Bachelorarbeit, 2019
30 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Forschungsfrage
1.2 These
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Macht
2.2 Führung
3 Forschungsmethodik
3.1 Erhebungsmethodik und Datenumfang
3.1.1 Experteninterviews
3.1.2 Durchführung der Interviews
3.1.3 Interviewleitfaden
3.2 Auswertungsmethodik
3.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.2.2 Herleitung des Kategoriensystems
4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
4.1 Beantwortung der Forschungsfrage
4.1.1 Wie werden Entscheidungen getroffen?
4.1.2 Wer trifft Entscheidungen?
4.1.3 Wieso trifft eine Person eine Entscheidung?
4.2 Das Problem der Rollenübernahme
4.3 Machtbeziehungen im „Beta“ Modell
5 Fazit
5.1 Entscheidungsfindung durch die Realisierung von Führung
5.2 Weiterer Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in einem formal hierarchiefreien Unternehmen (dem sogenannten „Beta“-Modell) Entscheidungen getroffen werden und ob sich trotz der Gleichstellung informelle Machtbeziehungen und Führungsstrukturen herausbilden.
4.1.1 Wie werden Entscheidungen getroffen?
Bei der Frage, wie Entscheidungen getroffen werden, wird zwischen alltäglichen Entscheidungen und Entscheidungen in kritischen Momenten unterschieden. Alle fünf Befragten gaben an, dass es in alltäglichen Entscheidungen in der Regel kaum Uneinigkeiten gäbe, da es für jeden Bereich eine Fachkraft gäbe, welcher die Entscheidung übernehme. Die Aufgabenbereiche seien in vielen Teams so präzise aufgeteilt, dass in den meisten Fällen klar sei, wer die Entscheidung über bzw. die Bearbeitung einer Aufgabe übernehme. Selbst wenn es mehrere Fachkräfte zu einem Feld gäbe, hätten diese wiederum die verschiedenen Bereiche so unter sich aufgeteilt, dass es wenige Reibungsmöglichkeiten gäbe. Fachkräfte seien dabei in der Regel Personen, welche besonders viel Erfahrung in ihrem Aufgabengebiet hätten und somit am besten entscheiden könnten, was in entsprechendem Fall zu tun sei:
„Im Großteil aller Fälle würde ich sagen, gibt es irgendeinen Experten zu dem Thema. Nehmen wir an, es ist [irgendein] backend Programmierthema, dann gibt’s einen Programmierer, der die meiste Ahnung davon hat und alle lassen ihn entscheiden […]. Das ist der Idealfall. Der ist ja auch unkritisch.“ (2/1)
Eine andere Herangehensweise, welche hier auch zu den Fachkräfteentscheidungen gezählt wird, ist das agieren nach Datensätzen. Das Unternehmen stütze sich bei all seinen Handlungen auf Daten und auch bei Entscheidungen in manchen Teams würden die Zahlen von vorherigen Aktionen darüber entscheiden, was zu tun sei:
„Wir sind […] sehr datengetrieben. Wir machen diese Diskussion […] nicht aus dem Bauchgefühl, sondern [aus dem] Interest for the client, also finden eine Metrik.“ (1/3)
1 Einleitung: Vorstellung des „Beta“-Modells und Darlegung der Forschungsfrage zur Entscheidungsfindung ohne formale Hierarchien.
2 Grundlagen: Theoretische Definition der Begriffe Macht und elementares Führen als Basis für die Analyse.
3 Forschungsmethodik: Erläuterung der qualitativen Experteninterviews mit Beschäftigten und der Methode der Inhaltsanalyse zur Datenauswertung.
4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Auswertung der Interviews hinsichtlich Entscheidungsprozessen, Meinungsführerschaft und der Problematik der Rollenübernahme.
5 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass auch in „Beta“-Strukturen Führung durch Fachwissen und Verantwortungsübernahme realisiert wird.
Beta, Entscheidungsfindung, postbürokratische Unternehmensform, Hierarchie, informale Strukturen, Führung, Machtbeziehungen, Experteninterviews, Fachkraft, Verantwortungsübernahme, Rollenübernahme, Elementares Führen, Konsens, Management, Unternehmensmodell
Die Arbeit untersucht Entscheidungsprozesse in einem Unternehmen, das formale Hierarchien abgeschafft hat und nach dem „Beta“-Modell arbeitet.
Die zentralen Themen sind Machtbeziehungen, informelle Führungsstrukturen, Rollenübernahme innerhalb von Teams und die Legitimation von Entscheidungsbefugnissen.
Die Forschungsfrage lautet: Wie werden Entscheidungen im „Beta“-Modell getroffen? Dabei steht im Fokus, wer diese trifft und warum bestimmte Personen vermehrt Führung übernehmen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung in Form von fünf qualitativen Experteninterviews mit Beschäftigten des Unternehmens, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert die Praxis der Entscheidungsfindung, identifiziert Meinungsführer und zeigt auf, wie Wissen und Verantwortungsübernahme als informelle Machtressourcen dienen.
Zentrale Begriffe sind Beta-Modell, Hierarchiefreiheit, informale Strukturen, Führung, Machtbeziehungen, Fachwissen und Verantwortungsübernahme.
In alltäglichen Situationen dominiert das Fachwissen als Entscheidungsgrundlage, während in kritischen Momenten informelle Führungspersonen durch ihre Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme an Bedeutung gewinnen.
Führung wird hier als „elementares Führen“ begriffen: Es ist eine situative Anerkennung eines Führungsanspruchs durch die Gruppe, gestützt auf fachliche Expertise oder die Übernahme der Verantwortung für Konsequenzen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass formale Hierarchiefreiheit nicht bedeutet, dass keine Machtverhältnisse existieren; informelle Führung und der Einfluss des Managements bleiben bestehen.
Das Modell ist ein lebender Organismus im Wandel, wobei die Gefahr besteht, dass sich situative Rollen dauerhaft verfestigen und das System in Richtung informeller Machtstrukturen wandelt.
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