Diplomarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Terminologie, Definition und Begriffskritik
1.1 Überlegungen zu den Begriffen „verbale Entwicklungsdyspraxie“ und „-apraxie“
1.2 Historischer Exkurs
1.2.1 Die erste Erwähnung des Begriffs der „Developmental Articulatory Dyspraxia“
1.2.2 Der erste in der Literatur beschriebene Fall von verbaler Entwicklungs-Dyspraxie
1.3 Das Sprachproduktionsmodell von CARUSO und STRAND
1.4 Zur Einordnung der Störung
1.5 Exkurs: Neurogen erworbene Apraxie
1.5.1 Kurze Darstellung des Störungsbildes Apraxie
1.5.2 Kurze Darstellung des Störungsbildes Sprechapraxie
1.6 Zur Problematik des Begriffs „verbale Entwicklungsdyspraxie“
2. Symptomatik der verbalen Entwicklungsdyspraxie
2.1 Zur Häufigkeit und dem Geschlechterverhältnis
2.2 Zur genetischen Disposition
2.3 Zum neurologischen Hintergrund
2.4 Ausschlusskriterien
2.5 Nichtsprachliche Auffälligkeiten
2.6 Auffälligkeiten der Sprache und des Sprechens
2.6.1 Artikulatorische Auffälligkeiten
2.6.2 Prosodische Auffälligkeiten
2.6.3 Oraler Befund
2.6.4 Weitere Auffälligkeiten
2.7 Verbale Entwicklungsdyspraxie in Verbindung mit anderen Störungs-Bildern
3. Diagnostik
3.1 Zur Problematik der Diagnose und Differentialdiagnose bei verbaler Entwicklungsdyspraxie
3.2 Klinische Untersuchungsmethoden
3.3 Anamnese
3.4 Prüfverfahren zur Erfassung einer verbalen Entwicklungsdyspraxie
3.4.1 Beurteilung der Spontansprache
3.4.2 „Screening zur Erfassung der artikulatorischen und sprechmotorischen Komponenten bei Verdacht auf verbale Entwicklungsdyspraxie“ zusammengestellt von DITTSCHEIDT
3.4.3 „Verbal Motor Production Assessment for Children“ nach HAYDEN und SQUARE
3.5 Prüfverfahren zur Erfassung anderer Störungsbilder, die mit verbaler Entwicklungsdyspraxie einhergehen können
3.5.1 Beobachtungsbogen zur Feststellung von Praxie oder einer motorisch-apraktischen Schwäche
3.5.2 Standardisierte Verfahren zur Feststellung einer motorischen Entwicklungsdyspraxie
3.5.3 Feststellung einer oralen Apraxie
3.5.4 Feststellung einer Störung der temporellen Verarbeitung
3.6 Zusammenfassung
4. Therapie der verbalen Entwicklungsdyspraxie
4.1 Allgemeine Überlegungen zur Therapie einer verbalen Entwicklungsdyspraxie
4.2 Verschiedene Therapieansätze
4.2.1 Therapieansätze zur Verbesserung der motorischen Planung
4.2.2 Intensiver Drill
4.2.3 Übungsmaßnahmen auf rein oromotorischer Basis
4.2.4 Das Einüben von Bewegungssequenzen
4.2.5 Das Einüben kontrollierter Sprechgeschwindigkeit
4.2.6 Die Einbeziehung prosodischer Aspekte in die Therapie
4.2.7 Das Ansprechen verschiedener Modalitäten
4.3 Spezifische Therapiemethoden
4.3.1 Die Melodische Intonationstherapie
4.3.2 Das PROMPT System / TAKTKIN-Programm
4.3.3 Die Assoziationsmethode nach MCGINNIS
4.3.4 Die Totale Kommunikationstherapie
5. Resümee
Ziel der Arbeit ist es, das komplexe und umstrittene Störungsbild der verbalen Entwicklungsdyspraxie (VED) zu beleuchten, aktuelle diagnostische Möglichkeiten und therapeutische Ansätze kritisch zu analysieren und dabei insbesondere den bisher wenig beachteten Bereich der Diagnostik zu fokussieren.
