Fachbuch, 2020
170 Seiten
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Konzeptioneller Rahmen
2.1 Das multinationale Unternehmen
2.2 Der politische Begriff
2.3 Konzeptionelle Entwicklung in der CSR-Forschung
2.3.1 Unternehmerische Nachhaltigkeit
2.3.2 Corporate Governance
2.3.3 Corporate Citizenship
2.3.4 Corporate Social Responsibility
2.3.5 Corporate Political Activity
2.4 Political Corporate Social Responsibility
2.5 Global Governance
2.6 Zusammenfassung der theoretischen Uberlegungen
3 Politische Macht und politische Verantwortung multinationaler Unternehmen
3.1 Das multinationale Unternehmen als politischer Akteur
3.1.1 Die neue Politisierung von multinationalen Unternehmen
3.1.2 Fallbeispiel: The Coca-Cola Company AIDS Kampagne in Afrika
3.2 Der Begriff der Verantwortung
3.3 Die Machtverhältnisse zwischen nationalen Regierungen und multinationalen Unternehmen
3.3.1 Der Begriff der Macht
3.3.2 Der Machtwandel im Globalisierungsprozess
3.3.3 Fallbeispiel: Lobbyismus in Europa
3.4 Macht und Verantwortung
3.5 Demokratisches Defizit und die Frage nach der Legitimität
3.5.1 Das demokratische Defizit
3.5.2 Die Frage nach der Legitimität
3.6 Das Modell der sozialen Verbindung nach Young (2008)
4 Die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik im Kontext der Globalisierung
4.1 Fallbeispiel: Die Ölförderung der Talisman Energy Inc. im Sudan
4.2 Die hybride Form öffentlich-privater Verantwortung
4.2.1 CSR-induzierte öffentlich-private Partnerschaft
4.2.2 Fallbeispiel: Die Beteiligung des Privatsektors am Bildungssystem in Indien
4.2.3 Fallbeispiel: Die Multi-Stakeholder-Initiative UN Global Compact
4.2.4 Hybride Governance
4.3 Deliberative Demokratie
4.3.1 Die Idee der deliberativen Demokratie
4.3.2 Fallbeispiel: Der Forest Stewardship Council
4.3.3 Kritik am Konzept der deliberativen Demokratie
5 Auswertung der Ergebnisse
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung und Bewertung der politischen Verantwortung multinationaler Unternehmen. Die Forschungsfrage hinterfragt, inwieweit aktuelle Argumente eine politische Sicht auf Corporate Social Responsibility (CSR) stützen und welche Rahmenbedingungen eine Legitimität dieser Verantwortungsübernahme erzeugen können.
3.1.2 Fallbeispiel: The Coca-Cola Company AIDS Kampagne in Afrika
Der Präsident der International AIDS Society, Joep Lange, sagte auf einer AIDS Konferenz in Barcelona 2002 (zitiert nach Ruggie 2004: 524): „If we can get cold Coca-Cola and beer to every remote corner of Africa, it should not be impossible to do the same with drugs.“ Zivilgesellschaftliche Akteure griffen das Thema auf, kritisierten das US-amerikanische Unternehmen öffentlich und beschuldigten es der unterlassenen Hilfeleistung. Das Unternehmen sah sich gezwungen zu reagieren und begann damit Medikamente, Aufklärungs- und Präventivmittel in sein globales Verteilernetzwerk auf dem afrikanischen Kontinent zu integrieren und sich dadurch in diesem Bereich zu engagieren (Ruggie 2004: 517). 2010 wurde bei einem Meeting der Clinton Global Initiative vereinbart, dass die The Coca-Cola Company, der Global Fund und die Bill und Melinda Gates Foundation, ihre Kräfte bündeln werden, um lebenswichtige Medikamente und Vorräte zu denen zu bringen, die sie am dringendsten benötigen.
