Magisterarbeit, 2006
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Definition der zentralen Begriffe
1.1.1 Der ‚Westen’
1.2 Einführung in die Debatte
1.2.1 Universalismus
1.2.2 Kulturrelativismus
1.3 Methode und Verortung
1.4 Zur Literaturlage
1.5 Gliederung der Arbeit
2. Das Konzept der Menschenrechte
2.1 Menschenrechte als moralisch-normative Kategorie
2.1.1 Unteilbarkeit der Menschenrechte
2.1.2 Exkurs: „Kann mal einer amnesty helfen, bitte?“
2.2 Menschenrechte als völkerrechtlich-positivistische Kategorie
2.2.1 Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
2.2.1.1 Aufbau und Inhalt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
2.2.1.2 Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in der internationalen Politik
2.2.2 Die Internationalen Pakte von 1966
2.2.3 Weitere Menschenrechtskonventionen und regionale Abkommen
3. Die Theorie des Universalismus
3.1 Die normativ-ontologische Herangehensweise
3.2 Naturrechtliche Begründung der Universalität
3.3 Begründungsansatz in der Aufklärung
3.4 Die theologische Begründung des Universalismus
3.5 Die ubiquitäre Begründung des menschenrechtlichen Universalitätsanspruchs
3.6 Völkerrechtlich-positivistischer Ansatz
3.7 Fazit Universalismus
4. Die Theorie des Kulturrelativismus
4.1 Konstruktivismus
4.2 Der Kulturbegriff
4.3 Westliche Prägung des Menschenrechtskonzepts
4.3.1 Individualismus versus Kollektivismus
4.3.2 Politische Rechte vs. soziale Rechte
4.3.3 Rechte und Pflichten
4.4 Asian Values
4.5 Islam und Menschenrechte
4.6 Afrikanisches Verständnis von Menschenrechten
4.7 Werteimperialismus
4.8 Fazit Kulturrelativismus
5. Ubiquität und Diffusion
5.1 Ubiquität
5.2 Diffusion
5.3 Begründung von Universalität bzw. Kulturrelativismus
5.3.1 Ubiquitäre Begründung des Universalismus
5.3.2 Ubiquitäre Begründung des Kulturrelativismus
5.3.3 Diffusionistische Begründung des Universalismus
5.3.4 Diffusionistische Begründung des Kulturrelativismus
6. Ein westliches Konstrukt mit eingeschränkter Anwendbarkeit
6.1 Vorstellung des Artikels
6.1.1 Die westliche Prägung des Menschenrechtskonzeptes
6.1.2 Ideologische Differenzen
6.1.3 Kulturelle Differenzen
6.2 Kritik des Artikels
6.2.1 Die westliche Verankerung des Menschenrechtskonzepts
6.2.2 Die Priorisierung der ersten Generation der Menschenrechte
6.2.3 Individuum und Gemeinschaft
6.2.4 Fazit: Ein westliches Konstrukt mit mangelnder
7. Ein neuer Universalismus
7.1 Inhalt des Artikels
7.1.1. Einfluss der Internationalen Beziehungen auf die Universalisierung des Menschenrechtskonzepts
7.1.2. Ein neuer Universalismus – Das Konzept
7.1.3. Die Dichotomie zwischen individuellen und kollektiven Rechten
7.1.4. Zusammenfassung des Artikels
7.2 Kritik des Artikels
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die spannungsreiche Beziehung zwischen dem universalen Anspruch der Menschenrechte und kulturrelativistischen Einwänden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit das Menschenrechtskonzept mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen vereinbar ist und ob eine Annäherung im Sinne eines interkulturellen Dialogs möglich ist.
1.2 Einführung in die Debatte
Sind Menschenrechte kulturell gebundene Normen oder sind sie Universalien, und damit Voraussetzung für die Bildung eigener Normvorstellungen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit? Sind die Menschenrechte ein „westliches Konstrukt mit beschränkter Anwendbarkeit“ oder ist das Konzept der Menschenrechte per se ein universelles und seine Hinterfragung lediglich eine romantisierende Verherrlichung der Kultur? Oder ist die scheinbar große Toleranz gegenüber anderen Kulturen gar ein Legitimierungsversuch von menschenunwürdigen Praktiken in einzelnen Ländern? Um die Dramatik der Diskussion erkennbar zu machen, formuliert der Politologe und vehemente Vertreter des Universalismus Ludger Kühnhardt die Frage nach der Universalität der Menschenrechte überspitzt:
„Kann und soll ein universales Menschenrechtsideal geschützt und verbreitet werden, oder aber sind Folter, Internierung, Verfolgung und Hungertod von je anderer moralischer Qualität und rechtlicher Konsequenz je nachdem, ob sie in der westlichen Welt oder in anderen Regionen der Erde stattfinden?“
In der Debatte um die Universalität des Menschenrechtskonzepts stehen sich zwei Positionen gegenüber: die Theorie des Universalismus auf der einen Seite, die alle Menschenrechte als natürliche, angeborene und unveräußerliche Rechte jedes Menschen betrachtet und jegliche Relativierung ablehnt. Die These des Kulturrelativismus auf der anderen Seite, die das Menschenrechtskonzept als Konstrukt von Normen betrachtet, die in einer bestimmten Kultur verankert sind, und die Legitimation einer Universalisierung dieses Konstruktes verneint. Innerhalb dieser beiden Theorien gibt es verschiedene Begründungszugänge, die in den Kapiteln 3, 4 und 5 erörtert werden.
