Diplomarbeit, 2006
105 Seiten, Note: 1,0
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Der Internationale Währungsfonds
2.1 Entstehung und Entwicklung des IWF
2.2 Die Organisation des IWF
2.3 Die drei Hauptfunktionen des IWF
2.3.1 Überwachung
2.3.2 Finanzhilfen
2.3.3 Technische Hilfen
2.4 Finanzierung und Kreditfazilitäten
2.4.1 Finanzierungspolitik
2.4.2 Kreditfazilitäten
2.4.2.1 Reguläre Kreditfazilitäten
2.4.2.2 Sonderfazilitäten
2.4.2.3 Konzessionäre Hilfe
2.5 Das Prinzip der Konditionalität
3 Entstehung und Ausbreitung von Finanzkrisen
3.1 Entstehung von Finanzkrisen
3.1.1 Modelle der ersten Generation
3.1.2 Modelle der zweiten Generation
3.1.3 Modelle der dritten Generation
3.2 Übertragung von Finanzkrisen
3.2.1 Spillover-Effekte
3.2.2 Wake-up call
3.2.3 Pure Contagion
4 Die Asienkrise 1997/1998
4.1 Ostasien vor der Krise
4.2 Ausbruch und Verlauf der Krise
4.3 Die Hilfsprogramme des IWF
4.3.1 Thailand
4.3.2 Indonesien
4.3.3 Südkorea
4.4 Malaysias Sonderweg ohne IWF-Unterstützung
4.5 Bewertung der IWF-Maßnahmen in Ostasien
5 Finanzkrisen in Lateinamerika
5.1 Die mexikanische Peso-Krise
5.2 Die Brasilien-Krise
5.2.1 Der Plano Real und die Entwicklung bis zur Finanzkrise 1998/1999
5.2.2 Das erste Abkommen mit dem IWF und das Ende des Plano Real
5.2.3 Das überarbeitete Abkommen vom 18.3.1999
5.2.4 Brasiliens weitere Entwicklung bis zur Rückzahlung der IWF-Kredite
5.3 Die Krise in Argentinien 2001/2002
5.3.1 Argentinien in den Neunziger Jahren
5.3.2 Die Entwicklung bis zur Finanzkrise
5.3.3 Der Ausbruch der Finanzkrise 2001/2002
5.3.4 Ansteckungseffekte durch die Argentinien-Krise
5.3.5 Argentiniens wirtschaftliche Erholung
5.4 Bewertung der IWF-Maßnahmen in Lateinamerika
6 Maßnahmen zur Vermeidung von Finanzkrisen
6.1 Einbeziehung des privaten Sektors
6.2 Kapitalverkehrskontrollen
6.3 Tobin-Steuer
6.4 Verbesserung der Transparenz
6.5 Die zukünftige Rolle des IWF
7 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bewältigung von Finanzkrisen in Schwellenländern, mit besonderem Fokus auf Ostasien und Lateinamerika. Ziel ist es zu analysieren, ob die vom IWF im Rahmen seiner Interventionsprogramme verordneten wirtschaftspolitischen Auflagen (Konditionalitäten) zur Stabilisierung der betroffenen Regionen beitrugen oder die Krisen durch restriktive Maßnahmen gegebenenfalls verschärften.
3.1.3 Modelle der dritten Generation
Weder die Modelle der ersten Generation noch die der zweiten Generation konnten den Ausbruch der Asienkrise hinreichend erklären, da die betroffenen ostasiatischen Länder sowohl vor der Krise gute Fundamentaldaten aufzuweisen hatten als auch die staatliche Wirtschaftspolitik und die makroökonomischen Fundamentaldaten von den Investoren positiv bewertet wurden. Für die Investoren gab es daher keinen Anreiz, ihre Vermögensaufteilung zu verändern. Somit wurden neue Ansätze entwickelt, die als Erklärung für die Asienkrise dienen. So kann eine implizite Garantie des Staates für die Einlagen inländischer Banken dazu führen, dass es zu einer exzessiven Kreditvergabe durch die Banken kommt. Gerade in den ostasiatischen Ländern bestand eine enge Verbindung zwischen Banken, Unternehmen und Regierung. Daher konnten die Marktteilnehmer erwarten, dass ihre Einlagen bei den Banken durch den Staat abgesichert sind. Durch diese Garantie des Staates (Bail-out) gewähren die Banken Kredite, ohne dabei auf die möglichen Risiken zu achten, was zu einem Moral Hazard führt. Moral Hazard tritt daher auf, wenn zwischen zwei Vertragspartnern Informationsasymmetrien bestehen. Unter Moral Hazard ist somit „jedes Verhalten bei einem ineffizienten Kontrakt, das durch unterschiedliche Interessen der Kontraktparteien entsteht und nur deshalb möglich ist, weil eine Kontraktpartei die Erfüllung des Kontraktes der anderen Partei nicht beurteilen kann“ zu verstehen.