Das Projekt „Last Mile“ startete 2010 mit dem Ziel, afrikanische Regierungen dabei zu unterstützen, lebenswichtige Medikamente und Vorräte in schwer zu erreichende Regionen zu bringen. Die innovative staatlich-privatwirtschaftliche Partnerschaft nutzt die Infrastruktur und das Know-how von Coca-Cola, um dazu beizutragen, die staatlichen Gesundheitssysteme in ganz Afrika zu verbessern. „Unser Fokus liegt auf dem Aufbau von Kapazitäten sowie der Vermittlung und dem gemeinsamen Austausch geistigen Eigentums“, meint Adrian Ristow, Leiter des Projekts „Last Mile“, auf der unternehmenseigenen Homepage (Moye 2017). „Genauso, wie wir unsere Produkte in alle Teile der Welt bringen, mit dem Ziel, dass die Menschen quasi nur noch ‚ihre Hand danach auszustrecken brauchen‘, teilen wir dieses Know-how, um wichtige Medikamente wie HIV-/Aids-Medikamente dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“ (ibid.)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der politischen Rolle von Unternehmen in der globalisierten Welt ein und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2 Konzeptioneller Rahmen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen durch eine Literaturrecherche zu den Begriffen CSR, Corporate Citizenship, PCSR und Global Governance.
3 Politische Macht und politische Verantwortung multinationaler Unternehmen: Das Kapitel analysiert Unternehmen als politische Akteure, untersucht die Machtverhältnisse zu nationalen Regierungen und beleuchtet Fragen des Demokratiedefizits und der Legitimität.
4 Die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik im Kontext der Globalisierung: Hier werden Fallbeispiele und Rahmenkonzepte (Öffentlich-Private Partnerschaften, deliberative Demokratie) diskutiert, die als Lösungsansätze für die politische Verantwortungsübernahme dienen.
5 Auswertung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Expertenbefragung, die das Meinungsbild zur politischen Rolle von Unternehmen und der Relevanz von CSR skizziert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Chancen und Risiken der politischen Verantwortung von multinationalen Unternehmen.
Corporate Social Responsibility, CSR, Politische Verantwortung, multinationale Unternehmen, MNU, Globalisierung, Global Governance, Lobbyismus, Politische CSR, demokratisches Defizit, Legitimität, deliberative Demokratie, Öffentlich-Private Partnerschaften, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit
Die Arbeit untersucht die wachsende politische Bedeutung multinationaler Unternehmen in einer globalisierten Welt und deren Verantwortung in Bereichen, die traditionell nationalen Regierungen vorbehalten waren.
Zu den zentralen Themen gehören das Konzept der "Political Corporate Social Responsibility", die Machtverhältnisse zwischen Konzernen und Nationalstaaten, sowie die Debatte über Legitimität und demokratische Kontrolle im Kontext globaler Governance.
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit aktuelle Erkenntnisse eine politische Perspektive auf CSR unterstützen und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um eine legitime politische Verantwortungsübernahme durch Unternehmen sicherzustellen.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz mit einer qualitativen Literaturrecherche sowie einer empirischen Expertenbefragung unter 33 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und NGOs.
Der Hauptteil befasst sich mit der Politisierung multinationaler Konzerne, analysiert deren Machtressourcen, diskutiert die "Privatisierung" von Politik durch Lobbyismus und untersucht Lösungsansätze wie deliberative Demokratie und öffentlich-private Partnerschaften.
Wesentliche Begriffe sind PCSR (Political Corporate Social Responsibility), Global Governance, Lobbyismus, Demokratiedefizit, Legitimität und Unternehmensverantwortung.
Das Beispiel wird als politische Verantwortungsübernahme eingestuft, da das Unternehmen originaire staatliche Aufgaben (Gesundheitsversorgung) übernimmt, wobei der Erfolg maßgeblich auf der Zusammenarbeit im "Goldenen Dreieck" (Wirtschaft, Regierung, Gesellschaft) beruht.
Der FSC dient als Beispiel für ein deliberatives Konzept, das versucht, durch strenge Standards und ein Dreikammer-System eine hybride Global-Governance-Struktur zu schaffen, wenngleich er auch mit Legitimationsproblemen und Kritik an der Wirksamkeit konfrontiert ist.
Die Experten kritisieren insbesondere die mangelnde Verbindlichkeit der Standards, das Fehlen unabhängiger Kontrollen, die Intransparenz der Verfahren und die Gefahr des "Greenwashings".
Das Fazit betont, dass eine rein wirtschaftliche Sicht auf CSR nicht mehr ausreicht. Es fordert neue Institutionen, die einerseits die Expertise der Wirtschaft nutzen, aber andererseits die politische Macht der Konzerne demokratisch kontrollieren und regulieren.
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