1. Einleitung: Definiert zentrale Begriffe wie den „Westen“ sowie „Menschenrechte“ und führt in den theoretischen Diskurs zwischen Universalismus und Kulturrelativismus ein.
2. Das Konzept der Menschenrechte: Unterscheidet Menschenrechte als moralisch-normative Kategorie einerseits und als völkerrechtlich-positivistische Kategorie andererseits.
3. Die Theorie des Universalismus: Beleuchtet verschiedene Begründungsansätze für den universalen Geltungsanspruch der Menschenrechte, etwa durch Naturrecht, Aufklärung und Theologie.
4. Die Theorie des Kulturrelativismus: Analysiert die Kritik am Universalismus, insbesondere bezüglich der westlichen Prägung, und untersucht verschiedene Kulturkreise wie Asien, Islam und Afrika.
5. Ubiquität und Diffusion: Analysiert die Dichotomie zwischen der ubiquitären Annahme universeller Werte und der diffusionistischen Verbreitung westlicher Standards.
6. Ein westliches Konstrukt mit eingeschränkter Anwendbarkeit: Bietet eine detaillierte Literaturanalyse des wegweisenden Artikels von Pollis und Schwab von 1979.
7. Ein neuer Universalismus: Untersucht die Weiterentwicklung der Position von Adamantia Pollis im Jahr 2000 und die Forderung nach einem neuen Konsens.
8. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen interkulturellen Dialog, um einen „Kampf der Kulturen“ zu vermeiden.
Menschenrechte, Universalismus, Kulturrelativismus, Menschenrechtskonzept, Westliche Prägung, Interkultureller Dialog, Politische Soziologie, Kultursoziologie, Menschenrechtsverletzungen, Werteimperialismus, Individuum, Gemeinschaft, Vereinte Nationen, Menschenwürde, Diskursanalyse
Die Arbeit untersucht den theoretischen und praktischen Konflikt zwischen dem universellen Anspruch des modernen Menschenrechtskonzepts und dem Argument des Kulturrelativismus, das kulturelle Besonderheiten betont.
Zu den zentralen Themen gehören die westliche Prägung von Menschenrechten, die Unterscheidung zwischen politisch-bürgerlichen und wirtschaftlich-sozialen Rechten, das Spannungsfeld zwischen Individualismus und Kollektivismus sowie die Rolle kultureller Traditionen in Afrika, Asien und dem Islam.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit das Menschenrechtskonzept mit verschiedenen kulturellen Traditionen vereinbar ist und ob eine Modifizierung oder eine Annäherung im interkulturellen Dialog möglich bzw. notwendig ist.
Die Arbeit nutzt die Methode der Diskursanalyse, um die verschiedenen Deutungen und Argumente in den Debatten um Universalität und Kulturrelativität zu rekonstruieren, sowie eine Literaturanalyse zweier Artikel von Pollis und Schwab.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse der universalistischen und kulturrelativistischen Theorien, die Betrachtung der Konzepte von Ubiquität und Diffusion sowie eine detaillierte Literaturanalyse der Positionen von Adamantia Pollis und Peter Schwab.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Schlagworte wie Universalismus, Kulturrelativismus, Menschenrechte, interkultureller Dialog, westliche Prägung, Werteimperialismus und die Dichotomie von Individualismus und Gemeinschaft.
Die Asian Values dienen als Fallbeispiel für kulturrelativistische Argumente, die nationale Souveränität, kollektive Wohlfahrt und wirtschaftliche Prioritäten über individuelle politische Rechte stellen, um die universelle Anwendbarkeit westlicher Konzepte in Asien zu hinterfragen.
Die Autorin sieht in Pollis' späterem Werk einen wichtigen Versuch der Konsensfindung und der Revision einer zu starren kulturrelativistischen Sicht, merkt jedoch kritisch an, dass der vorgeschlagene interkulturelle Dialog oft zu sehr auf staatliche Repräsentanten statt auf die Zivilbevölkerung fokussiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

