Masterarbeit, 2014
103 Seiten
1 Einleitung
2 Der Gesundheitsbegriff
2.1 Die geschichtliche Entwicklung des Gesundheitsbegriffs
2.2 Die Gesundheit in der ausdifferenzierten modernen Gesellschaft
2.3 Die Gesundheit in Organisationen
2.3.1 Die gesunde Organisation
2.3.2 Das gesunde Mitglied
3 Gesundheitsförderung in Unternehmen
3.1 Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung.
3.2 Haupteinflussfaktor: Unternehmenskultur
3.3 Kosten und Nutzen von Gesundheitsförderung
4 Empirische Untersuchung
4.1 Forschungsfrage und differenzierte Leitfragen
4.2 Theoretisches Modell
4.3 Untersuchungsmethodik
4.3.1 Interviewinstrumentarium
4.3.2 Fallauswahl
4.4 Ablauf der Untersuchung
4.5 Untersuchungsauswertung
5 Ergebnisse
5.1 Die Barrieren und Chancen von betrieblicher Gesundheitsförderung
5.1.1 Das kleinständige Unternehmen ohne Gesundheitsförderung
5.1.2 Das mittelständige Unternehmen ohne Gesundheitsförderung
5.1.3 Das mittelständige Unternehmen mit Gesundheitsförderung
5.1.4 Das kleinständige Unternehmen mit Gesundheitsförderung
5.2 Die Unternehmenstypen
5.2.1 Das junge gesundheitsorientierte Startup- Unternehmen
5.2.2 Das etablierte, mitarbeiterorientierte Unternehmen
5.2.3 Das wachsende, strukturierte Unternehmen
5.2.4 Das gesunde, familienfreundliche Unternehmen
5.2.5 Vergleichenden Interpretation
6 Lösungsansätze für die Implementierung von Gesundheitsförderung in KMU
7 Diskussion
7.1 Ergebnisdiskussion
7.2 Methodendiskussion
8 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Barrieren und Chancen betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) in kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU) im Vergleich zu größeren Einheiten zu identifizieren und zu verstehen, warum BGF in diesen Unternehmen häufig nur begrenzt umgesetzt wird. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern sich kleinständige und mittelständige Unternehmen hinsichtlich ihrer gesundheitsförderlichen Maßnahmen unterscheiden und welche Rolle dabei Unternehmensstruktur, -kultur und Führungsstil spielen.
5.1.1 Das kleinständige Unternehmen ohne Gesundheitsförderung
I: Wo liegen deiner Meinung nach für KU die Barrieren?
B1: Also bei den Kleinunternehmen ist eine der Barrieren wohl, dass man sich nicht damit beschäftigt, weil diese vielleicht gar nicht wissen, dass es so was für Kleinunternehmen gibt. Man denkt, es kostet alles nur Geld und Zeit. (...) Sie sehen da bei der Kosten-Nutzen-Abwägung nur die Kosten, die überwiegen.
Die Unternehmenskultur kann weiterhin eine Barriere oder eine Chance darstellen. Die aus diesem Interview herausgehenden Merkmale der Unternehmenskultur sprechen für die Gesundheit der Mitarbeiter und des Unternehmens, denn Gesundheit wird zum Teil auch psychisch definiert:
B1: (...)Mir fällt aber gerade was ein, wir haben dieses Jahr am CampusCup teilgenommen. Wir haben in der Campusliga Fußball gespielt. Ein Mitarbeiter war dabei und eine Mitarbeiterin kam auch schauen, der andere wollte nicht spielen. Da hätten wir sie alle mitgenommen. Also da haben wir auch während der Arbeitszeit Sport getrieben. Und das war cool, hat Spaß gemacht (..)
B1: Wenn jetzt ein Mitarbeiter sagen würde, jeden Freitag um 15:00 Uhr spielen wir eine Stunde Boule. Da haben wir schon mal darüber nachgedacht. Das ist jetzt keine große sportliche Bewegung, aber man ist draußen an der frischen Luft ... das wollen wir tatsächlich machen, denn hier neben unserem Gebäude ist ein Braschenplatz. Wir haben das Boulespiel bis jetzt noch nicht mitgebracht, das liegt einfach daran, dass wir bis jetzt noch keine Zeit hatten, darüber nachzudenken. Wir sind da wirklich offen dafür und sehen den Mehrwert von solchen Aktivitäten. Gerade Boulespielen kostet ja kein Geld (...)
