Doktorarbeit / Dissertation, 2019
220 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Schülervorstellungen – Begrifflichkeiten
2.2 Lerntheoretischer Hintergrund
2.3 Conceptual Change
2.3.1 Definition
2.3.2 Bedingungen
2.3.3 Motivationale Faktoren
2.3.4 Modelle
2.3.5 Der Zusammenhang der unterschiedlichen theoretischen Ansätze
2.3.6 Der Umgang mit Conceptual Change im Unterricht
2.3.7 Herausforderungen der Conceptual-Change-Forschung
2.4 Modell der didaktischen Rekonstruktion
3 Forschungsstand
3.1 Umstrukturierung von Schülervorstellungen
3.2 Schülervorstellungen zum Aufbau des Erdinneren
4 Forschungsfragen
5 Forschungsdesign
5.1 Modell der didaktischen Rekonstruktion als Grundlage
5.1.1 Fachliche Klärung
5.1.2 Untersuchung der Schülervorstellungen
5.1.3 Didaktische Strukturierung
5.2 Methodische Überlegungen
5.2.1 Leitfadengestütztes Interview
5.2.2 Zeichnung
5.2.3 Gütebestimmung
5.3 Phasen der Untersuchung
5.3.1 Präkonzept
5.3.2 Intervention
5.3.3 Postkonzept
5.3.4 Reflexion
5.4 Lernumgebung nach POSNER et al. (1982)
5.4.1 Unzufriedenheit
5.4.2 Verständlichkeit
5.4.3 Plausibilität
5.4.4 Fruchtbarkeit
5.5 Sampling
6 Ergebnisse
6.1 Beschreibung der angewandten Verfahren
6.1.1 Qualitative Inhaltsanalyse
6.1.2 Diagnose von Schülerzeichnungen
6.1.3 Quantitative Erhebung
6.2 Auswertung
6.2.1 Präkonzept
6.2.2 Postkonzept
6.2.3 Veränderungen vom Prä- zum Postkonzept
6.2.4 Lernhinderliche Interventionen
6.2.5 Lernförderliche Interventionen
6.2.6 Interesse und zeitliche Bildung der Vorstellung
7 Beantwortung der Forschungsfragen
8 Fazit und Schlussfolgerungen
8.1 Herausragende Ergebnisse
8.2 Grenzen der Forschungsarbeit
8.3 Forschungsdesiderata
9 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, inwieweit durch eine konstruktivistisch gestaltete Lernumgebung ein erfolgreicher Conceptual Change bei Schülern hinsichtlich ihrer Vorstellungen zum Aufbau des Erdinneren initiiert werden kann. Dabei wird analysiert, wie sich Präkonzepte verändern und welche Rolle motivationale Faktoren wie das Interesse der Lernenden dabei spielen.
2.3.6 Der Umgang mit Conceptual Change im Unterricht
Die Alltagsvorstellungen der Lernenden, die bereits in der Kindheit gebildet wurden, unterscheiden sich vehement von den fachwissenschaftlichen Ansätzen. Ein Unterschied liegt im metakonzeptionellen Bewusstsein, also der Einschätzung und Hinterfragung der Bedeutung von Thesen und wissenschaftlichen Modellen sowie der Klarheit darüber, dass Hypothesen überprüft werden müssen (WISER & SMITH 2008). Den Lernenden fehlt das Bewusstsein über ihre Präkonzepte und über die hypothetische Natur der Vorstellungen, beides kann sich lernhinderlich auswirken. Folglich sind sich die Lernenden nicht bewusst, dass ihre eigenen Präkonzepte im Vergleich zu fachwissenschaftlich gesicherten Fakten nur Hypothesen sind und andere Personen andere Annahmen über die Welt aufweisen (VOSNIADOU 2008). Problematisch ist außerdem, dass die Vorstellungen der Lernenden zur Einsichtsgewinnung absolut, nicht konstruktivistisch und subjektivistisch sind, wodurch das Lernen behindert wird.
