Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Was ist Rechtschreibung?
2.1. Prinzipien der deutschen Rechtschreibung
3. Rechtschreiberwerb
3.1. Das Zwei-Wege-Modell des Rechtschreibens
3.2. Der Rechtschreiberwerb nach Scheerer-Neumann und Thomé
4. Rechtschreibdidaktik im Deutschunterricht der Grundschule
4.1. Zum Begriff der „Rechtschreibkompetenz“
4.2. Der Rechtschreibrahmen: Zielsetzungen und Orientierungen
4.3. Didaktische Konzeptionen
4.3.1. Grundwortschatzkonzepte
4.3.2. Regelkonzepte
4.3.3. Silbenkonzepte
4.3.4. Spracherfahrungsansatz
4.3.5. Analytisch-synthetische Verfahren
4.3.6. Phonographisch orientierter Rechtschreibunterricht
5. Aktueller Diskurs: Die Bonner Studie
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung der Rechtschreibkompetenz in der Grundschule und analysiert verschiedene didaktische Konzepte zur Förderung dieser Kompetenz. Dabei wird erörtert, welche Rolle kognitive Prozesse beim Schriftspracherwerb spielen und wie Lehrkräfte durch methodische Vielfalt den individuellen Lernvoraussetzungen von Kindern gerecht werden können.
3.1. Das Zwei-Wege-Modell des Rechtschreibens
Zur Erinnerung: Die deutsche Rechtschreibung bezieht sich auf das Phonemsystem der Standardsprache. Phoneme werden dabei von Graphemen (Buchstaben oder Buchstabengruppen) verschriftet und durch sie repräsentiert. Problem hierbei stellt die deutlich höhere Anzahl von Phonemen im System des Deutschen dar, nämlich 40 an der Zahl, für die lediglich 26 Buchstaben zur Verfügung stehen. Dies führt gegebenenfalls dazu, dass ein Graphem mehrere Phoneme repräsentiert. Hinzu kommen Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung in Form von Prinzipien wie bspw. das morphologische Prinzip.
D.h. das Schriftsystem des Deutschen birgt viele Besonderheiten und Ausnahmen, die Rechtschreiblerner vor Herausforderungen stellt. An dieser Stelle stellt sich die Frage, worauf Schreiber zurückgreifen, wenn sie ein Wort korrekt verschriften wollen? Wie genau der Rechtschreibprozess abläuft kann anhand des Zwei-Wege-Modells des Rechtschreibens erklärt werden.
Soll ein Schreiber ein Wort verschriften, so gibt es zwei Möglichkeiten, auf die zurückgegriffen werden kann: Zum einen können vorhandene Schreibschemata abgerufen werden, die bereits bekannt sind, um das Wort korrekt zu verschriften. Ist dem nicht so, wird sich der Schreiber zum anderen am Lautschema orientieren und die gesuchte Schreibung wird mithilfe der Phonem-Graphem-Korrespondenz erzeugt. Sind bereits lexikalische oder syntaktische Regeln bekannt, kann der Schreiber diese dementsprechend nutzen und das erzeugte Schreibschema anpassen. Besonders auf Erwachsene und fortgeschrittene Schreiber trifft dies zu, Schreibanfänger müssen sich Schreibschemata häufig erschließen, da Regeln und Prinzipien noch nicht vollständig verinnerlicht wurden. Das Erschließen dieser Schreibschemata stellt einen Abstraktionsprozess dar, in dem ein Laut durch ein Phonem repräsentiert wird. Beide Wege verlaufen nicht immer getrennt voneinander ab, sondern können sich ggf. stützen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Rechtschreibkompetenz ein und skizziert das Ziel der Arbeit, orthographische Strukturen und didaktische Konzeptionen zu beleuchten.
2. Was ist Rechtschreibung?: Hier werden die Definition von Rechtschreibung, ihre normierende Aufgabe und die grundlegenden Prinzipien der deutschen Orthografie erläutert.
3. Rechtschreiberwerb: Dieses Kapitel analysiert den Rechtschreiberwerb als kognitiven Prozess und stellt das Zwei-Wege-Modell sowie Phasenmodelle von Scheerer-Neumann und Thomé vor.
4. Rechtschreibdidaktik im Deutschunterricht der Grundschule: Der Fokus liegt hier auf dem Begriff der Rechtschreibkompetenz, den Vorgaben des Rechtschreibrahmens und einer detaillierten Analyse verschiedener didaktischer Konzeptionen für den Unterricht.
5. Aktueller Diskurs: Die Bonner Studie: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Bonner Studie auseinander, die den Fibelunterricht mit anderen Methoden vergleicht und eine hitzige Debatte über Methodenvielfalt und das Verbot der Methode "Lesen durch Schreiben" auslöste.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit individueller Methodenwahl zusammen und plädiert gegen eine pauschale Verurteilung einzelner Ansätze zugunsten eines differenzierten Unterrichts.
Rechtschreibkompetenz, Rechtschreiberwerb, Zwei-Wege-Modell, Orthografie, Didaktische Konzeptionen, Grundwortschatz, Silbenkonzepte, Regelkonzepte, Spracherfahrungsansatz, Analytisch-synthetische Verfahren, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Bonner Studie, Methodenvielfalt, Schriftspracherwerb, Anfangsunterricht.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Rechtschreibkompetenz in der Grundschule, wobei sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische didaktische Ansätze zur Vermittlung dieser Kompetenz im Fokus stehen.
Die zentralen Felder umfassen die linguistischen Grundlagen der deutschen Rechtschreibung, kognitive Erwerbsmodelle sowie eine kritische Prüfung verschiedener unterrichtlicher Methoden wie Fibelunterricht, Silbenkonzepte und der Spracherfahrungsansatz.
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften einen Überblick über die Komplexität des Rechtschreiblernens zu geben und aufzuzeigen, wie sie durch die Auswahl geeigneter Konzepte die individuelle Rechtschreibkompetenz ihrer Schüler am besten fördern können.
Unter anderem wird das Zwei-Wege-Modell nach Augst und Dehn sowie die Phasenmodelle des Rechtschreiberwerbs nach Scheerer-Neumann und Thomé herangezogen, um den kognitiven Prozess des Rechtschreibens zu erklären.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Prinzipien der Orthografie verschiedene didaktische Konzeptionen detailliert vorgestellt, kritisch reflektiert und in den Kontext der aktuellen bildungspolitischen Debatten gesetzt.
Wesentliche Begriffe sind Rechtschreibkompetenz, Schriftspracherwerb, methodische Vielfalt, didaktische Konzeptionen sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit von Lehrmethoden.
Die Studie dient als Ausgangspunkt für die methodische Diskussion, da sie den Fibelunterricht als überlegen darstellte und damit eine kontroverse Debatte über die Qualität alternativer Ansätze wie "Lesen durch Schreiben" anstieß.
Die Arbeit sieht ein solches Verbot kritisch, da sie die Notwendigkeit eines breiten Methodenrepertoires betont, um den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen von Kindern in einer Klasse gerecht zu werden.
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