Fachbuch, 2021
87 Seiten
1 Einleitung
1.1 Menschen mit Migrationshintergrund
1.2 Armut und die Vererbung von Armut
1.3 Die Lebenssituationen der armutsbetroffenen MigrantInnen in Deutschland gegenüber denen ohne Migrationshintergrund
2 Einflussfaktoren und Entstehungsursachen der Vererbung von Armut
Der ökonomische Ansatz: Ressourcenansatz
2.1 Kinderarmut
2.2 Dauerhafte Erwerbslosigkeit bzw. „working poor“ bei MigrantInnen
2.3 Armutspolitik Deutschlands – Sozialstaatsmodell
3 Einflussfaktoren und Entstehungsursachen der Vererbung von Armut II
Der psychosoziale Ansatz
3.1 Der Subkulturansatz
3.2 Erlernte Hilflosigkeit
3.3 Habitus
3.4 Die Sozialisationstheorie
3.5 Soziale Ausgrenzung und soziale Mobilität
3.6 Zusammenfassung des psychosozialen Ansatzes
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Ursachen für die intergenerationale Vererbung von Armut bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, wobei sie explizit danach fragt, ob diese Prozesse eher auf ökonomischen oder psychosozialen Faktoren basieren.
3.1 Der Subkulturansatz
Die Kultur der Armut bzw. der Subkulturansatz der Armut wurde von einem amerikanischen Anthropologen/ Ethnologen Oscar Lewis (1959, 1961 und 1966) konzipiert und geht von der Annahme aus, dass die Armen eine eigene Kultur (eine Gesellschaft innerhalb einer Gesellschaft) und einen besonderen Lebensstil entwickeln, der die Armut verfestigt und zu der intergenerationalen Weitergabe von Armut führt (vgl. Buhr 1995, S. 75ff). Der Ansatz stellt weiter dar, dass die Betroffenen sich in der Lage befinden, die veränderten Lebensbedingungen und Chancen nicht mehr erkennen zu können und eventuell in einen kaum zu durchbrechenden Teufelskreis geraten (ebd.): „Once it (the culture of poverty, P.B.) comes into existence, it tends to perpetuate itself from generation to generation because of its effects on children. By the time slum children are six or seven, they have usually absorbed the basic values and attitudes of their subculture and not psychologically geared to full control of changing conditions or increased opportunities which may occur in their lifetime” (Lewis 1961, S. 50 zit. n. Buhr 1995, S. 76).
1 Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Arbeit, indem sie Armut als sozio-ökonomische Deprivation definiert und die besondere Relevanz der Armutsgefährdung von Menschen mit Migrationshintergrund hervorhebt.
2 Einflussfaktoren und Entstehungsursachen der Vererbung von Armut: Dieses Kapitel analysiert ökonomische Faktoren der Armutsreproduktion, insbesondere Ressourcenmangel, Kinderarmut, Erwerbslosigkeit und die Rolle des deutschen Sozialstaatsmodells.
3 Einflussfaktoren und Entstehungsursachen der Vererbung von Armut II: Hier werden psychosoziale Aspekte beleuchtet, darunter der Subkulturansatz, Habitus, erlernte Hilflosigkeit sowie Theorien zur Sozialisation und sozialen Ausgrenzung.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die psychosozialen Faktoren bei der intergenerationalen Weitergabe von Armut überwiegen.
Armut, Migrationshintergrund, Intergenerationale Vererbung, Ressourcenansatz, Psychosozialer Ansatz, Kinderarmut, Erwerbslosigkeit, Sozialisation, Habitus, Erlernte Hilflosigkeit, Soziale Ausgrenzung, Soziale Mobilität, Sozialstaatsmodell, Bildungsarmut, Armutsgefährdung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen, die dazu führen, dass Armut über Generationen hinweg bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland weitergegeben wird.
Die zentralen Felder sind die ökonomische Ressourcenknappheit, bildungsbedingte Benachteiligungen sowie psychosoziale Faktoren wie Habitus und Sozialisation.
Die Arbeit untersucht, ob die Vererbung von Armut bei Migranten primär durch ökonomische Bedingungen oder durch psychosoziale Faktoren bedingt ist.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die verschiedene sozialpädagogische und migrationssoziologische Ansätze und empirische Berichte zur Armutsforschung zusammenführt.
Der Hauptteil ist in zwei Ansätze untergliedert: den ökonomischen Ressourcenansatz (Kapitel 2) und den psychosozialen Ansatz (Kapitel 3).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Armut, Migrationshintergrund, intergenerationale Transmission, Habitus und soziale Ausgrenzung charakterisiert.
Der Sozialstaat bietet zwar Sicherungssysteme, Buhr weist jedoch darauf hin, dass diese Sozialhilfeleistungen Armut manchmal eher verlängern und verfestigen, anstatt sie ganzheitlich zu beheben.
Sie erklärt den psychologischen Prozess, bei dem Betroffene in anhaltender Knappheit ihre Erwartungen und Aspirationen an ihre prekäre Lage anpassen, was die Armut psychosozial zementieren kann.
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