Diplomarbeit, 2005
70 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Kooperation
2.1 Begriffsbestimmung „Kooperation“
2.2 Gründe für eine Kooperation
2.3 Kooperation in der Praxis
2.4 Risiken der Kooperation
2.4.1 Allgemein
2.4.2 Die fundamentale Transformation
2.4.3 Die Hold-up Problematik
2.4.4 Das Trittbrettfahrerproblem erster und zweiter Ordnung
3 Unternehmensnetzwerke
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Klassifizierung von Unternehmensnetzwerken
3.3 Zusammenhang zwischen Unternehmensnetzwerken und Kooperation
4 Spieltheorie
4.1 Allgemein
4.2 Die Evolution der Kooperation
4.2.1 Das Gefangenendilemma
4.2.2 TIT FOR TAT
5 Die Aussagen Axelrods bezogen auf Unternehmensnetzwerke
5.1 Übertragbarkeit des Gefangenendilemmas auf Unternehmensnetzwerke
5.2 Empfehlungen Axelrods
5.2.1 Veränderung des Verhaltens
5.2.2 Veränderung der Rahmenbedingungen
5.3 Erweiterungen des Gefangenendilemmas
5.3.1 Noise
5.3.2 Das n-Personen-Gefangenendilemma
6 Bereiche von Kooperationen, die durch Axelrod nicht erfasst werden
6.1 Macht / Herrschaftsstrukturen
6.2 Kommunikation
7 Schluss
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die spieltheoretischen Erkenntnisse von Robert Axelrod zur Entwicklung von Kooperation auf den Kontext von Unternehmensnetzwerken übertragen werden können, wobei insbesondere die Herausforderungen durch das Gefangenendilemma sowie mögliche Lösungsansätze im Vordergrund stehen.
2.4.2 Die fundamentale Transformation
Eine Kooperation kann nur dann für alle Seiten erfolgreich sein, wenn die Beteiligten trotz der Kooperation bis zu einem gewissen Grad unabhängig bleiben. Eine bedingte wirtschaftliche Abhängigkeit ist unvermeidlich und Teil einer jeden Kooperation. Eine Kooperation wird ja gerade aus dem Grund eingegangen, weil ein Unternehmen Leistungen des Partners beziehen will, die es selbst nicht zu erfüllen vermag. Wenn jedoch die Abhängigkeit eines Kooperationspartners von einem anderem Kooperationspartner zu groß wird, entsteht die Gefahr der opportunistischen Ausnutzung. Eine Ursache für eine Abhängigkeit ist die fundamentale Transformation. Als fundamentale Transformation wird der Übergang einer ex ante unspezifischen in eine ex post spezifische Leistungsbeziehung bezeichnet (vgl. Williamson, 1990, S. 70 ff.). Es wird davon ausgegangen, dass vor einem Vertragsabschluss zunächst intensiver Wettbewerb zwischen Konkurrenten besteht. Derjenige, der das beste Angebot abgibt, bekommt den Vertrag. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine transaktionsspezifischen Investitionen getätigt worden. Werden auch weiterhin keine transaktionsspezifischen Investitionen durchgeführt, so bleibt der Wettbewerb zwischen den Konkurrenten auch nach Vertragsabschluss bestehen. Der Vertragspartner kann ohne Verluste ausgetauscht werden, wenn ein Konkurrent ein besseres Angebot abgeben kann. Normalerweise allerdings investiert der Vertragspartner transaktionsspezifisch in Human- oder Sachkapital, d. h. er schafft beispielsweise neue Maschinen für genau diesen Auftrag an. Durch diese Investitionen werden Vorteile in Form von z. B Lern- und Erfahrungseffekten generiert (vgl. Picot / Dietl / Franck, 2005, S. 392). Damit ist dieser Vertragspartner ex post im Vorteil gegenüber den bisherigen Konkurrenten. Auf Grund des nun fehlenden Wettbewerbs entsteht eine Monopolbedingung. Der Vertragspartner kann nicht ohne weiteres gewechselt werden, da dies den Verlust der bisherigen Investitionen bedeuten würde.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik von Kooperationen in Unternehmensnetzwerken ein und stellt die Relevanz der spieltheoretischen Untersuchung nach Robert Axelrod heraus.
2 Kooperation: Dieses Kapitel definiert Kooperation betriebswirtschaftlich, beleuchtet Motive für Kooperationen sowie deren Risiken, wie etwa Hold-up-Problematiken und Trittbrettfahrereffekte.
3 Unternehmensnetzwerke: Hier werden Unternehmensnetzwerke definiert, klassifiziert und ihr enger Zusammenhang zu kooperativen Strategien erörtert.
4 Spieltheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Spieltheorie, definiert die zentralen Begriffe und stellt das Gefangenendilemma als Modell für strategische Interaktionen vor.
5 Die Aussagen Axelrods bezogen auf Unternehmensnetzwerke: Die Erkenntnisse Axelrods zur erfolgreichen Strategie TIT FOR TAT werden hier kritisch auf Unternehmensnetzwerke übertragen.
6 Bereiche von Kooperationen, die durch Axelrod nicht erfasst werden: Abschließend werden die Grenzen des Axelrodschen Modells, insbesondere hinsichtlich Machtstrukturen und Kommunikation, analysiert.
7 Schluss: Das Fazit fasst die Übertragbarkeit der spieltheoretischen Empfehlungen zusammen und bewertet die Stabilität von Unternehmensnetzwerken.
Kooperation, Unternehmensnetzwerke, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Axelrod, TIT FOR TAT, Transaktionskosten, Opportunismus, fundamentale Transformation, n-Personen-Dilemma, Reputation, Normen, Reziprozität, Machtstrukturen, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen in Netzwerken kooperieren können und ob spieltheoretische Erkenntnisse, insbesondere von Robert Axelrod, als Erklärungsmuster und Handlungsempfehlungen dienen können.
Die Arbeit verbindet betriebswirtschaftliche Kooperationsformen mit spieltheoretischen Modellen zur Entstehung von Kooperation unter Egoisten.
Es soll untersucht werden, ob die Erkenntnisse aus Axelrods Gefangenendilemma-Analysen auf reale Unternehmensnetzwerke übertragbar sind.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die spieltheoretische Modelle auf die Organisationsform Unternehmensnetzwerk anwendet.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kooperation, die Spieltheorie, die Anwendung von Axelrods Empfehlungen sowie die kritische Reflexion bei n-Personen-Situationen.
Die Analyse wird maßgeblich durch die Konzepte der Spieltheorie, des Gefangenendilemmas, der Strategie TIT FOR TAT sowie durch transaktionsökonomische Begriffe bestimmt.
Im n-Personen-Dilemma ist eine gezielte Bestrafung einzelner Akteure bei Defektion deutlich schwieriger als in der Zwei-Personen-Situation, was die Einführung von Normen erforderlich macht.
Axelrods Modell setzt voraus, dass kein zentraler Herrschaftsstab existiert. Machtstrukturen verändern jedoch die Entscheidungsfreiheit der beteiligten Unternehmen fundamental und können Axelrods Ratschlag der "Reziprozität" aushebeln.
Der Autor argumentiert, dass Kommunikation in Unternehmensnetzwerken, im Gegensatz zur Ausgangssituation des Gefangenendilemmas, eine essenzielle und notwendige Bedingung für den Erfolg und die Anbahnung von Vertrauen ist.
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