Examensarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund
3. Lehrer im Nationalsozialismus
3.1 Gleichschaltung der Lehrerschaft durch den Nationalsozialistischen Lehrerbund
3.2 Arbeitsbedingungen der Lehrer unter Einflussnahme des Nationalsozialismus
3.3 Umbruch in der Lehrerbildung
3.4 Idealbild eines NS-Volksschullehrers
4. Unterricht im Nationalsozialismus
4.1 Reichsrichtlinien der Jahre 1937 und 1939
4.2 Nationalsozialistische Erziehung am Beispiel des Unterrichtsfaches Deutsch
4.3 Nationalsozialistische Erziehung am Beispiel des Unterrichtsfaches Geschichte
5. Schule im Nationalsozialismus
5.1 Schulwirklichkeit einer bayerischen Volksschule unter dem Hakenkreuz
5.2 Bedeutung der Schulfeiern
5.3 Hitler-Jugend als außerschulische Instanz
6. Folgen des Nationalsozialismus
6.1 Langfristige Folgen des Nationalsozialismus in der Schule
6.2 Langfristige Folgen des Nationalsozialismus im Unterricht
6.3 Entwicklungstendenzen der Lehrer nach 1945
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch die zentralen Veränderungen und langfristigen Folgen des Nationalsozialismus auf das deutsche Bildungswesen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Diktatur Schule, Lehrer und Unterricht instrumentalisierte, um die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten und ein totalitäres Herrschaftssystem zu festigen.
3.1 Gleichschaltung der Lehrerschaft durch den Nationalsozialistischen Lehrerbund
Die Belastungen durch die Finanz und Wirtschaftskrise weiteten sich zu einer Dauerkrise der Republik aus. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise entschied sich die Reichsregierung für eine „deflationäre Wirtschafts- und Finanzpolitik“, wobei besonders der Berufszweig der Lehrer betroffen war. Der Nettoverdienst wurde auf den Stand des Jahres 1913 herabgesetzt. Die Treue zu den alten Lehrerverbänden wurde zu dieser Zeit, trotz der resoluten Einsparungen bei den Beamtengehältern, aufrechterhalten. Somit blieb auch die Treue zur Weimarer Republik vorerst unangetastet. Jedoch schien kurze Zeit später eine politische Kooperation von christlich-demokratischen, sozial-demokratischen, liberal-demokratischen, bürgerlich-nationalen und konservativ-monarchischen Staatsauffassungen im Weimarer Parteienstaat nicht mehr möglich. Da 90% aller Lehrer zu dieser Zeit Mitglied in Lehrerverbänden waren und somit letztendlich durch diese organisiert wurden, folgte ein sukzessiver Entfremdungsprozess von der Ideologie der Weimarer Republik. Diese kontraproduktive Entwicklung wurde augenscheinlich durch die nicht mehr tragbare Belastung für die Republik ausgelöst.
Parallel zur NSDAP bildete sich in den Jahren 1929/30 der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) aus den Reihen der Lehrerschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch keinerlei Auseinandersetzung der Lehrerverbände mit dem Nationalsozialismus stattgefunden. In Anbetracht der immerwährenden Distanzierung von der Weimarer Republik und der graduell damit verbundenen Bewegung in Richtung des nationalsozialistischen Weltbilds bleibt parteipolitisch festzuhalten, dass die Lehrerschaft die Grundeinstellung der gesamtdeutschen Bevölkerung widerspiegelte. Dessen ungeachtet handelte es sich nicht um einen totalitären Umbruch des politischen Bewusstseins, sondern vielmehr um einen kontinuierlichen Vorgang der die politische Orientierung der Lehrerschaft in nationalsozialistische Richtung verlagerte.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Aufstieg des Nationalsozialismus und beschreibt die Schule als eines der wichtigsten Instrumente des Herrschaftssystems zur Formung der Jugend.
2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den Übergang von der Weimarer Republik in die Diktatur und die wachsende politische Radikalisierung der Lehrerschaft infolge der Dauerkrisen der Weimarer Jahre.
3. Lehrer im Nationalsozialismus: Hier wird der Prozess der Gleichschaltung der Lehrerschaft, die Veränderung der Arbeitsbedingungen und der radikale Umbruch in der Lehrerbildung detailliert analysiert.
4. Unterricht im Nationalsozialismus: Das Kapitel befasst sich mit der inhaltlichen Umgestaltung des Unterrichts anhand von Reichsrichtlinien und den Fächern Deutsch und Geschichte als Instrumente der Ideologisierung.
5. Schule im Nationalsozialismus: Es wird die schulische Wirklichkeit, die Bedeutung von Schulfeiern und der massive Einfluss der Hitler-Jugend auf das Schulleben untersucht.
6. Folgen des Nationalsozialismus: Abschließend werden die langfristigen Auswirkungen auf Schule, Unterricht und Lehrerschaft sowie Tendenzen nach 1945 analysiert.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass das Erziehungssystem das Ergebnis eines politischen Machtkampfes war und nicht auf pädagogischen Konzeptionen basierte.
Nationalsozialismus, NSLB, Gleichschaltung, Lehrerschaft, NS-Schulpolitik, Volksschule, Hitler-Jugend, Erziehungsideologie, Deutschunterricht, Geschichtsunterricht, Rassenkunde, Indoktrination, Führerprinzip, Schulleben, deutsche Geschichte.
Die Arbeit untersucht die zentralen Veränderungen und die langfristigen Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft auf das deutsche Schulwesen, die Lehrerschaft und den Unterricht zwischen 1933 und 1945.
Zu den zentralen Themen gehören die Gleichschaltung der Lehrerverbände, die politische Indoktrination in Lehrplänen, der Einfluss außerschulischer Instanzen wie der HJ auf den Schulalltag sowie die Umgestaltung der Lehrerbildung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildungswesen als Instrument der Machtstabilität genutzt wurde und welche Folgen diese Radikalisierung für die Bildungsinhalte und die soziale Lage der Lehrer hatte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die exemplarisch zentrale Umgestaltungen auf Basis von Lehrplänen, Gesetzen, Verordnungen und zeitgenössischer Literatur aufarbeitet.
Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung der Lehrerschaft durch den NSLB, die inhaltliche Lenkung der Fächer Deutsch und Geschichte sowie das Spannungsverhältnis zwischen dem staatlichen Schulauftrag und dem Zugriff der HJ.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gleichschaltung, NS-Erziehungsideologie, Rassenkunde, Führerprinzip und Volksgemeinschaft.
Die HJ fungierte zunehmend als neue Erziehungsinstanz, die durch außerschulische Aktivitäten und den Anspruch auf alleinige Führung der Jugend zu Spannungen mit dem regulären Schulbetrieb und den Lehrern führte.
Geschichte wurde als politisches Instrument zur Legitimation des Regimes genutzt. Er zielte nicht auf Wissensvermittlung, sondern auf die emotionale Identifizierung mit der NS-Weltanschauung und die positive Hervorhebung Hitlers ab.
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