Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Waldbrände Indonesiens
2.1. Waldbrände 2015
3. Die Ursachen der Waldbrände
3.1. Entwaldung und Brandrodung
3.1.1. Gesetzeslage
3.1.2. Problematik bei der Gesetzesdurchsetzung
3.2. Torfmoorgebiete
3.3.3. Hotspots
3.3.3.1. Astra International Group
4. Palmöl-Industrie
4.1. Wenige Konglomerate kontrollieren die Palmöl-Industrie
4.2. Kleinbauern
5. Politische Ökologie
5.1. „Patronage“: Verbindung zur Politik
5.2. Verbindung der Industrie zur lokalen Administration
5.3. Soziale Konfliktforschung
6. Globale Analyse
6.1. Die Europäische Union
6.2. Internationale Konzerne
6.3. Banken finanzieren die Regenwaldzerstörung
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der verheerenden Waldbrände in Indonesien des Jahres 2015 und hinterfragt kritisch die Rolle der Palmöl-Industrie sowie deren Verflechtung mit politischen und globalen Akteuren. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit anthropogene Faktoren und Machtstrukturen maßgeblich für die Brandkatastrophen verantwortlich sind und welche Rolle dabei externe Finanzströme und regulatorische Versäumnisse spielen.
3.1.2. Problematik bei der Gesetzesdurchsetzung
Zwar ist die Verwendung von Feuer zur Entwaldung von der Gesetzeslage her – mit einer Ausnahme – verboten. Andererseits gibt es keine gesetzliche Grundlage, die es verbietet, auf Wäldern, die den Flammen zum Opfer fielen, Plantagen zu errichten. Dadurch ergibt sich ein gewisser Spielraum für Plantagen-Betreiber: schaffen sie es während des Waldbrandes gesetzlichem Belangen zu entgehen, können sich nicht rückwirkend belangt werden. Somit können sie legal eine Plantage errichten. Von VARKKEY durchgeführte Interviews mit lokalen Bewohnern bezeugen, dass die Palmöl-Unternehmer sich bezüglich der Brandstiftung verschiedene Methoden zu Nutze machen, um nicht der Brandlegung überführt zu werden: (1) Brände werden meist an Wochenenden oder während des Freitag-Gebets gelegt, was ihr Risiko signifikant verringert (2) es werden Gebiete von Kleinbauern in Brand gesetzt, damit zusätzlich zu ihrem auch das Gebiet der Palmöl-Besitzer in Brand gerät (3) auch werden Subunternehmer von den Palmöl-Unternehmen bezahlt, um Brandstiftung zu betreiben.
Neben diesen sind es manchmal auch lokale Dorfbewohner, die für die Brandstiftung bezahlt werden. Zum Teil ist es dann der Palmöl-Unternehmer selbst, der die Polizei ruft, um den Brandstifter verhaften zu lassen. Auf dieses heimtückische Kalkül erhält das Palmöl-Unternehmen legal neue, zur Kultivierung bereitstehende Konzessionen (VARKKEY 2013: 206).
Durch die Dezentralisierung, die der indonesische Staatsapparat durchläuft, entstehen Konflikte um Gesetze, die die Durchsetzung dieser erschwert und in mancher Hinsicht widerspricht (VARKKEY 2013: 207). Hier tritt die oben angeschnittene Einschränkung in Kraft: laut Artikel 69 des 32/2009 Environment Law ist es Kleinbauern nämlich erlaubt, bis zu zwei Hektar durch Feuer auf Kultivierung vorzubereiten (SIIA 2016: 12). Diese Verwirrung machen sich sowohl Palmöl-Unternehmer als auch dieser Branche nahestehende Politiker zu Nutze (VARKKEY 2013: 207), worauf ich im späteren Verlauf genauer eingehen werde.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ölpalmen-Monokulturen in Indonesien ein und umreißt die ökologischen Folgen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Waldbrände Indonesiens: Es wird dargelegt, dass Waldbrände ein natürlich auftretendes Phänomen sind, deren Intensität jedoch durch anthropogene Eingriffe und Klimaanomalien massiv verschärft wurde.
3. Die Ursachen der Waldbrände: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Entwaldung, Brandrodung und Torfmooren als Hauptursachen der Feuer, wobei besonders die Brandstiftung beleuchtet wird.
4. Palmöl-Industrie: Hier werden die Struktur der Palmöl-Industrie, die Macht weniger Konglomerate und die Rolle der Kleinbauern analysiert.
5. Politische Ökologie: Dieses Kapitel analysiert die Verflechtungen zwischen der politischen Elite, lokalen Verwaltungen und den Palmöl-Unternehmen sowie die sozialen Auswirkungen.
6. Globale Analyse: Die globale Perspektive zeigt auf, wie ausländische Konzerne, die EU und internationale Banken die Regenwaldzerstörung durch Nachfrage und Finanzierungen mitverursachen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von strikteren Kontrollen, Sanktionen und internationalem Druck zur Bewältigung der Katastrophe.
Indonesien, Waldbrände, Palmöl, Regenwaldzerstörung, Brandrodung, Torfmoore, Politische Ökologie, Patronage, Nachhaltigkeit, Umweltkatastrophe, Entwaldung, Klimawandel, Kleinbauern, Landrechte, Biokraftstoff
Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit den jährlichen Waldbrandkatastrophen in Indonesien und deren direkter Verbindung zum industriellen Anbau von Ölpalmen.
Zentral sind die ökologischen Auswirkungen der Palmöl-Industrie, die korrupten Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft sowie die Rolle internationaler Akteure bei der Regenwaldzerstörung.
Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Waldbrände in Indonesien primär durch menschliches Handeln (Brandstiftung) im Zuge der Palmöl-Expansion verursacht werden und nicht allein auf natürliche Dürreperioden zurückzuführen sind.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus qualitativer Analyse politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie eine quantitative Datenerhebung mittels Auswertung von Satellitenbildern der Brand-Hotspots.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Brände, die Struktur der Palmöl-Industrie, die politische Patronage, soziale Konflikte um Landrechte und die finanzielle Beteiligung globaler Institutionen.
Kernbegriffe sind Palmöl, Waldbrände in Indonesien, Brandrodung, politische Ökologie, Torfmoorzerstörung und die Rolle von Konzernen sowie der Politik.
Torfmoore sind bei natürlichem Wasserstand feuerresistent, doch durch Entwässerung für Plantagen extrem leicht entzündlich, wodurch Brände über Monate unterirdisch schwelen und massiv Feinstaub sowie Treibhausgase freisetzen.
Aufgrund korrupter Patronage-Netzwerke zwischen der lokalen Administration und der Palmöl-Industrie werden Verstöße gegen Umweltauflagen kaum sanktioniert, was ein Strafverfolgungsvakuum schafft.
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