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Thematik der Globalisierung und der damit verbundenen Anfälligkeit von Schwellenländern für Finanzkrisen, gefolgt von einer Zielsetzung zur Untersuchung der Rolle des IWF.
2 Der Internationale Währungsfonds: Detaillierte Betrachtung der Geschichte, Struktur, Funktionen, Finanzierungsinstrumente und des Prinzips der Konditionalität des IWF.
3 Entstehung und Ausbreitung von Finanzkrisen: Theoretische Herleitung verschiedener Krisengenerationen sowie der Mechanismen zur Übertragung von Krisen auf andere Länder.
4 Die Asienkrise 1997/1998: Analyse der Ursachen, des Krisenverlaufs sowie der spezifischen IWF-Programme in Thailand, Indonesien und Südkorea im Vergleich zum Sonderweg Malaysias.
5 Finanzkrisen in Lateinamerika: Untersuchung der Krisenereignisse in Mexiko, Brasilien und Argentinien unter Berücksichtigung der jeweiligen IWF-Interventionen und Reformanforderungen.
6 Maßnahmen zur Vermeidung von Finanzkrisen: Evaluierung möglicher präventiver Ansätze wie privater Sektorbeteiligung, Kapitalverkehrskontrollen, der Tobin-Steuer und einer erhöhten Markttransparenz.
7 Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit einer Reform der Finanzmarktarchitektur und der künftigen Rolle des IWF.
Internationaler Währungsfonds, Finanzkrisen, Asienkrise, Lateinamerika, Konditionalität, Kapitalverkehrskontrollen, Währungsreserven, Bail-out, Moral Hazard, Spillover-Effekte, Tobin-Steuer, Strukturreformen, Leistungsbilanz, Finanzmarktarchitektur, Schuldenschnitt.
Die Arbeit analysiert die Rolle und das Wirken des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bewältigung schwerer Finanzkrisen in Schwellenländern während der 1990er und frühen 2000er Jahre.
Schwerpunkt sind die Finanzkrisen in Ostasien (Thailand, Indonesien, Südkorea, Malaysia) sowie in Lateinamerika (Mexiko, Brasilien, Argentinien).
Das Ziel ist es, die IWF-Programme kritisch zu hinterfragen und zu beurteilen, ob die an den Fonds geäußerte Kritik hinsichtlich einer Verschärfung der Krisen durch seine Konditionen berechtigt ist.
Die Autorin/der Autor nutzt verschiedene Generationen von Krisenmodellen (z.B. Krugman, Obstfeld), um die Entstehung und Übertragung von Finanzkrisen fundiert zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Krisenanalyse, detaillierte Fallstudien zu den asiatischen und lateinamerikanischen Krisenländern sowie die Bewertung der IWF-Hilfspakete.
Zentrale Begriffe sind Konditionalität, Moral Hazard, Spillover-Effekte, Bail-out-Strategien sowie Reformmaßnahmen zur Krisenprävention wie die Tobin-Steuer.
Der Autor zeigt auf, dass die oft verordnete restriktive Hochzinspolitik und Fiskalkürzungen in vielen Fällen die wirtschaftliche Rezession verschärften und zu massiven Unternehmenspleiten sowie sozialer Not führten.
Malaysia wird als Beispiel angeführt, wie temporäre, eigenständige Kapitalverkehrskontrollen dazu beitragen können, den Kapitalabzug einzudämmen und eine schwere Rezession abzufedern, ohne auf IWF-Hilfen angewiesen zu sein.
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