Diplomarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Lernpsychologische Grundlagen
2.1 Grundbedingungen effizienten Lernens
2.2 Lernmotivation
2.3 Flow-Erlebnisse als Handlungsmotivation
3 Pädagogische Grundlagen
3.1 Erfahrungslernen nach Freinet
3.2 Praxislernen
3.3 Lernen im LdL-Verfahren
3.4 Schule als Polis
4 Theaterpädagogische Überlegungen
4.1 Möglichkeiten theaterpädagogischer Arbeit
4.2 Ästhetisches und psychosoziales Erfahrungsspektrum
4.3 Öffentlichkeit als Motor der Theaterarbeit
4.4 Theaterpädagogische Spielformen
4.4.1 Erfahrungslernen im Szenischen Spiel
4.4.2 Forumtheater als Instrument politischer Bildung in der Schule
5 Herstellung von Öffentlichkeit an der Helene-Lange-Schule
5.1 Formen von Öffentlichkeit
5.2 Pädagogische Grundsätze
5.2.1 Veröffentlichung schulischer Leistung
5.2.2 Wirtschaftlichkeit
5.2.3 Einbindung von Fachleuten
5.3 Innerschulische Lernfelder
5.3.1 Für andere lesen und schreiben
5.3.2 Schüler als Lehrende
5.3.3 „Radio Aktiv“
5.4 Raus aus der Schule – Lernen in Ernstsituationen
5.4.1 Forschungsreisen statt Klassenfahrten
5.4.2 Praktika
5.4.3 Das Sozialpraktikum
5.5 Schule als Erfahrungsraum politischer und sozialer Verantwortung
5.5.1 Montag-Morgen-Kreis
5.5.2 Das Nepal-Projekt
5.6 Theaterarbeit an der HLS
5.6.1 Professionelle Theaterarbeit
5.6.2 Thematische Theaterarbeit
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie die Herstellung von Öffentlichkeit an der Helene-Lange-Schule (HLS) als pädagogisches Prinzip eingesetzt wird, um die Persönlichkeitsentwicklung und die Lernmotivation der Schüler nachhaltig zu fördern.
4.3 Öffentlichkeit als Motor der Theaterarbeit
Schüler stehen beim Veröffentlichen von Lernprodukten, sei es ein Referat, eine Kurzgeschichte, ein handwerklich gestaltetes Objekt oder eine Darbietung künstlerischer Natur, immer im Mittelpunkt des Lernprozesses. Sie steuern ihre Tätigkeit selbst, haben gewisse Freiheiten und den Anspruch, ein möglichst gutes Produkt zu präsentieren, so dass das natürliche, innewohnende Bedürfnis nach Selbstausdruck und der Wunsch nach Anerkennung die Handlung vorantreibt. Dies gilt insbesondere für Produkte ästhetischer Natur und soll am Beispiel des Theaterspiels bzw. der Theaterarbeit erläutert werden. Im Theaterspiel kommt es durch den persönlichen Bezug und die freien Gestaltungsmöglichkeiten zu intrinsischer Motivation, die sich durch einen autotelischen Charakter kennzeichnen lässt. Gespielt wird also, weil dass Spielen oder die künstlerische Gestaltung selbst Freude bringt.
Extrinsische Motive rücken zu Beginn eines Theaterprojektes zunächst in den Hintergrund. Das ist darin begründet, dass sich die Spieler vor dem zielgerichteten Inszenierungsprozess erst selbst besser kennen lernen müssen. Dies wird im Rahmen zahlreicher Übungen erreicht, in denen sie ihre Wahrnehmung schulen und ihr Körpergefühl sensibilisieren können, um sich später möglichst intensiv in eine Figur einfühlen und diese verkörpern zu können. Bei der Entdeckung der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten in Form von Körpertraining, Stimmtraining, Rhythmusübungen etc. wird seitens der Spieler immer wieder von Gefühlen der Freiheit berichtet, die unter anderem auf die Bewusstwerdung erweiterter Ausdrucksmöglichkeiten zurückzuführen sind. Die im Rahmen künstlerischer Betätigung möglichen Flow-Erlebnisse sind ein weiterer Anreiz, der sich motivierend auswirkt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet aktuelle Reformdiskussionen nach den Pisa-Studien und führt in die These ein, dass die Herstellung von Öffentlichkeit an der Helene-Lange-Schule eine zentrale Rolle für den Schulerfolg spielt.
2 Lernpsychologische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Bedingungen erfolgreichen Lernens, motivierende Lernfaktoren sowie die Bedeutung der Flow-Erfahrung als Antriebskraft für intrinsisch motiviertes Handeln.
3 Pädagogische Grundlagen: Hier werden theoretische Ansätze wie das Erfahrungslernen nach Freinet, das LdL-Verfahren und das Konzept der Schulpolis der Laborschule Bielefeld als theoretisches Fundament der Arbeit dargestellt.
4 Theaterpädagogische Überlegungen: Es wird untersucht, wie Theaterarbeit als Medium der Persönlichkeitsentwicklung und als Übungsfeld für soziale Interaktionen in der Öffentlichkeit genutzt werden kann.
5 Herstellung von Öffentlichkeit an der Helene-Lange-Schule: Der Hauptteil analysiert die konkrete Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips an der HLS durch Unterrichtsformen, Projekte, Praktika und theaterpädagogische Arbeit.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine konsequente Öffnung der Schule die Lernmotivation und das Selbstbewusstsein der Schüler nachhaltig stärkt und als beispielhaft für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung gilt.
Öffentlichkeit, Helene-Lange-Schule, Theaterpädagogik, Erfahrungslernen, Persönlichkeitsentwicklung, Lernmotivation, Reformpädagogik, Praxislernen, Szenisches Spiel, Forumtheater, Selbstverantwortung, Schulkultur, Sozialpraktikum, LdL, Demokratieerziehung
Die Arbeit untersucht das pädagogische Prinzip der „Herstellung von Öffentlichkeit“ an der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden und analysiert, wie dieses Prinzip zur Verbesserung der Lernmotivation und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler beiträgt.
Die zentralen Felder umfassen lernpsychologische Grundlagen (wie Flow), pädagogische Konzepte der Reformpädagogik, theaterpädagogische Methoden sowie die konkrete Schulpraxis der HLS (Projekte, Praktika, Unterrichtsgestaltung).
Das Ziel ist es, herauszufinden, welchen Stellenwert Öffentlichkeit in der pädagogischen Arbeit der HLS einnimmt und welche Vorteile sich daraus für effizientes Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung der Schulpraxis an der HLS, ergänzt durch die Einbeziehung von Fachpublikationen, Filmaufnahmen und Berichten der Involvierten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch pädagogische Grundlagen und theaterpädagogische Überlegungen sowie die detaillierte Analyse der Praxis der HLS, inklusive der Einbindung von Fachleuten und Lernfeldern außerhalb der Schule.
Zu den prägenden Begriffen gehören Öffentlichkeit, Theaterpädagogik, Erfahrungslernen, Persönlichkeitsentwicklung, Praxislernen und Selbstverantwortung.
Dies geschieht unter anderem durch das „Helferprinzip“, das eigenständige Putzen der Klassenräume, die Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler (LdL) und die Durchführung selbstorganisierter Forschungsreisen ohne ständige Lehrerbegleitung.
Theater dient als Medium der Selbsterkundung und sozialen Interaktion. Es ermöglicht den Schülern, im Schutz von Rollen komplexe Themen zu bearbeiten, ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und im Kontakt mit der Öffentlichkeit ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
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