Diplomarbeit, 2003
157 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Was ist Rassismus?
2.1 Zur Entstehungsgeschichte von „Rasse“ und Rassismus
2.1.1 Die historische Entwicklung des Begriffs „Rasse“
2.1.2 Die historische Entwicklung des Begriffs Rassismus
2.2 Zur Begriffsbestimmung von Rassismus
2.2.1 Definitionsansätze moderner Rassismustheoretiker
2.2.2 Rassismus als komplexes Phänomen: das Konzept dieser Arbeit
2.3 Theorien über die Entstehung von Rassismus
2.3.1 Psychologische und psychoanalytische Erklärungsansätze
2.3.2 Soziologische Erklärungsansätze
2.3.3 Soziobiologischer Erklärungsansatz
2.3.4 Ökonomischer Erklärungsansatz
2.3.5 Diskursanalytischer Erklärungsansatz
2.3.6 Ideologietheoretischer Erklärungsansatz
2.3.7 Vielzahl von Erklärungsansätzen: der Erklärungsansatz dieser Arbeit
2.4 Zwischenfazit: Historische Entwicklung, Definition und Erklärung von Rassismus
3 Pädagogik gegen Rassismus und Ausgrenzung
3.1 Zur Notwendigkeit einer antirassistischen Pädagogik in Deutschland
3.2 Entstehungsgeschichte und Handlungsfelder
3.2.1 Ursprünge einer „anti-racist education“ in Großbritannien
3.2.2 Anfänge einer antirassistischen Pädagogik in Deutschland
3.2.3 Handlungsfelder einer antirassistischen Pädagogik
3.2.4 Exkurs: Interkulturell und/oder Antirassistisch?
3.3 Theorie einer subjektorientierten, antirassistischen Pädagogik
3.3.1 Kritik an antirassistischer Pädagogik als Änderung rassistischer Einstellungen
3.3.2 Der subjektwissenschaftliche Ansatz Klaus Holzkamps
3.4 Zwischenfazit: Zur Situation der antirassistischen Pädagogik in Deutschland
4 Trainingsansätze gegen Rassismus und Ausgrenzung im Vergleich
4.1 Das National Coalition Building Institute (NCBI) Training
4.1.1 Entstehung und Adaption in Deutschland
4.1.2 Ziele und Didaktik
4.1.3 Methodische Grundlagen
4.1.4 Praktische Umsetzung im Training
4.1.5 Kritische Würdigung
4.2 Das „Braunäugig /Blauäugig“–Training („Blue Eyed“)
4.2.1 Entstehung und Adaption in Deutschland
4.2.2 Ziele und Didaktik
4.2.3 Methodische Grundlagen
4.2.4 Praktische Umsetzung im Training
4.2.5 Kritische Würdigung
4.3 Das Betzavta-Training
4.3.1 Entstehung und Adaption in Deutschland
4.3.2 Ziele und Didaktik
4.3.3 Methodische Grundlagen
4.3.4 Praktische Umsetzung im Training
4.3.5 Kritische Würdigung
4.4 Das Anti-Bias-Training
4.4.1 Entstehung und Adaption in Deutschland
4.4.2 Ziele und Didaktik
4.4.3 Methodische Grundlagen
4.4.4 Praktische Umsetzung im Training
4.4.5 Kritische Würdigung
4.5 Zwischenfazit: Reflexiver Vergleich der Trainingsansätze
5 Schlussfolgerungen für die politische Bildungsarbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung
5.1 „Philosophie“ und Wertorientierung
5.2 Ziele, didaktische Prinzipien und Inhalte
5.3 Grundlegende methodische und praktische Anforderungen
5.4 Grenzen einer antirassistischen Bildungsarbeit
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die theoretische Randständigkeit antirassistischer Pädagogik zu überwinden und eine fundierte Basis für eine politische Bildungsarbeit gegen Rassismus im Rahmen der Erwachsenenbildung zu schaffen, indem verschiedene Trainingsansätze analysiert und verglichen werden.
