Magisterarbeit, 2006
101 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Generationsdiskurs
1. Zum Verständnis des Generationsbegriffs
1.1. Terminologische Einführung
1.2. Generation als Abgrenzungsbegriff?
2. Generationstypen und ihr Umgang mit der Vergangenheit
2.1. Generation der Großeltern
2.2. Generation der Kinder
2.2.1. Väterliteratur
2.3. Enkelgeneration
2.3.1. Gegenwärtige Erinnerungsliteratur
III. Gedächtnis und Erinnerung
1. Einführung zum Erinnerungs- und Gedächtnisbegriff
2. Gedächtnishorizonte
2.1. Kulturelles Gedächtnis
2.2. Individuelles Gedächtnis
2.3. Kommunikatives Gedächtnis
2.3.1. Familiäres Gedächtnis
3. Konflikt zwischen öffentlichem Gedenken und persönlichem Erinnern
IV. Die schwierige Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte - Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“
1. Zum Autor
2. Werksstruktur und Inhalt
3. Timms Annäherung an die eigene Familiengeschichte
3.1. Motive
3.2. Aufarbeitung der Vergangenheit mittels Erinnerung
4. Timms Suche nach Leerstellen im Familiengedächtnis
4.1. Auseinandersetzung mit dem Bruder
4.2. Elternschuld?
4.2.1. Sprachgebrauch
4.2.2. Verhaltensweisen und Denkmuster
4.3. Schlussfolgerung im Text
5. Fazit: Timms Werk im Vergleich zur Väterliteratur
V. Die Suche nach dem „Familiengeheimnis“ – Tanja Dückers’ „Himmelskörper“
1. Zur Autorin
2. Werksstruktur und Inhalt
3. Annäherung an die Geschichte der Familie Sandmann
3.1. Motiv für Freias Spurensuche
3.2. Rekonstruktion der Vergangenheit mittels Erinnerung
3.3. Annäherungsversuche durch gezieltes Nachfragen
3.3.1. Retrospektive
3.3.2. Gegenwart
4. Reflexionen der Enkelin über die Vergangenheit ihrer Familie
4.1. Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen
4.2. Verarbeitung ihrer Familiengeschichte
5. Fazit: Dückers’ Werk innerhalb der Erinnerungsliteratur
VI. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in der deutschen Gegenwartsliteratur mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgegangen wird. Dabei wird analysiert, wie Autoren der Nachkriegsgenerationen die durch den Nationalsozialismus geprägte Familiengeschichte aufarbeiten und welche soziologischen sowie literaturspezifischen Aspekte hierbei eine Rolle spielen, wobei die Werke von Uwe Timm und Tanja Dückers exemplarisch verglichen werden.
Die schwierige Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte - Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“
2003 erscheint mit „Am Beispiel meines Bruders“ Timms bislang persönlichstes Buch. Darin zeichnet der Autor und Ich-Erzähler das Porträt seines 16 Jahre älteren Bruders Karl-Heinz nach, der sich 1942 freiwillig zur Waffen-SS meldete und ein Jahr später auf dem Russlandfeldzug fiel. Anhand des Bruders erzählt Timm seine eigene Familiengeschichte, die exemplarisch für die deutsche Nachkriegsgeschichte ist.
Neben einer eigenen frühen Erinnerung an Karl-Heinz und einigen Geschichten aus dem Familiengedächtnis stehen Timm bei seiner retrospektiven Erinnerungsarbeit die Feldpostbriefe und das Kriegstagebuch des Bruders zur Verfügung. „Durch eingeschobene Wehrmachtsberichte, Tagesbefehle führender Generäle, Nazi-Reden oder auch reflektorische Exkurse des Erzählers“ gewinnt Timms autobiographischer Bericht zusätzlich an Gewicht.
Damit ist sein Prosawerk das „erzählerische Unternehmen, das sich im Grenzbereich von Lebensbeschreibung, Familiengeschichte und Autobiographie bewegt.“
„Mit beeindruckendem Stil- und Balancegefühl gelingt es dem Autor, zwischen Verständnis, Zuneigung, ängstlichem Zurückweichen, Ablehnung und insistierendem Beharren den Bewältigungsdiskurs der Nachgeborenengeneration fortzuführen und in einen neuen Kontext zu stellen.“
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zäsur des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte und die daraus resultierende Belastung für die Nachkriegsgesellschaft, die in der Erinnerungsliteratur verarbeitet wird.
II. Generationsdiskurs: Dieses Kapitel erläutert soziologische Konzepte von Generationen und die unterschiedlichen Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegsjahrgänge im Hinblick auf den Umgang mit der Vergangenheit.
III. Gedächtnis und Erinnerung: Es werden grundlegende theoretische Begriffe wie kulturelles, individuelles und kommunikatives Gedächtnis definiert, um die Mechanismen des Erinnerns und Schweigens innerhalb von Familien zu verstehen.
IV. Die schwierige Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte - Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“: Anhand von Uwe Timms Werk wird analysiert, wie eine persönliche Spurensuche im familiären Umfeld dazu dient, Leerstellen zu schließen und ein Verständnis für die Tätergeneration sowie die eigene Rolle als Nachgeborener zu entwickeln.
V. Die Suche nach dem „Familiengeheimnis“ – Tanja Dückers’ „Himmelskörper“: Dieses Kapitel betrachtet Dückers’ Roman, in dem die Enkelgeneration auf fiktionalisierte Weise der Familiengeschichte nachgeht, um trotz der Distanz zum Geschehen eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu führen.
VI. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass die neuere Erinnerungsliteratur einen subtileren und befreiteren Umgang mit der Vergangenheit ermöglicht, indem sie familiäre Zusammenhänge und die intergenerationelle Kommunikation in den Mittelpunkt stellt.
Erinnerungsliteratur, Familiengeschichte, Nationalsozialismus, Generationendiskurs, Gedächtnisforschung, Väterliteratur, Aufarbeitung, Identitätssuche, Zeitromane, Familiengeheimnis, Nachkriegszeit, Uwe Timm, Tanja Dückers, kollektives Gedächtnis.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Autorinnen und Autoren der neueren Generationen in ihrer Literatur den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ihrer eigenen Familien thematisieren und verarbeiten.
Zentral sind die Dynamik zwischen den Generationen (Großeltern, Eltern, Enkel), das Spannungsfeld zwischen individuellem Erinnern und offiziellem kollektiven Gedächtnis sowie die literarische Aufarbeitung von traumatischen Familiengeheimnissen.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die literarische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit von der „Väterliteratur“ der 70er Jahre hin zu einer differenzierteren „Erinnerungsliteratur“ der Gegenwart entwickelt hat.
Die Arbeit nutzt soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze, insbesondere die Gedächtnistheorien von Aleida Assmann, Jan Assmann und Harald Welzer, um Literaturwerke literaturwissenschaftlich zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert detailliert zwei repräsentative Romane: Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“ und Tanja Dückers’ „Himmelskörper“, wobei sowohl die Autoren als auch ihre literarische Herangehensweise an die Familiengeschichte verglichen werden.
Wichtige Begriffe sind Erinnerungsliteratur, Familiengeschichte, Generationendiskurs, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung und intergenerationeller Dialog.
Timm sucht nicht den radikalen Bruch mit den Eltern, sondern nähert sich der Familiengeschichte durch eine distanzierte, nachdenkliche Spurensuche, um die Motivationen seiner Angehörigen besser zu verstehen.
Sie dient als historischer Hintergrund für die Fluchtgeschichte der Großeltern, die als Familiengeheimnis fungiert, das die Enkelin Freia im Laufe der Erzählung aufzudecken versucht.
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