Es wurde bewiesen, dass eine negative Korrelation zwischen einem Conceptual Change und einem stabilen Wissen, das autoritär z. B. durch die Lehrkraft vermittelt wurde, besteht. Das bedeutet, dass hierdurch kein erfolgreicher Conceptual Change erreicht werden kann, wenn das Wissen nicht eigenständig erarbeitet wird, sondern nur durch Belehren vermittelt wird (STATHOPOULOU & VOSNIADOU 2006, 2007).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Vorwissens für Lernprozesse und definiert das Ziel der Arbeit, die Umstrukturierung von Präkonzepten durch eine didaktisch aufbereitete Lernumgebung zu erforschen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Theorien – Konstruktivismus, Conceptual-Change-Theorie und das Modell der didaktischen Rekonstruktion – als Basis für die Untersuchung.
3 Forschungsstand: Hier werden ausgewählte Studien aus verschiedenen Naturwissenschaften dargestellt, die sich mit der Umstrukturierung von Schülervorstellungen befassen, um das Forschungsdesiderat für den Bereich Aufbau der Erde aufzuzeigen.
4 Forschungsfragen: In diesem Kapitel werden die zentralen Forschungsfragen zur Initiierung eines Conceptual Change zum Aufbau der Erde formuliert.
5 Forschungsdesign: Das Kapitel beschreibt die methodische Gestaltung der Studie, inklusive der Phasen der Vermittlungsexperimente und der Entwicklung der Lernumgebung.
6 Ergebnisse: Hier werden die durchgeführten Analysen der Probandendaten präsentiert und die Veränderungen vom Prä- zum Postkonzept ausgewertet.
7 Beantwortung der Forschungsfragen: Dieses Kapitel dient der direkten Beantwortung der in Kapitel 4 aufgeworfenen Forschungsfragen auf Basis der gewonnenen Daten.
8 Fazit und Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, insbesondere zur Bedeutung der Phase der Unzufriedenheit und des Interesses, sowie einer Reflexion der Grenzen und zukünftigen Forschungsdesiderata.
Conceptual Change, Schülervorstellungen, Didaktische Rekonstruktion, Aufbau der Erde, Konstruktivismus, Vermittlungsexperimente, Präkonzept, Postkonzept, Kognitiver Konflikt, Geographiedidaktik, Interesse, Lernumgebung, Wissensumstrukturierung, Erdinneres, Modellkritik.
Die Arbeit untersucht, wie bei Schülern ein sogenannter "Conceptual Change" – also ein Konzeptwechsel von alltäglichen, oft wissenschaftlich inkorrekten Vorstellungen hin zu fachlich nahen Ansätzen – zum Thema "Aufbau der Erde" im Geographieunterricht herbeigeführt werden kann.
Die zentralen Themen sind der physikalisch-geographische Aufbau der Erde, die Conceptual-Change-Theorie nach Posner et al. sowie die Anwendung des Modells der didaktischen Rekonstruktion zur Unterrichtsplanung.
Das primäre Ziel ist es, lernförderliche Methoden in einer didaktisch aufbereiteten Lernumgebung zu entwickeln, die Schülern helfen, ihre bestehenden Präkonzepte zum Aufbau des Erdinneren konstruktiv zu hinterfragen und zu einem wissenschaftlich nahen Verständnis umzustrukturieren.
Es handelt sich um eine qualitative Studie mit zehn Vermittlungsexperimenten, an denen insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Die Datenerhebung erfolgte durch Interviews, Schülerzeichnungen und Fragebögen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Conceptual Change, eine umfassende Darstellung des Forschungsstandes, das detaillierte Forschungsdesign sowie die konkrete Auswertung der Lernexperimente, unterteilt in Präkonzept- und Postkonzept-Analysen.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Conceptual Change, Schülervorstellungen, Geographiedidaktik, Konstruktivismus, Modell der didaktischen Rekonstruktion und kognitive Konfliktstrategien.
Die Autorin stellt fest, dass die Phase der Unzufriedenheit – also das bewusste Erkennen, dass das eigene bisherige Erklärungsmodell nicht ausreicht – die größte Hürde für einen erfolgreichen Conceptual Change darstellt. Scheitern die Lernenden bereits hier, können keine weiteren Schritte wie die Konstruktion plausiblerer, wissenschaftlicher Konzepte erfolgen.
Die Studie zeigt entgegen der ursprünglichen Vermutung, dass der Grad der Verankerung einer Vorstellung (ob ad hoc konstruiert oder tief verankert) keinen eindeutigen statistischen Zusammenhang zum Erfolg eines Conceptual Change aufweist.
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