Masterarbeit, 2020
76 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gliederung der Arbeit
2. Grundlagen
2.1. Status quo des globalisierten Ernährungssystems
2.1.1. Lebensmittel-Markt
2.1.2. Übergewicht und Hunger
2.1.3. Umweltfolgen
2.1.4. Globale Ungerechtigkeit
2.1.5. Agrarkonzerne
2.2. Nachhaltige Entwicklung
2.3. Stofflich-naturwissenschaftliche Bilanz verschiedener Nahrungsmittel
2.4. Rückkehr der kommunalen Ernährungspolitik
2.4.1. Ernährungsräte im internationalen Kontext
2.4.2. Ernährungsräte im nationalen Kontext
3. Ernährungswende im Ruhrgebiet
3.1. Handlungsfelder des Ernährungsrates in Bochum
3.2. Kantinen und Gemeinschaftsverpflegung in Bochum
3.3. Ernährungsstrategien mit minimalen ökologischen Impacts
3.4. Experteninterviews und Auswertung
4. Orte der Veränderung – Potenziale der Ernährung für die Stadt
4.1. Maßnahmen in der Gemeinschaftsverpflegung
4.2. Bewertung und Ranking der Maßnahmen
4.3. SWOT-Analyse des Bochumer Ernährungsrates
4.4. Handlungsempfehlungen für die Stadt Bochum
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit ein Ernährungsrat (ER) als Medium dienen kann, um Kommunen und insbesondere deren Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger auszurichten. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Stadt Bochum zu entwickeln, um eine zukunftsfähige und gesunde Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten, indem ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen integriert werden.
2.1.4. Globale Ungerechtigkeit
Systembedingte Ungleichheiten sorgen global betrachtet für Verteilungsprobleme, obwohl ausreichend für alle Menschen auf dem Planeten produziert wird. Längst wird Nahrung nicht mehr nur für Menschen, sondern vorwiegend für Nutztiere, deren Existenz sowie zur Energiegewinnung auf riesigen Flächen, angebaut. Dies zieht u. a. eine Ungleichverteilung der Nahrungsmittel, Hunger und Hungertod nach sich.
Menschen, die in der EU leben, verbrauchen indirekt Flächen des globalen Südens. Indem sie Fleisch von Tieren verzehren, welche beispielsweise mit genmanipulierten Sojapflanzen aus Südamerika gefüttert werden. Ebenso führt die Generierung von weiteren Weideflächen zu Landraub des globalen Südens sowie zur Rodung des Regenwaldes.
Laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) verhungern täglich zehntausende Menschen, obwohl die Landwirtschaft etwa zwölf Milliarden Menschen ernähren könnte. Gemessen an der aktuellen Weltbevölkerung fast das Doppelte.
Von den Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels, den stark zunehmenden Extremwetterereignissen, wie Hitzewellen, Dürren, Stürme, Überschwemmungen, Bodenerosionen und Landdegradation, sind landschaftliche Regionen sowie die Gesellschaft direkt betroffen. In erster Linie betrifft es die in Armut lebenden Menschen des globalen Südens, die bei einem Verlust der Ernteerträge oder ihrer Nutztiere, ihre Existenzgrundlage verlieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des aktuellen Ernährungssystems ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Etablierung eines Ernährungsrates in Bochum.
2. Grundlagen: Hier werden das globale Ernährungssystem, seine ökologischen Folgen und das Konzept der nachhaltigen Entwicklung sowie die Rolle kommunaler Ernährungsräte theoretisch beleuchtet.
3. Ernährungswende im Ruhrgebiet: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Situation im Ruhrgebiet, Handlungsfelder für den Ernährungsrat in Bochum sowie die Auswertung geführter Experteninterviews.
4. Orte der Veränderung – Potenziale der Ernährung für die Stadt: Es werden konkrete Maßnahmen für die Gemeinschaftsverpflegung vorgestellt, bewertet und Handlungsempfehlungen für die Stadt Bochum abgeleitet.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf notwendige politische und gesellschaftliche Veränderungsprozesse.
Ernährungswende, Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsrat, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ernährungssicherheit, Bochum, Ökobilanz, CO2-Fußabdruck, Lebensmittelverschwendung, Urban Gardening, Lokale Wertschöpfungsketten, Soziale Gerechtigkeit, Ernährungsökologie, Ernährungspolitik.
Die Arbeit untersucht, wie kommunale Ernährungsräte dazu beitragen können, das Ernährungssystem auf lokaler Ebene nachhaltiger zu gestalten, insbesondere mit Fokus auf die Gemeinschaftsverpflegung.
Zu den zentralen Themen gehören die ökologischen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft, die Rolle der Politik bei der Ernährungsgestaltung und die Möglichkeiten zur Optimierung städtischer Verpflegungseinrichtungen.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit kann ein Ernährungsrat als Medium dienen, um Kommunen und insbesondere deren Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger auszurichten?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Methodik, primär in Form von Experteninterviews mit Vertretern aus Wissenschaft und Gastronomie, um Praxiswissen und Hindernisse für die Ernährungswende zu identifizieren.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Ernährungswende im Ruhrgebiet, der spezifischen Situation in Bochum, der Bewertung von Maßnahmen zur Emissionsreduktion und der SWOT-Analyse für einen lokalen Ernährungsrat.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ernährungswende, Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsrat, Nachhaltigkeit, Klimawandel und Ernährungssicherheit.
Die Gemeinschaftsverpflegung bietet durch die Einkaufsmacht der Städte und die hohe Reichweite bei der Verpflegung vieler Menschen einen idealen Hebel, um einen schnellen und signifikanten Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Ernährungssystems zu nehmen.
Kopenhagen dient als Best-Practice-Beispiel für eine erfolgreiche, ökologische Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung, an der sich andere Städte wie Berlin und Bochum bei der Entwicklung ihrer eigenen Ernährungsstrategien orientieren können.
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