Diplomarbeit, 1999
139 Seiten, Note: sehr gut
0 EINLEITUNG
1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1.1 SUBLIMINALE WAHRNEHMUNG
1.2 KLASSISCHE KONDITIONIERUNG
1.3 EINSTELLUNG UND EINSTELLUNGSBILDUNG
2 UNBEWUßTE PROZESSE: EMPIRISCHE BEFUNDE UND THEORIEN
2.1 HISTORIE
2.2 UNBEWUßTE KONDITIONIERUNGSPHÄNOMENE
2.3 UNBEWUßTE EVALUATIONSPROZESSE
2.4 KRITIK
3 DIE EXPERIMENTE VON KROSNICK ET AL. (1992)
3.1 SUBLIMINALE KONDITIONIERUNG VON EINSTELLUNGEN?
3.2 KRITIK
4 KONZEPTION DER VORLIEGENDEN UNTERSUCHUNG
4.1 KONZEPT UND ZIELSTELLUNG
4.2 HYPOTHESEN
4.3 MEDIUM VIDEO
4.4 BILDMATERIAL
4.5 FILMMATERIAL
5 VORUNTERSUCHUNG
5.1 VERSUCHSPLAN
5.2 DURCHFÜHRUNG
5.3 ERGEBNISSE
6 HAUPTUNTERSUCHUNG
6.1 VERSUCHSPLAN
6.2 VERSUCHSPERSONEN
6.3 DURCHFÜHRUNG
6.4 FRAGEBOGEN UND MATERIAL
7 ERGEBNISSE
7.1 HYPOTHESENGELEITETE DATENANALYSE
7.1 EXPLORATIVE DATENANALYSE
8 DISKUSSION
9 AUSBLICK
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Replikation der Forschungsergebnisse von Krosnick et al. (1992) zur subliminalen Konditionierung von Einstellungen, um zu prüfen, ob unbewusste Wahrnehmungen einen manipulativen Effekt auf Einstellungen ausüben können. Dabei wird untersucht, inwieweit der Mechanismus der klassischen Konditionierung als Erklärungsmodell für diese Einstellungsänderungen dienen kann, wobei als neue methodische Neuerung ein Videofilm als Darbietungsmedium eingeführt wird.
Die Subception-Hypothese
Der Begriff Subception geht auf McCleary und Lazarus (1949) zurück. Er bezeichnet einen Vorgang, bei dem Probanden Unterscheidungsleistungen erbringen, ohne jedoch eine rationale Begründung für diese Leistung angeben zu können. In diesem Fall sollen nicht-verbale Reaktionen, wie z.B. die psychogalvanische Hautreaktion, bessere Indikatoren für gewisse Informationsverarbeitungsprozesse darstellen als die verbale Aussage der Versuchsperson.
„Differenziert die nicht-verbale Reaktion besser, als es der Zufallserwartung entspricht, während die verbale Antwort falsch ist, wird von Subception gesprochen“ (Perrig et al., 1993, S. 68).
Es besteht also auch hier die klassische Dissoziation zwischen berichtetem Erleben der Probanden und beobachtetem Verhalten. Ein Experiment von Lazarus und McCleary (1951) soll zur Verbildlichung des Phänomens beitragen.
0 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der unbewussten Wahrnehmung und der Forschungsgeschichte, sowie Erläuterung der Zielsetzung dieser Arbeit.
1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe wie subliminale Wahrnehmung, klassische Konditionierung und Einstellungsbildung.
2 UNBEWUßTE PROZESSE: EMPIRISCHE BEFUNDE UND THEORIEN: Umfassender Überblick über den Forschungsstand zu unbewussten Lernprozessen, Konditionierungsphänomenen und Evaluationsprozessen.
3 DIE EXPERIMENTE VON KROSNICK ET AL. (1992): Detaillierte Analyse und kritische Betrachtung der zentralen Studie, auf der diese Diplomarbeit aufbaut.
4 KONZEPTION DER VORLIEGENDEN UNTERSUCHUNG: Vorstellung des methodischen Konzepts, der Hypothesen und der technischen Umsetzung unter Verwendung eines Videofilms.
5 VORUNTERSUCHUNG: Durchführung und Ergebnisse einer Studie zur Überprüfung der Eignung des Videomediums für die subliminale Reizdarbietung.
6 HAUPTUNTERSUCHUNG: Beschreibung des Versuchsdesigns, der Teilnehmerstichprobe und des verwendeten Materials zur Prüfung der Forschungshypothesen.
7 ERGEBNISSE: Detaillierte statistische Auswertung der Daten, einschließlich hypothesengeleiteter und explorativer Analysen.
8 DISKUSSION: Interpretation der Befunde, Einordnung in den Forschungsstand und Erörterung der geschlechtsspezifischen Ergebnisse.
9 AUSBLICK: Überlegungen zu zukünftigen Forschungsansätzen und der Weiterentwicklung des integrativen Modells unbewusster Informationsverarbeitung.
Subliminale Wahrnehmung, Einstellungsbildung, Klassische Konditionierung, Evaluatives Konditionieren, Affektives Priming, Unbewusste Prozesse, Einstellungsänderung, Video-Darbietung, Kontingenzbewusstsein, Signalentdeckungstheorie, Geschlechtseffekte, Wahrnehmungsschwelle, Sozialpsychologie, Kognition, Affekt.
Die Diplomarbeit untersucht, ob Einstellungen durch visuelle Reize, die unbewusst wahrgenommen werden, beeinflusst oder verändert werden können (sogenannte subliminale Konditionierung).
Die Arbeit behandelt die Schnittstelle zwischen der unbewussten Wahrnehmungspsychologie, der klassischen Konditionierung und der Einstellungsforschung.
Das primäre Ziel ist die Replikation und methodische Erweiterung einer Studie von Krosnick et al. (1992), um zu klären, ob unbewusste Wahrnehmungen einen manipulativen Effekt auf die Bewertung von Personen haben.
Es wird ein experimentelles 5-Gruppen-Design angewandt, bei dem Probanden einen Videofilm betrachten, in den subliminale, affektiv valente Bilder eingeschnitten sind, um Einstellungsunterschiede gegenüber einer Zielperson zu erzeugen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands, die kritische Diskussion der Krosnick-Studie sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung des eigenen Experiments, inklusive einer Voruntersuchung zur methodischen Absicherung.
Wichtige Begriffe sind subliminale Wahrnehmung, Einstellungsbildung, klassische Konditionierung, evaluatives Konditionieren, affektives Priming und unbewusste Prozesse.
Das Video wird als neues Darbietungsmedium verwendet, das eine natürlichere Lernsituation imitiert und eine höhere Aufmerksamkeitsbindung ermöglicht als die in früheren Studien genutzte Diaprojektion.
Die Analyse ergab einen signifikanten geschlechtsspezifischen Effekt: Männliche Versuchspersonen zeigten das vorhergesagte Antwortmuster einer Einstellungsänderung, während bei Frauen teilweise entgegengesetzte Tendenzen beobachtet wurden.
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