Diplomarbeit, 2006
64 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Entwicklung von Geschmackspräferenzen
3. Hunger- und Sättigungsempfinden
4. Adipositas
4.1 Diagnostik und Prävalenz
4.2 Ätiologie von Adipositas
4.2.1 Die Energiebilanz
4.2.2 Genetische Faktoren
4.2.3 Ernährungsverhalten
4.2.4 Fernsehkonsum
4.2.5 Persönlichkeitsmerkmale
4.2.6 Die Set-point Theorie
4.2.7 Die Theorie der Externalität
4.3 Adipositas-assoziierte Krankheiten
5. Psychische Auffälligkeiten und Komorbidität
5.1 Binge eating disorder
5.2 Night-Eating-Syndrom
5.3 Bulimia nervosa
6. Soziologische Untersuchungen
7. Selbstwahrnehmung
8. Die Familie
9. Die Adipositastherapie
9.1 Psychotherapie
9.2 Pharmakologische und chirurgische Adipositastherapie
9.3 Ernährungstherapie
9.4 Bewegungstherapie
9.5 Risiko einer Gewichtsabnahme
10. Schluss
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Ursachen, psychischen Begleiterscheinungen und soziokulturellen Hintergründe von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Dabei liegt der Fokus insbesondere darauf, zu klären, warum sich trotz zahlreicher Diätversuche häufig kein langfristiger Erfolg einstellt und welche Rolle das familiäre Umfeld sowie angeborene Mechanismen bei der Entstehung dieser Krankheit spielen.
4.2.6 Die Set-point Theorie
Einen weiteren Erklärungsansatz für die Schwierigkeit einer Gewichtsveränderung liefert die Set-point Theorie.
Keesey und Powley führte die Beobachtung, dass das Körpergewicht bei Menschen über längere Zeit stabil bleibt, zu der Hypothese, dass das Gewicht eine individuell regulierte Größe ist und dieses dauerhaft und langfristig nicht wesentlich beeinflusst werden kann. Die Höhe dieses individuellen Gewichts wird als Set-point bezeichnet. Wenn dem nicht so sei, so könnten schon Veränderungen in der Nahrungsmittelzusammensetzung wie ein oder zwei Pralinen oder ein Glas Milch mehr täglich zu einer Gewichtsveränderung von 2,5 kg pro Jahr führen. Trotz dieser Schwankungen in der Nahrungsmittelauswahl nehmen die meisten Menschen weder so schnell zu, aber auch nicht ab.
Nimmt nun jemand mehr Energie auf, als er verbraucht, so wird dieser Überschuss gespeichert. Allerdings geschieht dies nicht nur in Form von Fett. Laut Garrow setzt sich eine Gewichtszunahme von 1 kg aus 750 g Fett und 250 g magerer Körpermasse zusammen (zit. in Pudel/Westenhöfer 1997, S.104). Die Veränderung der Körpermasse hat dann wiederum eine Veränderung des Energieverbrauches zur Folge. Sie vermuten, dass nicht das Körpergewicht direkt sondern vielmehr die Energiezufuhr sowie der Energieverbrauch, also zum Beispiel über einen niedrigeren Puls oder eine geringere Körpertemperatur, reguliert werden (zit. in Pudel/Westenhöfer 1997, S. 91 f.). Außerdem erfolgt die Gewichtskonstanz auch über die Fertilität. Während der Schwangerschaft zum Beispiel ändert sich die Fettspeicherung (vgl. Erbersdobler/Heseker/Wolfram 2005, S. 32).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Problematik adipöser Kinder in der Gesellschaft und stellt die zentrale Frage nach den Entstehungsfaktoren und Behandlungsmöglichkeiten.
2. Entwicklung von Geschmackspräferenzen: In diesem Kapitel wird erläutert, wie Geschmacksvorlieben bereits vor der Geburt sowie durch frühkindliches Lernen und den „mere exposure effect“ geformt werden.
3. Hunger- und Sättigungsempfinden: Das Kapitel untersucht die Bedeutung von Lernerfahrungen für die korrekte Wahrnehmung von Hunger und Sättigung und zeigt deren Störanfälligkeit auf.
4. Adipositas: Hier werden Diagnosemethoden wie der BMI und Perzentilen besprochen sowie die ätiologischen Faktoren wie Energiebilanz, Genetik, Ernährung und Fernsehkonsum analysiert.
5. Psychische Auffälligkeiten und Komorbidität: Dieses Kapitel widmet sich psychischen Störungen, die im Zusammenhang mit Adipositas auftreten können, wie Binge eating disorder oder Bulimia nervosa.
6. Soziologische Untersuchungen: Hier wird der Zusammenhang zwischen Schichtzugehörigkeit, gesellschaftlicher Diskriminierung und der Entstehung von Übergewicht erörtert.
7. Selbstwahrnehmung: Dieses Kapitel beschreibt, wie adipöse Kinder ihr Körperkonzept entwickeln und welche Rolle eine gestörte Selbstwahrnehmung bei der Aufrechterhaltung des Übergewichts spielt.
8. Die Familie: Hier werden familiäre Interaktionsmuster, Überbehütung und die Bedeutung von Nahrung als Ersatz für Zuwendung untersucht.
9. Die Adipositastherapie: Das Kapitel evaluiert verschiedene Therapieansätze und betont die Notwendigkeit, neben Ernährung und Bewegung auch die Familie in die Therapie einzubeziehen.
10. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass eine erfolgreiche Therapie bei Kindern über eine reine Gewichtsreduktion hinausgehen muss.
Adipositas, Kindesalter, Jugendalter, Ernährung, Genetik, Sättigungsgefühl, psychische Störungen, Familie, Therapie, Verhaltenstherapie, BMI, Körperbild, Diskriminierung, Essstörungen, Prävention.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, den psychischen und sozialen Hintergründen sowie den Therapiemöglichkeiten von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen.
Zentrale Themen sind die biologische Sättigungsregulation, genetische Prädispositionen, der Einfluss des familiären Umfelds sowie die psychologischen Aspekte der Adipositas.
Das primäre Ziel ist es, die komplexen Ursachen für die Adipositas bei Kindern zu identifizieren und aufzuzeigen, warum langfristige Gewichtsreduktionen oft schwierig sind und welche Rolle die Familie spielt.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und wertet aktuelle Studien sowie empirische Daten des Stadtgesundheitsamtes Kassel aus.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Geschmack, Sättigung), ätiologische Faktoren (Genetik, Verhalten), klinische Komorbiditäten (Essstörungen) und soziologische Aspekte bis hin zu den verschiedenen Therapiebausteinen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adipositas, genetische Disposition, familiäres Umfeld, Verhaltenstherapie und gestörte Selbstwahrnehmung charakterisiert.
Die Entwicklungsfettsucht liegt im Wesenskern und korreliert oft mit schweren Persönlichkeitsstörungen, während die reaktive Fettsucht eher als Reaktion auf traumatische Ereignisse auftritt.
Da Nahrung bei vielen adipösen Kindern eine zentrale Quelle für emotionale Befriedigung darstellt, kann ein erzwungener Gewichtsverlust ohne Bearbeitung der Hintergründe zu psychischen Problemen führen.
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