Examensarbeit, 2015
81 Seiten, Note: 10
Einleitung
2. Recht auf Bildung, die Schulpflicht
2.1. Durchsetzung der Schulpflicht, der Schulzwang
2.2. Historischer Abriss der Schulpflicht
3. Schulabsentismus: Definition und Begriffsbestimmung
3.1. Heterogene Begriffsbestimmung und deren Nutzung
3.2. Schulschwänzen
3.3. Schulverweigerung
3.4. Zurückhalten/ Schulentzug
3.5. Der aktuelle Forschungsstand
4. Gründe, Ursachen und Folgen des Schulabsentismus
4.1. Das Ausmaß des Schulabsentismus
4.2. Bedingungsfaktoren des Schulabsentismus
4.3 Die individuelle Ebene
4.4. Die institutionelle Ebene
4.5. Schulabsentismus und seine Einflussfaktoren
4.6. Folgen von Schulabsentismus
5. Prävention und Intervention von Schulabsentismus
5.1. Grundlagen
5.2. Die Prävention von Schulabsentismus
5.3. Präventive Maßnahmen auf der Systemebene
5.4. Präventive Maßnahmen auf der Schulebene
5.5. Präventive Maßnahmen auf der Klassenebene
5.6. Intervention von Schulabsentismus
5.7. Interventive Maßnahmen auf der Systemebene
5.8. Interventive Maßnahmen auf der Schulebene
5.9. Interventive Maßnahmen auf der Klassenebene
6. Vorstellung des Praxisforschungsprojekts „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“
6.1 Das Forschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ am Standort Freiburg im Breisgrau
6.2 (Sozial-)Pädagogische Elemente und Gestaltungsprinzipien
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Schulabsentismus, analysiert dessen vielfältige Ursachen sowie Folgen und erarbeitet präventive sowie interventive Ansätze zur Reduzierung von Schulverweigerung, um betroffenen Schülern eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen.
3.2. Schulschwänzen
Die Herkunft des Begriffs Schulschwänzen wird von Grimm mit einem Augenzwinkern beschrieben. Der Terminus leitet sich bekanntlich von dem Begriff „Schwänzelpfennige“ ab. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Rede von Münzgeld, welches von Dienstboten entwendet wurde, wenn sie für ihre Herrschaften Botschaften übermittelt haben. Seinen eigentlichen Ursprung hat der Begriff Schulschwänzen aus einer „Gaunersprache“, auch Rotwelsch genannt, aus dem 13. Jahrhundert, welche von nicht einheimischen Randgruppen gesprochen wurde. Später sprachen Studenten von dem Begriff „Schwänzen“, wenn sie gewollt ihre Vorlesungen und Seminare versäumten.
„Mit Schwänzen verbindet sich aus dieser Tradition bis heute die Vorstellung, dass der Schwänzer [...] die gewonnene Zeit am besten in Geselligkeit, mit (studentischen) Freuden und Späßen zu füllen weiß“. Das Schulschwänzen wird sozusagen mit einem beabsichtigten Regelverstoß gleichgesetzt, wobei die Zeit genüsslich verbracht wird. Als Schulschwänzer werden demnach Jugendliche kategorisiert, die ein gestörtes Familienverhältnis haben, aus sozial schwachen Familien stammen, eine erschwerte Eltern-Kind-Beziehung aufzeigen, und aufgrund einer derart gescheiterten Erziehung müssen diese Jugendliche nacherzogen werden. An sich gesehen ist das Schulschwänzen nicht wirklich besorgniserregend. „Schulversäumnisse dieser Art gehören in das Repertoire adoleszenztypischer Regelverstöße, die keineswegs als Hinweis auf erhebliche Sozialisationsrisiken gewertet werden müssen.“
Schulschwänzende Jugendliche fallen in der Regel durch dissoziale Verhaltensstörungen auf und haben eine geringe oder keine Motivation, Leistungen in der Schule zu erbringen. Bedenklich wird dies jedoch erst, wenn die Schulversäumnisse aufgrund von schulischem Versagen regelmäßiger werden und somit die weitere Schullaufbahn und die Integration in die Gesellschaft erheblich in Gefahr gerät. Das Schulschwänzen lässt sich als ein vorübergehendes Fernbleiben von der Schule definieren, wobei der Schüler gelegentlich auch im Unterricht wieder präsent ist. Verglichen mit Schulverweigerung und Zurückhalten ist das Schulschwänzen der harmloseste Begriff dieses Themenfeldes. Denn beim Schulschwänzen geht es um ein Fehlen in Ausnahmefällen, dies könnten einzelne Stunden sein, wie zum Beispiel, wenn Unterrichtsphasen durch den längeren Aufenthalt auf der Toilette versäumt werden oder durch zu spät kommen oder früher nach Hause gehen. Demnach kann es sich auch um das Ausfallen halber Tage und gelegentliches Fehlen ganzer Tage oder bestimmter Unterrichtseinheiten handeln. Sollte es zu einer längeren und regelmäßigen Abwesenheit kommen, so spricht man von einer Schulverweigerung.
