische Experiment
2.3.2 Konsolidierung der Baath-Partei
2.4 Von der Diktatur zum Neubeginn (1979-2003)
2.4.1 Errichtung der Diktatur
2.4.2 Der irakisch-iranische Krieg (1. Golfkrieg)
2.4.3 Die Annexion Kuwaits (2. Golfkrieg)
2.4.4 Irak unter dem Embargo
2.4.5 Der Irak im Visier des Anti-Terror-Krieges der USA (3. Golfkrieg)
2.4.6 Zusammenbruch und Chaos
3. Strukturprobleme des „neuen“ Irak
3.1 Das Aufbrechen alter ethnischer Probleme
3.1.1 Die Schiiten – Übernahme der politischen Führung?
3.1.2 Die Sunniten – Vom Herrscher zum Beherrschten?
3.1.3 Die Kurden – Abspaltung oder Mitgestaltung?
3.2 Der Wiederaufbau des Irak – Hoffnungen und Realitäten
3.2.1 Zielvorstellungen für einen Neuanfang
3.2.2 Was lief bis jetzt verkehrt?
3.2.3 Das Problem der anhaltenden Gewalt und des importierten Terrors
3.2.4 Das Problem der Arbeitslosigkeit
3.2.5 Das Problem der Korruption
3.3 Die Bedeutung des Erdöls für Konflikt, Kooperation und Gewalt im Irak und in der Golfregion
3.3.1 Die strukturelle Prägekraft des Erdöls
3.3.2 Öl als strategisches Potenzial im Irak
3.3.3 Öl und Geostrategie
4. Wohin geht der Weg? – Szenarien und Entwicklungspotenziale des zukünftigen Irak
4.1 Chancen für einen demokratischen Irak?
4.1.1 Die Option einer kurzfristigen Besatzung
4.1.2 Die Option einer langfristigen Besatzung
4.1.3 Wer hat eigentlich Interesse an einem demokratischen Irak?
4.2 Autoritäres Marionettenregime?
4.2.1 Wer übernimmt die Macht?
4.2.2 (über-)regionale Auswirkungen?
4.3 Fragmentierung des Irak?
4.3.1 Auseinanderbrechen und regionale Erneuerung?
4.3.2 (Koordinierte) Teilung?
5. Schlussbemerkungen und Ausblick
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Strukturprobleme und die langfristigen Entwicklungspotenziale des Irak nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im Jahr 2003, um zu beurteilen, ob eine erfolgreiche Transformation zu einem stabilen, demokratischen Staat möglich ist.
2.4.6 Zusammenbruch und Chaos
Gleichzeitig mit dem Fall des Regimes hörte die irakische Armee auf zu existieren. Seitens der Bevölkerung gab es zunächst weder erbitterten Widerstand gegen die Besatzungstruppen noch die erhofften Jubelstürme für die Befreier. Die irakischen Ordnungsorgane Militär, Geheimdienst und Polizei funktionierten nicht mehr; ein Umstand, welcher im Plan des Pentagon offenbar nicht eingerechnet worden war. Das nun entstehende Machtvakuum wurde schnell durch Gesetzlosigkeit gefüllt. Die gerade siegreichen Koalitionstruppen sahen sich nicht im Stande, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, obwohl laut Völkerrecht der Eroberer die Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung des besetzten Landes trägt. In Washington wurde der Kriegsverlauf zwar präzise und professionell geplant, bei der, für die irakische Bevölkerung lebenswichtige, Nachkriegsplanung hatte man jedoch versagt. So kam es beispielsweise zur Plünderung des irakischen Nationalmuseums, wo die Menschheit binnen Stunden unersetzliche Schätze ihres kulturellen Werdens verlor. Gleichzeitig kam es im Atomzentrum Tuwaitha zu Plünderungen radioaktiven Materials. Es gleicht einem Skandal, dass sich die US Truppen als unfähig erwiesen, dieses Material sicherzustellen. Schließlich war der Krieg ja offiziell zu dem Zweck begonnen worden, sicherzustellen, dass Waffen und Materialien mit Massenvernichtungspotenzial nicht vom Irak aus an Terroristen gelangen können.
