Diplomarbeit, 2005
101 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
A. Ansätze strategischer Unternehmensführung
I. Zu den Begriffen der Strategie und des Strategischen
II. Zu den Begriffen des Managements und der Unternehmensführung
III. Vom Markt-Fokus zum Ressourcen-Fokus
B. Ressourcenbasierte Unternehmensführung
I. Heterogenität und Immobilität
II. Werthaltigkeit
III. Seltenheit
IV. Nicht-Imitierbarkeit
1. Historizität
2. Kausale Ambiguität
3. Soziale Komplexität
V. Nicht-Substituierbarkeit
C. Das Konstrukt knowing
I. Knowing nach Cook und Brown
1. Formen von Wissen
2. Wissen und knowing
II. Knowing nach Gherardi und Nicolini
1. Praktik als Lokalität von knowing
2. Die soziale Dimension von knowing
3. Die situative Dimension von knowing
III. Knowing nach Orlikowski
1. Knowing und Praktik
2. Knowing als Fähigkeit und die Auflösung von Wissen
D. Knowing als Ressource und Basis von Wettbewerbsvorteilen
I. Ressourcen versus knowing nach Cook und Brown
1. Im Lichte von Heterogenität und Immobilität
2. Im Lichte von Werthaltigkeit
3. Im Lichte von Seltenheit
4. Im Lichte von Nicht-Imitierbarkeit
a. Im Lichte von Historizität
b. Im Lichte von kausaler Ambiguität
c. Im Lichte von sozialer Komplexität
5. Im Lichte von Nicht-Substituierbarkeit
II. Ressourcen versus knowing nach Gherardi und Nicolini
1. Im Lichte von Heterogenität und Immobilität
2. Im Lichte von Werthaltigkeit
3. Im Lichte von Seltenheit
4. Im Lichte von Nicht-Imitierbarkeit
a. Im Lichte von Historizität
b. Im Lichte von kausaler Ambiguität
c. Im Lichte von sozialer Komplexität
5. Im Lichte von Nicht-Substituierbarkeit
III. Ressourcen versus knowing nach Orlikowski
1. Im Lichte von Heterogenität und Immobilität
2. Im Lichte von Werthaltigkeit
3. Im Lichte von Seltenheit
4. Im Lichte von Nicht-Imitierbarkeit
a. Im Lichte von Historizität
b. Im Lichte von kausaler Ambiguität
c. Im Lichte von sozialer Komplexität
5. Im Lichte von Nicht-Substituierbarkeit
E. Kritische Würdigung
Die Diplomarbeit untersucht das Potenzial des Konzepts des "Knowing" als Erklärungsgrundlage für dauerhafte Wettbewerbsvorteile im Rahmen des ressourcenbasierten Ansatzes der Unternehmensführung (Resource-Based View). Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob die Integration von "Knowing" – verstanden als dynamischer, handlungsinhärenter Prozess – eine sinnvolle Ergänzung zum eher statischen Ressourcenbegriff darstellt oder zu theoretischen Widersprüchen führt.
1. Historizität
Einen wesentlichen Bestimmungsfaktor der Imitierbarkeit von organisationalen Ressourcen stellt die historisch einzigartige Entwicklung von Organisationen dar. Organisationen als Ressourcenpools stellen folglich aufgrund ihrer Entwicklung historische Phänomene dar, da sich ihr Zustand fortwährend als Modifikation eines früheren Zustandes präsentiert. Sie sind mithin immer Abbilder ihrer eigenen Geschichte und insofern rückbezüglich, als das vergangene Entscheidungen und Entwicklungen sowohl die wahrgenommenen Möglichkeiten, als auch zukünftige Entscheidungen und Entwicklungen mitprägen. Die Historizität von Organisationen sowie ihrer Ressourcen ist dabei in zweifacher Hinsicht Ursache für deren unvollständige Imitierbarkeit. Sowohl die Vergangenheitsprägung, der die Ressource besitzenden Organisation, als auch die des potentiellen Imitators verhindern die erfolgreiche Akquisition der Ressource durch Imitation. Historizität bezieht sich dabei nicht nur auf Zeiträume oder Pfade die im Einzelfall notwendig sind um wertgenerierende Ressourcen herauszubilden, sondern auch auf historische Zeitpunktentscheidungen, die Ressourcen ex-post, unter Umständen aufgrund veränderter Kontextwahrnehmung, strategische Wichtigkeit zukommen lassen. Der Aufbau und die Veränderung von organisationalen Ressourcen werden durch ein organisationsspezifisches, historisch einzigartiges und in dieser Form nicht reproduzierbares Zusammenspiel organisationsinterner und -externer Variablen beeinflusst und getragen. Dem folgend bestimmen Raum und Zeit das Potential einer Organisation bestimmte Ressourcen zu akquirieren und effektiv zu nutzen. Organisationen sind mithin nicht in der Lage die historische Erfolgsbasis von Wettbewerbern nachzubilden, respektive die gleichen Ressourcen zu akquirieren und deren Zusammenspiel zu imitieren.
Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld der Ursachen organisationalen Erfolgs und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Verknüpfung von Ressourcen-Fokus und dem Konzept des "Knowing".
A. Ansätze strategischer Unternehmensführung: Erläuterung zentraler Begriffe wie Strategie, Management und Unternehmensführung sowie Darstellung der Entwicklung vom Markt-Fokus hin zum Ressourcen-Fokus.
B. Ressourcenbasierte Unternehmensführung: Detaillierte Herleitung der Kriterien des ressourcenbasierten Ansatzes, insbesondere Heterogenität, Immobilität, Werthaltigkeit, Seltenheit, Nicht-Imitierbarkeit und Nicht-Substituierbarkeit.
C. Das Konstrukt knowing: Fundierte theoretische Einordnung des "Knowing"-Begriffs durch die Analyse der Ansätze von Cook und Brown, Gherardi und Nicolini sowie Orlikowski.
D. Knowing als Ressource und Basis von Wettbewerbsvorteilen: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln durch eine systematische Prüfung von "Knowing" gegenüber den Kriterien des ressourcenbasierten Ansatzes.
E. Kritische Würdigung: Synthese der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass eine Integration von "Knowing" in den ressourcenbasierten Ansatz zwar komplementäre Einsichten verspricht, aufgrund der prozessualen Natur von "Knowing" jedoch terminologische Herausforderungen mit sich bringt.
Ressourcenbasierter Ansatz, Resource-Based View, Knowing, Wissen, Strategische Unternehmensführung, Wettbewerbsvorteile, Historizität, Kausale Ambiguität, Soziale Komplexität, Praktik, Organizational Learning, Intangible Ressourcen, Kompetenz, Prozessorientierung, Wissensmanagement.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem etablierten "Resource-Based View" (ressourcenbasierter Ansatz) und dem Konzept des "Knowing". Es wird analysiert, ob "Knowing" als Prozess zur Erklärung von Wettbewerbsvorteilen in das Ressourcen-Framework integriert werden kann.
Die zentralen Felder sind die strategische Unternehmensführung, das Management intangibler Ressourcen, die Erkenntnistheorie der Praktik ("Epistemology of Practice") sowie die wissenschaftliche Fundierung des Wissensbegriffs in Organisationen.
Das Ziel ist die Prüfung, inwieweit das Konzept des "Knowing" als Ergänzung zum ressourcenbasierten Ansatz fungieren kann, um dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu erklären, und ob sich "Knowing" sinnvoll unter den klassischen Ressourcenbegriff subsumieren lässt.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die durch eine systematische Literaturanalyse und den Abgleich des Konstrukts "Knowing" mit den bekannten Kriterien für "strategisch wichtige Ressourcen" (nach Barney u.a.) methodisch vorgeht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des ressourcenbasierten Ansatzes, eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen "Knowing"-Konzeptionen (u.a. Cook & Brown, Gherardi & Nicolini, Orlikowski) und deren anschließende kritische Prüfung anhand der Kriterien für Wettbewerbsvorteile.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Resource-Based View, Knowing, Wettbewerbsvorteile, Praktik (Practice), kausale Ambiguität und soziale Komplexität gekennzeichnet.
Wie im Text erläutert, existiert im Deutschen kein Äquivalent, das die prozessuale, handlungsinhärente Dynamik von "Knowing" präzise abbildet. Die Verwendung des englischen Begriffs vermeidet zudem die Vermischung mit statischen Wissenskonzepten.
Die Arbeit resümiert, dass "Knowing" aufgrund seiner dynamischen und prozessualen Natur zwar eine komplementäre Sichtweise bietet, jedoch bei einer starren Anwendung der klassischen Ressourcenkriterien (die oft "Besitzbarkeit" voraussetzen) an Grenzen stößt. Ein Widerspruch lässt sich jedoch auflösen, wenn man "Knowing" als strukturellen Prozess innerhalb der Organisation begreift.
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