I: Boulespielen würde die Teamatmosphäre fördern, oder?
B1: Klar, aber wir haben eine gute Atmosphäre, einen lockeren Umgang miteinander, wir gehen zusammen essen... wir sind ja noch klein. Einen Betriebsausflug haben wir auch schon gemacht. Wir waren mit dem Boot unterwegs, so etwas ist wirklich gut (...)
1 Einleitung: Einführung in die Problematik steigender Gesundheitskosten und die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) vor dem Hintergrund der Unternehmensgröße.
2 Der Gesundheitsbegriff: Theoretische Herleitung des Gesundheitsbegriffs unter Berücksichtigung systemtheoretischer Ansätze und der Differenzierung in der modernen Gesellschaft.
3 Gesundheitsförderung in Unternehmen: Erläuterung der Begrifflichkeiten, der Unternehmenskultur als Haupteinflussfaktor sowie der Kosten-Nutzen-Analyse von BGF-Maßnahmen.
4 Empirische Untersuchung: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns, der leitfadengestützten Experteninterviews, der Fallauswahl und der Auswertungsmethodik nach Mayring.
5 Ergebnisse: Präsentation und inhaltsanalytische Aufarbeitung der Interviews, unterteilt in die verschiedenen Unternehmenstypen und deren spezifische Barrieren und Chancen.
6 Lösungsansätze für die Implementierung von Gesundheitsförderung in KMU: Ableitung konkreter, praktikabler Ansätze aus den Untersuchungsergebnissen zur Implementierung von BGF in kleinen und mittleren Unternehmen.
7 Diskussion: Reflexion der Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und kritische Auseinandersetzung mit der gewählten Methodik.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit mit einer zusammenfassenden Darstellung der Barrieren und Chancen sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Gesundheitsmanagement, BGM, KMU, Unternehmenskultur, Barrieren, Chancen, Führung, Prävention, Systemtheorie, qualitative Untersuchung, Experteninterview, Arbeitsbedingungen, Sozialkapital.
Die Arbeit untersucht die Barrieren und Chancen, die bei der Einführung von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) in klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) auftreten, und vergleicht diese mit den Gegebenheiten in größeren Unternehmen.
Zentrale Aspekte sind der Wandel des Gesundheitsbegriffs, der Einfluss der Unternehmenskultur und -struktur, die Kosten-Nutzen-Abwägung von Gesundheitsmaßnahmen sowie die Rolle der Unternehmensgröße für die Umsetzung solcher Angebote.
Ziel ist es, die Gründe für das oft seltene Vorhandensein von BGF in KMU zu identifizieren, die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und praxisnahe Lösungsansätze zur Implementierung zu entwickeln.
Der Autor nutzt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit Geschäftsführern und Entscheidungsträgern von vier Unternehmen geführt und mittels inhaltsanalytischer Verfahren nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Gesundheitsbegriff, Organisationstheorien), die Darstellung der empirischen Untersuchung und die detaillierte Ergebnispräsentation der vier untersuchten Fälle, gefolgt von einer Diskussion der Lösungsansätze.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), KMU, Unternehmenskultur, Barrieren und Chancen, Gesundheitsmanagement und qualitative Inhaltsanalyse.
Junge Startups sind oft von existentieller Unsicherheit und knappen Ressourcen geprägt, weshalb BGF oft zugunsten kurzfristiger Überlebensstrategien vernachlässigt wird, wohingegen etablierte Unternehmen oft über stabilere Strukturen verfügen, die langfristige Konzepte ermöglichen könnten.
Die Unternehmenskultur, insbesondere der Führungsstil und die gelebte Wertschätzung, fungiert als zentraler Hebel. Ein vertrauensvolles Klima kann als Chance dienen, während hierarchische oder auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtete Kulturen als Barrieren wirken können.
Unternehmen müssen sich permanent an Marktveränderungen anpassen. Dieser ständige Druck zur Veränderung kann zu hoher Arbeitsbelastung führen, die die Gesundheit der Mitarbeiter gefährdet, da Prozesse kurzfristig optimiert werden müssen.
Ja, laut der Studie können auch kleine Unternehmen durch kreative Ansätze, wie die Einbindung der Mitarbeiter bei der Maßnahmenplanung, eine positive Gesundheitskultur schaffen, auch wenn die Mittel für teure externe Gesundheitsmanager fehlen.
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