Auch im Norden und Süden des Landes offenbarten sich mit dem Kriegsende „neue“ Probleme, welche den Irak für die nächsten Wochen und Monate beschäftigen sollten. Im Norden kam es nach der Eroberung von Mossul zu Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Kräften und den dort ansässigen sunnitischen Arabern, welche von den Kurden als illegale Eindringlinge betrachtet werden. Die US Armee konnte nur mit großer Mühe die Ordnung aufrechterhalten. Im Süden mussten die Amerikaner feststellen, dass die religiös-politischen Organisationen der Schiiten, die ihrerseits in Parteien, Clans und klerikale Fraktionen gespalten waren, die politisch am besten organisierte Kraft war, welche im Wettbewerb um die Macht auch vor Gewaltanwendung nicht zurückschreckte.
Für den Irak hatte sich etwas mehr als 80 Jahren nach seiner Gründung „der Kreis geschlossen“. Das Land stand wieder da, wo es begonnen hatte: Als Mündel einer ausländischen, westlichen Macht.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Instabilität des Landes und die Herausforderungen des Neuanfangs nach der Invasion 2003.
2. Historischer Abriss des Landes: Dieses Kapitel gibt einen wissenschaftlichen Überblick über die Entwicklung des Irak von den frühen Hochkulturen bis zum Ende der Baath-Herrschaft.
3. Strukturprobleme des „neuen“ Irak: Hier werden die ethnischen Spannungen, der schwierige Wiederaufbau sowie die zentrale Rolle des Erdöls als Konfliktpotenzial analysiert.
4. Wohin geht der Weg? – Szenarien und Entwicklungspotenziale des zukünftigen Irak: Dieses Kapitel stellt verschiedene Zukunftsszenarien auf, darunter eine Demokratisierung, ein autoritäres Marionettenregime oder eine Fragmentierung des Staates.
5. Schlussbemerkungen und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Wahrscheinlichkeit der skizzierten Szenarien unter Berücksichtigung der komplexen Lage bewertet.
Irak, Saddam Hussein, Baath-Partei, Demokratisierung, Wiederaufbau, Erdöl, Ethnische Konflikte, Schiiten, Sunniten, Kurden, US-Besatzung, Golfkriege, Staatsbildung, Sicherheitspolitik, Stabilität.
Die Arbeit untersucht die strukturellen Probleme, mit denen der Irak nach dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 konfrontiert war, und analysiert die verschiedenen Entwicklungspfade, die das Land unter dem Einfluss der US-Besatzung nehmen könnte.
Die zentralen Themen sind die historische Identitätsbildung des Irak, die ethnisch-religiösen Bruchlinien zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden, der Wiederaufbau der Infrastruktur sowie die ökonomische und strategische Bedeutung des Erdöls.
Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, warum die Transformation des Irak in eine stabile Demokratie nach der Invasion so schwierig ist und welche Szenarien für die Zukunft des Landes am wahrscheinlichsten sind.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte historische Analyse und eine Auswertung von aktuellen Berichten, wirtschaftlichen Statistiken (z.B. der Weltbank) und geopolitischen Analysen, um die komplexen Zusammenhänge im „neuen“ Irak zu durchleuchten.
Im Hauptteil werden zunächst die historischen Wurzeln der Probleme beleuchtet, anschließend die ethnischen Konflikte detailliert und danach die ökonomischen sowie sicherheitspolitischen Hürden des Wiederaufbaus kritisch hinterfragt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratisierungsprozess, ethnische Fragmentierung, Erdölgeopolitik, staatlicher Zusammenbruch und die Rolle der Besatzungsmächte charakterisiert.
Der Autor zeigt auf, dass die tiefe Spaltung zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit, der sunnitischen Minderheit und den Kurden das größte Hindernis für einen konsolidierten irakischen Einheitsstaat darstellt.
Das Erdöl wird sowohl als potenzieller Segen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau als auch als Fluch betrachtet, da es Begehrlichkeiten weckt, die Korruption fördert und die geostrategischen Interessen externer Mächte dominiert.
Der Autor ist in dieser Hinsicht sehr skeptisch. Er sieht in der kurzen Dauer des Aufbaus und der tiefen gesellschaftlichen Instabilität große Risiken, die eher zu einem autoritären Marionettenregime oder einem Auseinanderbrechen des Staates führen könnten.
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