2.1.1 Die historische Entwicklung des Begriffs „Rasse“
Der Begriff „Rasse“ ist ein soziohistorisches Konstrukt, dem nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine biologische Realität entspricht, die legitimieren könnte, Menschen als „Rassen“ in Gruppen einzuteilen. Dennoch hat „Rasse“ die Geschichte der Menschheit in den letzten Jahrhunderten nachhaltig geprägt und beeinflusst, sie wurde zum Teil der gesellschaftlichen Konstruktion von Realität. Obwohl der Begriff „Rasse“ als wissenschaftliche Kategorie abzulehnen ist, erscheint historisches Wissen über seine Entstehungsgeschichte nötig, da sich noch im heutigen Rassismus Elemente des historischen „Rasse“-Denkens wieder finden lassen. In diesem Kapitel wird die Entstehung des Begriffs „Rasse“ im europäischen Raum in seinen entscheidenden Entwicklungsschritten skizziert.
Das Ziel dieses Kapitels liegt nicht darin, sich durch die Darstellung der historischen Entwicklung einer Definition von „Rasse“ anzunähern, sondern vielmehr darin, die Wandelbarkeit seiner Bedeutungsinhalte und damit seine willkürliche Verwendung aufzuzeigen.
1 Einleitung: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit antirassistischer Bildungsarbeit in Deutschland angesichts rechtsextremer Tendenzen und beleuchtet deren theoretische Defizite.
2 Was ist Rassismus?: Dieses Kapitel untersucht die Entstehungsgeschichte des „Rasse“-Begriffs und des Rassismus, diskutiert verschiedene moderne Definitionen und analysiert theoretische Erklärungsansätze.
3 Pädagogik gegen Rassismus und Ausgrenzung: Es wird die Entwicklung der antirassistischen Pädagogik von Großbritannien nach Deutschland nachgezeichnet und die theoretische Fundierung, insbesondere durch Klaus Holzkamp, beleuchtet.
4 Trainingsansätze gegen Rassismus und Ausgrenzung im Vergleich: Vier Trainingsmodelle (NCBI, Blue-Eyed, Betzavta, Anti-Bias) werden hinsichtlich Entstehung, Zielen und Didaktik gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.
5 Schlussfolgerungen für die politische Bildungsarbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung: Basierend auf den vorherigen Analysen werden Kriterien für eine gute und sinnvolle Bildungsarbeit sowie methodische Anforderungen formuliert.
6 Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und ein Ausblick auf die Notwendigkeit weiterführender Evaluationen gegeben.
Rassismus, antirassistische Pädagogik, Politische Bildung, Erwachsenenbildung, Diskriminierung, Vorurteilsforschung, NCBI-Training, Betzavta, Anti-Bias-Training, Blue-Eyed, Ideologie, Machtstrukturen, Empowerment, Identität, Interkulturelles Lernen.
Die Diplomarbeit untersucht die theoretischen und praktischen Grundlagen der antirassistischen politischen Bildungsarbeit in Deutschland mit Fokus auf Erwachsenenbildung.
Die zentralen Felder sind die historische Entstehung von Rassismus, die theoretische Einordnung antirassistischer Pädagogik sowie der Vergleich spezifischer Trainingsansätze.
Das primäre Ziel ist es, Kriterien für eine fundierte und wirksame antirassistische Bildungsarbeit zu formulieren, um deren theoretische Randständigkeit zu überwinden.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie primäre Quellen durch Interviews mit Trainern der untersuchten Ansätze.
Im Hauptteil werden nach einer Rassismus-Definition vier konkrete Trainingsmodelle (NCBI, Betzavta, Anti-Bias und das Blue-Eyed-Training) detailliert analysiert und kritisch bewertet.
Schlüsselbegriffe sind Rassismus, antirassistische Pädagogik, Empowerment, Diskriminierungsabbau und das Verhältnis von individuellem Handeln zu gesellschaftlichen Strukturen.
Das Training wird aufgrund seiner autoritären Methodik, der Gefahr der Überforderung und der starren Täter-Opfer-Dichotomie kritisch bewertet, obwohl es starke emotionale Einblicke in Diskriminierungserfahrungen bietet.
Betzavta ist primär ein Demokratie-Training, das auf das Prinzip der „Dilemma“-Diskussion setzt und weniger auf eine direkte rassistische Thematisierung angewiesen ist als die anderen Ansätze.
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