Fachbuch, 2021
66 Seiten
1 Einleitung
2 Unterdrückung von Frauen im Islam?
3 Islamischer Feminismus - eine begriffliche Annäherung
3.1 Geschichte des islamischen Feminismus
3.2 Einführung in die Begriffsklärungen des islamischen Feminismus
3.3 Was ist islamischer Feminismus?
3.4 Gender-Dschihad und Idschtihād
3.5 Begriffsgeschichte des Idschtihād
4 Gegner*innen des islamischen Feminismus
5 Fundamentalismus
5.1 Fundamentalismus im arabischen Islam
5.2 Tradition des Islams?
6 Hermeneutik des islamischen Feminismus
6.1 Beispiel
6.2 Probleme des Islamischen Feminismus
6.3 Kritik am Ziel des islamischen Feminismus
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Islam und Feminismus und analysiert, ob eine politische Geschlechtergleichheit in der islamischen Welt unter religiöser Begründung realisierbar ist. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit der islamische Feminismus eine emanzipatorische Bewegung oder lediglich einen Mittelweg darstellt.
3.3 Was ist islamischer Feminismus?
Die Theoretikerin des islamischen Feminismus und eine seiner prominentesten Akteurinnen Margot Badran beantwortet die Frage und gibt eine kurze Definition:
„Islamischer Feminismus [...] ist ein feministischer Diskurs und eine feministische Praxis, die sich innerhalb eines islamischen Paradigmas artikulieren. Der Islamische Feminismus, der sein Verständnis und sein Mandant vom Koran herleitet, fordert Rechte und Gerechtigkeit für Frauen - und für Männer - in ihrer gesamten Existenz ein“52.
Die Nahostforscherin Miriam Cooke hebt dabei hervor, dass die islamischen Feminist*innen somit eine fundamentale Kritik an den vorwiegenden hermeneutischen Positionen im islamischen Diskurs anbringen. Sie bemühen sich, durch eine Neuinterpretierung von Koran und Sunna für die Gleichwertigkeit der Geschlechter zu argumentieren und feministische Positionen herauszukristallisieren. Wichtig ist aber, die doppelte Argumentationslinie zu artikulieren: Einerseits werden feministische Positionen islamisch begründet und patriarchalen und traditionellen islamischen Positionen gegenübergestellt. Andererseits wird versucht zu zeigen, dass bestimmte Auslegungen von Koran und Sunna nachweisen, dass sich durch den Islam die Gleichstellung von Mann und Frau begründen lässt53. An dieser Stelle definiert die Ethnologin Ziba Mir-Hosseini den islamischen Feminismus als „[...] einen Gender-Diskurs, der feministisch ist in seinen Bestrebungen und Forderungen, aber islamisch in seiner Sprache und seinen Quellen der Legitimation“54. Der Islam wird demnach als Weg zur Erreichung feministischer Ziele gesehen.
Zusammengefasst ist der islamische Feminismus das Streben nach Emanzipation der Frau innerhalb des islamischen Diskurses, welcher auf dem Koran und der Sunna basiert.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vereinbarkeit von Islam und Feminismus ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Unterdrückung von Frauen im Islam?: Dieses Kapitel beleuchtet die Praxis der Diskriminierung im Namen der Scharia und stellt diesen traditionellen Auslegungen die Position entgegen, dass religiöse Gesetze menschliche Interpretationen und keine göttlichen Vorgaben sind.
3 Islamischer Feminismus - eine begriffliche Annäherung: Hier werden die historischen Wurzeln, die Begriffsdefinition sowie zentrale Konzepte wie der Gender-Dschihad und Idschtihād als Instrumente zur innerislamischen Reform diskutiert.
4 Gegner*innen des islamischen Feminismus: Dieses Kapitel identifiziert zwei Gruppen von Kritikern: westlich geprägte Feministinnen, die den islamischen Feminismus als unzureichend ablehnen, sowie traditionelle Muslime, die das Konzept als westliche, familienfeindliche Einflussnahme betrachten.
5 Fundamentalismus: Die Untersuchung zeigt auf, wie fundamentalistische Lesarten auf einer vergangenheitsorientierten Denkart basieren und eine tiefgreifende Erneuerung durch die Sakralisierung der Tradition blockieren.
6 Hermeneutik des islamischen Feminismus: Dieser Abschnitt analysiert das methodische Vorgehen der Neuinterpretation, diskutiert konkrete Fallbeispiele wie den Koranvers 4:34 und stellt die interne Kritik an der Instrumentalisierung religiöser Texte dar.
Islamischer Feminismus, Geschlechterrollen, Koran, Sunna, Idschtihād, Gender-Dschihad, Patriarchat, Emanzipation, Hermeneutik, Scharia, Fundamentalismus, Geschlechtergleichheit, Islamische Rechtswissenschaft, Moderne, Tradition
Die Arbeit befasst sich mit der Bewegung des islamischen Feminismus, die versucht, Frauenrechte innerhalb eines islamischen Rahmens zu stärken, ohne sich vom Glauben zu distanzieren.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Frauenbewegung im Islam, die Neuinterpretation koranischer Quellen sowie die Auseinandersetzung mit patriarchalischen Traditionen.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob eine politische Geschlechtergleichheit in der islamischen Welt möglich ist, wenn die Argumentation religiös begründet bleiben muss.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Analyse, indem sie die Diskurse und Interpretationen verschiedener islamischer Feministinnen und Reformdenker untersucht und kontextualisiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Geschichte und die hermeneutischen Methoden des islamischen Feminismus sowie die Kritik, der sich diese Bewegung sowohl von konservativer als auch von säkularer Seite ausgesetzt sieht.
Wichtige Begriffe sind Islamischer Feminismus, Idschtihād, Koraninterpretation, Geschlechtergerechtigkeit, Patriarchat und religiöse Reform.
Idschtihād bezeichnet die intellektuelle Bemühung qualifizierter Gelehrter, Gesetze aus religiösen Quellen abzuleiten, und dient im islamischen Feminismus als methodisches Werkzeug zur zeitgemäßen Auslegung des Korans.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der islamische Feminismus zwar den Diskurs über Geschlechterrollen belebt hat, aber oft an seiner eigenen Abhängigkeit von religiösen Institutionen scheitert, um ein echter Gegner für patriarchalische Strukturen zu sein.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

