Examensarbeit, 2006
53 Seiten, Note: 2,0
0 Einleitung
1 Mittelwerte und Mittelwertfunktionen
1.1 Mittelwerte in der Alltagswelt
1.1.1 Das arithmetische Mittel
1.1.2 Das harmonische Mittel
1.1.3 Das Simpson-Paradoxon und das Chuquet-Mittel
1.2 Zur Definition von Mittelwerten
1.2.1 Historischer Zugang
1.2.2 Mittelwerte durch Potenzen
1.3 Mittelwertfunktionen
1.3.1 Darstellungen von Mittelwertfunktionen
1.4 Darstellungen der Ungleichung der Mittelwertfunktionen
1.4.1 Darstellung nach Pappus
1.4.2 Darstellung nach Bullen
2 Mittelwertfunktionen als möglicher Wahlpflichtbereich
2.1 Wahlpflichtbereiche im sächsischen Lehrplan
2.2 Wahlpflichtbereich zum Thema Mittelwertfunktionen
2.3 Einbindung der Mittelwerte und Mittelwertfunktionen in die Klassen 8-12
2.3.1 8.Klasse
2.3.2 9. Klasse
2.3.3 10. Klasse
2.3.4 11. Klasse
2.3.5 12. Klasse
3 Lernziele und -inhalte des Themas Mittelwerte und Mittelwertfunktionen
3.1 Fachübergreifende Ziele des Fachs Mathematik
3.1.1 Fundamentale Denktätigkeiten und -haltungen
3.1.2 Geistige Grundtechniken
3.1.3 Allgemeine «Erziehungsziele» des Mathematikunterrichts
3.2 Allgemeine Ziele des Fachs Mathematik
3.2.1 Auf Einzelinhalte bezogene Fähigkeiten und Haltungen
3.2.2 Auf das Fach insgesamt bezogene Einsichten und Einstellungen
4 Lernbereichsplanung
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die mathematische Theorie der Mittelwerte und Mittelwertfunktionen sowie deren Eignung als Wahlpflichtbereich im sächsischen Lehrplan für das Gymnasium. Es wird analysiert, wie diese Inhalte didaktisch sinnvoll in die Klassenstufen 8 bis 12 integriert werden können, um mathematische Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Abstraktion und die Nutzung moderner Computer-Algebra-Systeme zu fördern.
1.2.1 Historischer Zugang
Die Pythagoreer betrachteten das in der oberen Abbildung dargestellte Streckenverhältnis m−x / y−m. Dieses Verhältnis wurde nacheinander mit den Verhältnissen x/x, x/m, x/y gleichgesetzt. Es entstanden die folgenden 3 Gleichungen: [7]
m − x / y − m = x/x, m − x / y − m = x/m, m − x / y − m = x/y (2)
Die Pythagoreer erhielten drei weitere Proportionen, indem sie die in (2) genannten Gleichungen jeweils auf der rechten Seite modifizierten, das heißt in dem alle weiteren möglichen Brüche auf der rechten Seite der Gleichung eingesetzt wurden. Somit kamen sie noch zu folgenden Bruchgleichungen:VII
m − x / y − m = y/x, m − x / y − m = m/x, m − x / y − m = y/m (3)
Dies sind alle 6 Möglichkeiten die es unter Beibehaltung der linken Seiten gibt. Im Weiteren kann man sich anschauen, wie sich drei Proportionen verändern, wenn zusätzlich die linken Seiten der Gleichungen auf alle möglichen Arten verändert werden. Die Pythagoreer fanden somit vier weitere, neue MittelwerteVIII:
y − x / m − x = y/x, y − x / y − m = y/x, y − x / m − x = m/x, y − x / y − m = m/x (4)
Diese zehn verschiedenen Proportionen können mit einer elften durch Hischer in [4]IX veröffentlichten komplettiert werden:
y − x / y − m = y/m (5)
In diesem Sinne fand man also 11 verschiedene Möglichkeiten einen Mittelwert von x und y zu definieren. Diese Proportionen sind allerdings ungeeignet um die Unterschiedlichkeiten der einzelnen Mittelwerte zu erläutern. Aus diesem Grund vereinfacht man die Darstellungen, wenn man alle 11 Gleichungen nach der Variable m, also nach dem gesuchten Mittelwert, umstellt.
0 Einleitung: Vorstellung der sächsischen Lehrplanänderungen von 2004 und Begründung der Wahl des Themas Mittelwerte zur Vertiefung mathematischer Kenntnisse.
1 Mittelwerte und Mittelwertfunktionen: Systematische Herleitung verschiedener Mittelwertklassen, einschließlich der Definition des Potenzmittels und der Erforschung mathematischer Ungleichungen.
2 Mittelwertfunktionen als möglicher Wahlpflichtbereich: Prüfung der didaktischen Eignung des Themas für die Klassen 8-12 unter Berücksichtigung curricularer Anforderungen.
3 Lernziele und -inhalte des Themas Mittelwerte und Mittelwertfunktionen: Abgleich der mathematischen Theorie mit den allgemeinen fachübergreifenden Bildungszielen des Mathematikunterrichts.
4 Lernbereichsplanung: Konkreter Entwurf für einen achtwöchigen Unterrichtsplan zur Einführung des Themas in der 10. Klasse.
5 Zusammenfassung: Abschließende Würdigung des didaktischen Potenzials des Themas und Befürwortung der Aufnahme in den Lehrplan.
Mittelwert, Mittelwertfunktion, Potenzmittel, Arithmetisches Mittel, Geometrisches Mittel, Harmonisches Mittel, Simpson-Paradoxon, Didaktik der Mathematik, Lehrplan, CAS, Ungleichung, Mathematisierung, Schulmathematik, Geometrische Darstellung, Pythagoreische Mittelwerte
Die Arbeit untersucht, wie das komplexe Thema der Mittelwerte und Mittelwertfunktionen didaktisch aufgearbeitet und als Wahlpflichtbereich in den sächsischen Mathematikunterricht integriert werden kann.
Zentrale Felder sind die Definition verschiedener Mittelwerttypen, deren geometrische Interpretation, die Untersuchung der zugehörigen Ungleichungsketten sowie die schulpraktische Anwendung durch moderne Software.
Das primäre Ziel ist es nachzuweisen, dass das Thema Mittelwertfunktionen genügend Substanz für einen achtstündigen Wahlpflichtbereich bietet und die im Lehrplan geforderten fachübergreifenden Kompetenzen effektiv fördert.
Es erfolgt eine analytische Aufarbeitung der mathematischen Theorie sowie eine didaktische Einordnung basierend auf den curricularen Anforderungen des sächsischen Gymnasiums.
Der Hauptteil gliedert sich in die mathematische Fundierung der Mittelwertklassen, deren grafische Darstellung mittels Computer-Algebra-Systemen und eine detaillierte Planung der Unterrichtsstunden.
Mittelwert, Mittelwertfunktion, didaktische Planung, Potenzmittel, Ungleichungen, Schulmathematik und mathematische Kompetenzentwicklung.
Es bietet einen lebensnahen, paradox anmutenden Einstieg in die Statistik, der das kritische Denken schult und zeigt, dass mathematische Entscheidungen sorgfältig geprüft werden müssen.
Die 10. Klasse bietet laut Autor die optimale Balance zwischen vorhandenen Vorkenntnissen der Schüler und der Komplexität der Theorie, um die mathematischen Zusammenhänge ganzheitlich und unter Nutzung technischer Hilfsmittel zu erfassen.
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