Einleitung: Einführung in das Thema Schulabsentismus, Problematisierung der Schulpflicht und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Recht auf Bildung, die Schulpflicht: Skizzierung des historischen Werdegangs und der rechtlichen Relevanz der Schulpflicht in Deutschland.
3. Schulabsentismus: Definition und Begriffsbestimmung: Überblick über die heterogenen Definitionsansätze von Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung und Zurückhalten.
4. Gründe, Ursachen und Folgen des Schulabsentismus: Tiefgehende Analyse der Faktoren, die zum Fernbleiben von der Schule führen, sowie der psychosozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
5. Prävention und Intervention von Schulabsentismus: Darlegung von Strategien zur präventiven Vorbeugung sowie interventiven Maßnahmen auf System-, Schul- und Klassenebene.
6. Vorstellung des Praxisforschungsprojekts „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“: Präsentation eines Modellprojekts zur Verringerung der Schulverweigerung und dessen Umsetzung am Standort Freiburg.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Notwendigkeit intensiverer präventiver und unterstützender Maßnahmen.
Schulabsentismus, Schulpflicht, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Bildungsforschung, Prävention, Intervention, Schulklima, Unterrichtsqualität, Schulabbruch, Sozialisation, Lehrer-Schüler-Beziehung, Elternarbeit, Lernmotivation, Bildungsauftrag
Die Arbeit befasst sich umfassend mit dem Phänomen des Schulabsentismus, untersucht Ursachen, Folgen und verschiedene Formen des unerlaubten Fernbleibens und entwickelt pädagogische Lösungsstrategien.
Zentral sind der rechtliche Rahmen der Schulpflicht, eine differenzierte Begriffsbestimmung, die Analyse von Bedingungsfaktoren sowie die Darstellung von Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der schulischen Praxis.
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Phänomen Schulabsentismus frühzeitig erkannt, durch gezielte Maßnahmen präventiv verhindert und bei Bedarf erfolgreich interveniert werden kann, um Schülern eine dauerhafte Schulintegration zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Forschungsstände, der Analyse existierender Modelle sowie der Vorstellung und Reflexion eines konkreten Praxisforschungsprojekts.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Gründe und Ursachen (individuell, familiär, institutionell), die Folgen von Schulabsenz sowie detaillierte Interventionskonzepte für verschiedene Ebenen des Schulalltags.
Wichtige Schlagworte sind Schulabsentismus, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Schulschwänzen, Schulverweigerung und Bildungserfolg.
Die Familie wird als primäre Sozialisationsinstanz betrachtet, wobei Desinteresse, fehlende Unterstützung oder belastende Lebensumstände innerhalb der Familie einen maßgeblichen Einfluss auf das Schulbesuchsverhalten der Kinder ausüben können.
Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Bildungscurriculum, Sozialpädagogik und kommunale Netzwerke verzahnt und Schüler individuell an ihren Stärken orientiert fördert, statt sie allein durch Sanktionen zu disziplinieren.
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