1.1. Überlegungen zum Begriff „Verbale Entwicklungsdyspraxie“ und „-apraxie“
„Praxie“ (griechisch: praxis = Tun) ist nach LESNY die Fähigkeit und Geschicklichkeit, erlernte, d.h. zweckmäßige und zielbewußte komplizierte Bewegungen und Leistungen im Alltag auszuführen. Gesteuert wird diese Fähigkeit kortikal.2 Bei DAHAN findet sich folgende Begriffserklärung:
„Wenn die willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen durch Inanspruchnahme der zerebralen bzw. zerebellaren Aktivität in eine koordinierte Funktion zum Erzielen eines bestimmten Zweckes zusammengefaßt werden, wird die Praxia erreicht. Atmen, Schlucken, Kauen, Sprechen und Laufen sind Praxien, die durch Wiederholung, Erwerbung, Integrierung und Erinnerung ihren homeostatischen Zustand gewinnen können.“ 3
Die Präfixe „a“ und „dys“ kommen aus dem Griechischen: „a“ (griechische Verneinungssilbe) bedeutet „ohne“, „nicht“. „dys“ (griechische Vorsilbe) bedeutet die „Störung eines Zustandes oder einer Tätigkeit“.4 Somit deutet „a“ auf ein Fehlen und „dys“ auf eine Störung hin.
Der adjektivische Teil des Begriffs „verbal“ deutet auf die sprechsprachliche Variante der Störung hin. Der Teil „Entwicklungs-“ soll darauf hinweisen, dass es sich nicht um eine erworbene Störung handelt, sondern dass ein Störungsbild vorliegt, das die kindliche Entwicklung ohne traumatische Einflüsse stört.
1. Terminologie, Definition und Begriffskritik: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen, die Geschichte und die Einordnung der Störung sowie verschiedene Erklärungsmodelle zur Sprachproduktion.
2. Symptomatik der verbalen Entwicklungsdyspraxie: Hier werden das Erscheinungsbild, die genetischen Aspekte, neurologische Hintergründe sowie spezifische sprachliche und nichtsprachliche Auffälligkeiten bei betroffenen Kindern detailliert dargestellt.
3. Diagnostik: Dieses Kapitel analysiert die schwierige Situation der Diagnostik und Differentialdiagnostik, stellt klinische Methoden sowie spezifische Prüfverfahren wie das VMPAC und Screenings vor.
4. Therapie der verbalen Entwicklungsdyspraxie: Das Kapitel widmet sich allgemeinen Therapieprinzipien sowie konkreten Ansätzen und spezifischen Therapiemethoden zur Behandlung der Störung.
5. Resümee: Die Autorin fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Forschungslage und diskutiert die Anwendbarkeit diagnostischer sowie therapeutischer Instrumente in der Praxis.
Verbale Entwicklungsdyspraxie, VED, Sprechapraxie, Diagnostik, Therapie, motorische Planung, Artikulationsstörung, Kindliche Entwicklung, VMPAC, Sprachproduktion, Artikulation, Oro-Motorik, Differentialdiagnose, Frühförderung, Störung der Sprechbewegung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Störungsbild der verbalen Entwicklungsdyspraxie bei Kindern, einer komplexen und kontrovers diskutierten Artikulations- und Sprachstörung.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Terminologie, die Symptomatik, die Diagnostik und verschiedene therapeutische Interventionsmöglichkeiten.
Das Ziel ist es, Licht in das unklar umrissene Störungsbild zu bringen, die aktuelle Forschungslage kritisch zu betrachten und das Hauptaugenmerk auf die Diagnostik zu legen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende Literatur, Studien und therapeutische Konzepte zusammenführt und bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der Symptome und die Erörterung diagnostischer sowie therapeutischer Verfahren.
Wichtige Begriffe sind Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED), Sprechplanung, Diagnostik, Therapieansätze, VMPAC und Sprachproduktionsmodell.
Das „Verbal Motor Production Assessment for Children“ (VMPAC) wird als das einzige standardisierte Diagnostikverfahren für die VED hervorgehoben und detailliert analysiert.
Es fehlen wissenschaftlich eindeutige, pathognomonische Merkmale, die eine VED zweifelsfrei von anderen Sprachentwicklungsstörungen abgrenzen, was zu einer hohen Subjektivität bei der Diagnose führt.
Die Arbeit diskutiert, dass Störungen der Sprechmotorik und linguistische Ebenen bei VED eng miteinander verknüpft sind, wobei die Störung der motorischen Planung als ein zentraler Aspekt angesehen wird.
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